Drei Dinge, die bei Borussia Mönchengladbach - Borussia Dortmund auffielen: Hummels' Horror-Woche
Borussia Dortmund geht im letzten Bundesligaspiel des Jahres 2:4 bei Borussia Mönchengladbach baden. Während der 90 Minuten offenbarten die Schwarz-Gelben eklatante Schwächen in der Defensive. Für Mats Hummels endete eine ohnehin enttäuschende Woche in einem Fiasko, zwei WM-Teilnehmer ließen sich düpieren - und Marcus Thuram gab ein Bewerbungsschreiben mit Makel ab. Drei Dinge, die auffielen.
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Quelle: Perform
BVB-Profi Julian Brandt fasste die Woche der Dortmunder, die zwei Niederlagen in Serie beinhaltet hatte, prägnant zusammen: "Das ist beschissen", sagte er am "Sat1"-Mikrofon und führte mit Blick auf das 2:4 bei Borussia Mönchengladbach aus: "Wir haben durch eigenes Unvermögen verloren. Mehr als heute kann man den Gegner nicht einladen."
Tatsächlich waren die Schwarz-Gelben - wie bereits am vergangenen Dienstag in Wolfsburg (0:2) - in Geberlaune, machten es den Hausherren vom Niederrhein mit riesigen Löchern im Defensivverbund denkbar einfach.
Bereits nach vier Minuten klingelte es zum ersten Mal im Kasten von Schlussmann Gregor Kobel, nach Brandts Ausgleich (19.) trafen Ramy Bensebaini (26.) und Marcus Thuram (30.) die Dortmunder erneut ins Mark. Nico Schlotterbecks Treffer vor der Pause (40.) war schließlich nur ein Muster ohne Wert, weil Edin Terzics Mannschaft gleich nach dem Seitenwechsel erneut in einen kollektiven Tiefschlaf fiel - und Manu Koné locker zum Endstand einschieben durfte (46.).
Insbesondere Mats Hummels' Woche nahm damit ein desaströses Ende, seine beiden Abwehrkollegen, die in den kommenden Tagen mit dem DFB in Richtung Arabische Halbinsel aufbrechen, dürften beim Bundestrainer für Sorgenfalten gesorgt haben. Außerdem: Marcus Thurams Bewerbungsschreiben für höhere Aufgaben war pompös gestaltet, enthielt jedoch einen Makel.
Drei Dinge, die auffielen.
1.) Hummels' Horror-Woche
"Nicht glücklich, nicht zufrieden, aber einverstanden", sagte Mats Hummels, der sicherlich schon bessere Spiele in dieser Saison absolviert hatte, nach dem 0:2 beim VfL Wolfsburg am vergangenen Dienstag. Eine Niederlage bei einem formstarken Gegner - das kann mal passieren.
Frei nach dem Motto "Mund abwischen, weitermachen", blickte der Routinier auf das, was da in naher Zukunft noch kommen sollte. Immerhin würde Bundestrainer Hansi Flick zwei Tage später den Kader für die WM in Katar bekanntgeben, Hummels machte sich berechtigte Hoffnungen.
"Ich habe für viele Dinge hart gearbeitet im Sommer und das ist eine Sache davon. Ich würde mich natürlich freuen. Ich liebe es, für Deutschland zu spielen", erklärte er. Hummels ergänzte: "Ich gehe davon aus, dass er (Flick, Anm. d. Red.) anruft. Egal, ob ich dabei bin oder nicht."
Flick rief an - um Hummels über die Nichtnominierung zu informieren. Der Innenverteidiger bezeichnete die Entscheidung später als "eine der größten Enttäuschungen" seiner Karriere, gab aber zu verstehen, dass er denjenigen, die mitfahren dürfen, ganz fest die Daumen drückt.
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Mats Hummels (l.) und Gregor Kobel - Borussia Dortmund
Fotocredit: Imago
Dass er besagte Enttäuschung einen Tag später offenbar noch nicht aus den Kleidern geschüttelt hatte, war offensichtlich. Hummels erlebte in Gladbach einen Abend zum Vergessen. Mehrfach ließ er sich von den schnellen Fohlen überlaufen, bisweilen wurde er schwindelig gespielt.
Doch damit nicht genug: Zwölf Minuten vor Schluss wurde der 33-Jährige ausgewechselt. Nicht ganz freiwillig, wie es schien. Hummels ging humpelnd vom Platz und fasste sich dabei immer wieder an die Leiste. Der Schlussakt einer Woche, die der Weltmeister von 2014 wohl gerne aus dem Kalender streichen würde.
2.) DFB-Duo düpiert
Im Gegensatz zu Hummels sind Schlotterbeck und Niklas Süle Teil des DFB-Trosses, der in wenigen Tagen gen Oman aufbricht, wo sich die Mannschaft auf das Turnier in Katar vorbereitet. Warum sie den Vorzug gegenüber ihrem Teamkollegen erhalten hatte, war gegen Gladbach allerdings nicht unbedingt ersichtlich.
Insbesondere Schlotterbeck, der seit seinem Wechsel nach Dortmund konstant inkonstant spielt, machte einen völlig desillusionierten Eindruck.
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Niklas Süle
Fotocredit: Getty Images
Der frühere Freiburger kam beinahe in jeder Situation zu spät, war immer, auch aufgrund schwachen Stellungsspiels, mindestens einen Schritt zu langsam. Folgerichtig war der Arbeitstag für ihn auch nach knapp einer Stunde beendet.
Doch auch Süle, zuletzt noch einer der Besseren und als Aushilfs-Rechtsverteidiger stets verlässlich, ließ sich von den Gladbachern ein ums andere Mal düpieren, der Ex-Münchner gewann lediglich ein Viertel seiner direkten Duelle.
Mit Blick auf die anstehende Weltmeisterschaft ein Bild, das bei Flick Sorgenfalten auslösen könnte, immerhin werden beiden Dortmundern gute Chancen auf einen Platz in der Startelf ausgerechnet. Es wartet also eine Menge (Aufbau)-Arbeit auf den Bundestrainer.
3.) Thurams Bayern-Bewerbungsschreiben mit Makel
17 Pflichtspiele, 13 Tore: So lautet die beeindruckende Bilanz von Gladbachs Stürmer Marcus Thuram.
Kein Wunder, dass die Gerüchteküche mittlerweile brodelt, der Franzose mit größeren Vereinen in Verbindung gebracht wird. Wie "Sport1" unlängst vermeldete, beschäftigt sich auch der FC Bayern mit dem Sohn von 1998er Weltmeister Lilian Thuram.
Demnach hätten die Münchner ihren Chefscout Markus Pilawa zum Rheinischen Derby nach Gladbach geschickt, um Thuram näher unter die Lupe zu nehmen. Seinerzeit markierte der 25-Jährige einen Treffer.
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Marcus Thuram ist vielumworben
Fotocredit: Getty Images
Gegen Dortmund traf Thuram ebenfalls, der Offensivmann war ein ständiger Unruheherd und wirbelte die BVB-Hintermannschaft mehrmals ordentlich durcheinander. Ansprechende Technik, herausragender Antritt und eine enorm hohe Endgeschwindigkeit dürfen als erneut sehr gelungenes, gar spektakuläres Bewerbungsschreiben verstanden werden.
Allerdings: Thuram verlor mehrfach in aussichtsreicher Position die Nerven vor des Gegners Tor. In der 52. Minute verpasste er nach feinem Pass in die Schnittstelle die Entscheidung, eine Viertelstunde vor Schluss setzte er den Ball – erneut völlig freistehend - an Kobels Kasten vorbei.
Ganz gleich, ob die Bayern tatsächlich ernsthaftes Interesse an einer Verpflichtung zeigen - Thuram spielt die wohl beste Saison seiner bisherigen Karriere – und sich damit in die Notizbücher etlicher Spitzenklubs.
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Quelle: Eurosport
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