Drei Dinge, die bei BVB - Werder Bremen auffielen: Der denkwürdige Sechs-Minuten-Kollaps von Borussia Dortmund

Was für eine Begegnung im Signal Iduna Park: Borussia Dortmund sah bis zur 89. Minute als sicherer Sieger aus, gab gegen Aufsteiger Werder Bremen aber noch alles aus der Hand. Am Ende jubelten die Hanseaten verdientermaßen über einen denkwürdigen 3:2-Erfolg. Auch, weil Trainer Ole Werner ein magisches Händchen bewiesen hatte. Ein BVB-Neuzugang hing hingegen in der Luft. Drei Dinge, die auffielen.

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Quelle: Perform

Alles war für die Stürmung der Tabellenspitze angerichtet: Mit zwei Siegen aus zwei Spielen im Rücken empfing Borussia Dortmund am Samstagnachmittag Aufsteiger Werder Bremen.
Obwohl die Hanseaten ein hervorragendes Auswärtsspiel boten, deutete lange alles auf einen glücklichen BVB-Sieg hin. Julian Brandt (45.+2) und Raphael Guerreiro (77.) hatten mit ihren Treffern die Weichen auf perfekten Saisonstart gestellt.
Doch kurz vor Abpfiff begann der Werder-Wahnsinn - Neuzugang Lee Buchanan brachte den SVW wieder heran (89.), ehe Niklas Schmidt zum umjubelten Ausgleich traf (90.+3). Oliver Burke, ebenfalls im Sommer an die Weser gewechselt, setzte dem Ganzen schließlich mit seinem satten Schuss ins kurze Eck die Krone auf (90.+5). Ein geschichtsträchtiger Bundesliga-Moment. Noch nie zuvor hatte eine Mannschaft nach der 89. Minute noch drei Treffer erzielt.
Dortmunds Neuzugang Anthony Modeste war beim Sechs-Minuten-Spektakel nicht mehr mit von der Partie, der Angreifer musste in der 81. Minute Platz für Youssoufa Moukoko machen. Ein folgerichtiger Wechsel, immerhin hatte der Ex-Kölner während seines Einsatzes keinerlei Land gesehen.
Drei Dinge, die auffielen.

1. Dortmunds denkwürdiger Sechs-Minuten-Kollaps

Die BVB-Akteure schritten im Anschluss an die Niederlage gesammelt vor die Südtribüne, in den Gesichtern der Protagonisten war pure Ratlosigkeit auszumachen. Wie kann einem Team, das mit hohen Ansprüchen aufwartet, derart Kurioses widerfahren?
Eine Minute vor Ablauf der regulären Spielzeit lief zumindest ergebnistechnisch noch alles nach Plan, spielerisch hatte der Vizemeister bis dato bereits Schwächen offengelegt. Ein 2:0 trotz Unzulänglichkeiten über die Zeit zu bringen, wäre eigentlich genau das gewesen, was man von einer Spitzenmannschaft erwartet.
Doch binnen sechs Minuten kollabierte Edin Terzics Truppe: Buchanans Tor brachte die BVB-Profis aus dem Konzept, Schmidts Kopfball zum Ausgleich paralysierte die Elf und Burkes Kracher löste eine komplette Schockstarre aus.
Eine tatsächlich verdiente Niederlage, die Art und Weise sorgte aber für kollektive Unverständnis. "Wir hatten keine Kontrolle über das Spiel. Es war viel zu wild, wir haben heute nicht gut gespielt", sagte Marco Reus nach Abpfiff.
Trainer Terzic wurde deutlicher. "Man muss ehrlich sagen: Es war eine verdiente Niederlage und eine sehr schwache Leistung von uns. Wie wir uns am Ende die Tore fangen, ist brutal dämlich und ärgerlich."
Dem war nichts hinzuzufügen.

2. Werners magische Hände

Ole Werner gilt als nüchterner, ruhiger Charakter - typisch norddeutsch, möchte man meinen. Doch dieser Samstagnachmittag brachte selbst das kalte Blut Holsteiners ganz offensichtlich in Wallung. Werner jubelte, brüllte die Freude heraus, war kaum zu bändigen.
Als er sich wieder etwas gefangen hatte, trat er vor das "Sky"-Mikrofon und analysierte: "Da ist am Ende natürlich auch etwas Glück dabei. Über 90 Minuten war es nicht unverdient. Die letzten Minuten waren pure Emotionen, das war Wahnsinn. Das ist rational nicht zu erklären."
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Ole Werner (M.) wechselte am Samstag den Sieg ein

Fotocredit: Imago

Wahnsinn war rückblickend betrachtet auch, welch magisches Händchen Werner in der Schlussphase bewies. Mit Buchanan, Schmidt und Burke wechselte er drei Joker ein, die allesamt stachen. "Das Tor war der schönste Moment in meiner Fußballkarriere", frohlockte Schmidt nach dem Duell und schob nach: "Das sind pure Emotionen - das kann man gar nicht beschreiben."
Siegtorschütze Burke erklärte: "Ich habe eigentlich keine Worte, es war super." Er schob nach: "Es ist eines der besten Tore, die ich je gemacht habe. Ich bin wahnsinnig glücklich."

3. Modeste hängt in der Luft

Neuzugang Modeste stand nach seinem BVB-Debüt in Freiburg (3:1) zum zweiten Mal in Folge in der Startelf. Der Ersatz für Sébastien Haller (Hodenkrebs) fand gegen Bremen überhaupt nicht ins Spiel, wirkte zu keinem Zeitpunkt eingebunden.
Die ernüchternde Bilanz bis zu seiner Auswechslung in der 81. Minute: Zwölf Ballaktionen und eine Zweikampfbilanz von 12,5 Prozent (schlechtester Wert aller Dortmunder), zudem brachte der Mittelstürmer keinen einzigen Abschluss aufs gegnerische Tor zustande.
Allerdings: Modeste wurde von seinen Mitspielern auch nicht in Szene gesetzt, insgesamt lahmte das Dortmunder Offensivspiel. Keine Ideen, kein Überraschungsmoment, herausgespielte Chancen waren insgesamt rar. Die Tore resultierten aus zwei Einzelaktionen.
Bis Mannschaft und Modeste harmonieren, scheint es noch etwas zu dauern.
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Quelle: Perform

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