Drei Dinge, die bei Hoffenheim gegen Borussia Dortmund auffielen: Auch ein schöner Rücken kann entzücken

Neuntes Spiel, neunter Sieg im Jahr 2023: Borussia Dortmund setzt seine Erfolgsserie am Samstag bei der TSG Hoffenheim fort und grüßt nach dem 1:0 erstmals in dieser Saison von der Bundesliga-Tabellenspitze - zumindest bis Sonntag. Ein kurioses Tor von Julian Brandt sorgt für den Sieg des offensiv fahrlässigen BVB. Für Wirbel sorgt dagegen einmal mehr der VAR. Was uns in Sinsheim auffiel.

BVB-Coach Terzic tritt auf die Bremse: "Noch lange nicht fertig"

Quelle: Perform

Jude Bellingham und Nico Schlotterbeck rissen erleichtert die Arme nach oben und fielen sich erschöpft in die Arme, während es aus dem Gästefanblock "Deutscher Meister wird nur der BVB" hallte.
Die imposante Siegesserie von Borussia Dortmund geht weiter: Die Schwarz-Gelben grüßen nach dem umkämpften 1:0 (1:0)-Sieg bei der TSG Hoffenheim, dem neunten Erfolg im neunten Pflichtspiel des Jahres, zumindest bis Sonntagabend von der Tabellenspitze der Bundesliga.
"Das ist eine sehr starke Momentaufnahme", sagte Julian Brandt im Anschluss am "Sky"-Mikrofon. Der seit Wochen formstarke Nationalspieler erzielte kurz vor der Pause das goldene Tor (43.) für den BVB.
Drei Dinge, die uns beim Spiel TSG Hoffenheim gegen Borussia Dortmund auffielen.

1. Auch ein schöner Rücken kann entzücken

Brandt konnte sich ein verschmitztes Grinsen nicht verkneifen, als er von seinen Mannschaftskollegen jubelnd in Empfang genommen wurde.
Beim gebürtigen Bremer klappt im Kalenderjahr 2023 bislang einfach alles. Der 26-Jährige traf in jedem der vergangenen drei Bundesligaspiele und avancierte damit zum Gesicht des Dortmunder Aufschwungs. In Sinsheim setzte er seine Torserie fort - wenn auch auf äußerst kuriose Art und Weise.
Brandt zog seinen Kopf nach einer scharfen Freistoßflanke von BVB-Kapitän Marco Reus ein, bugsierte den Ball jedoch dem Rücken unhaltbar für TSG-Keeper Oliver Baumann in die Maschen zur Führung (43.). "Eine Prise Glück gehört einfach mit dazu", sagte der Torschütze, der allerdings hinterherschob: "Heute waren wir etwas ineffizienter als zuletzt."
In der Tat hatten die Westfalen genügend Möglichkeiten, um die Führung weiter auszubauen und damit den Dreier frühzeitig unter Dach und Fach zu bringen. Sage und schreibe 25 Abschlüsse - zwölf davon auf das gegnerische Tor - standen am Ende aufseiten der Gäste zu Buche. Einen weiteren Treffer durfte Dortmund jedoch nicht mehr bejubeln.
Trotz des Chancenwuchers wusste der BVB spielerisch nach einem Stotterstart in die Partie allerdings durchaus zu überzeugen. "Die Dortmunder gefallen mir richtig gut. Ich habe das Gefühl, dass sie merken, dass in diesem Jahr etwas drin ist", schwärmte "Sky"-Experte Dietmar Hamann im Anschluss.
Vielleicht sogar der Meistertitel? So weit wollte Brandt längst nicht gehen. "Es ist noch ein ganz, ganz langer Weg", trat der Nationalspieler auf die Bremse und ergänzte mit einem breiten Grinsen: "Man nimmt das gerne mit, gewinnen ist toll."
Egal, wie die Siege letztlich zustande kommen.
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Haben derzeit gut lachen: Julian Brandt (l.) und Marco Reus (Borussia Dortmund)

Fotocredit: Imago

2. Was VAR das denn?

Es lief die 51. Minute, als sich eine kollektive Verwunderung in der PreZero Arena breitmachte. Doch was war passiert?
Dortmunds Emre Can hatte Gegenspieler Kevin Akpoguma an der linken Strafraumgrenze des BVB-Tores zu Fall gebracht. Referee Martin Petersen entschied zunächst auf Freistoß für die TSG, bevor er von Videoschiedsrichter Daniel Schlager den Hinweis bekam, sich die Szene noch einmal selbst am Monitor anzuschauen.
Der Grund war für alle TV-Zuschauer schnell ersichtlich: Can hatte Akpoguma nicht außerhalb, sondern innerhalb des Sechszehners am rechten Bein getroffen - was einen Elfmeter zur Folge gehabt hätte. Pedersen schaute sich die Szene wieder und wieder am Bildschirm an, ehe er zu dem Entschluss kam, gänzlich gegen ein Foul zu entscheiden und die Partie stattdessen mit einem Schiedsrichterball fortzusetzen.
Eine Entscheidung, die bei den Hausherren für Unverständnis sorgte. "Akpo (Akpoguma; Anm. d. Red.) dreht ab, Can trifft ihn am Fuß - und was gibt es? Schiedsrichterball? Da kann man BVB-Fan oder Hoffenheim-Fan sein, aber Schiedsrichterball? Weiß ich nicht und verstehe ich auch nicht", wütete Hoffenheims Kevin Voigt.
Die Dortmunder sahen dies jedoch naturgemäß etwas anders. "Nein, es ist kein Elfmeter. Ich stehe, er steht, er nimmt den Kontakt viel später an, er kann ganz normal weitergehen. Deswegen hat es der Schiedsrichter gut entschieden", sagte der vermeintliche Übeltäter Can. BVB-Trainer Edin Terzic lobte darüber hinaus den Mut des Unparteiischen, seine Entscheidung zu revidieren.
Auch die Experten der Branche diskutierten über jene kontroverse Szene. "Can streichelt ihn nur von hinten an der Sohle. Ich verstehe, dass sich die Hoffenheimer ärgern, aber meiner Meinung nach war es die richtige Entscheidung", urteilte "Sky"-Experte Hamann. Ex-Profi Erik Meijer pflichtete bei: "Nicht jede Berührung ist ein Elfmeter."
Wenige Stunden nach Abpfiff meldete sich Schiedsrichter Petersen selbst zu Wort und schilderte seine Sicht der Dinge. "Auf dem Feld habe ich ein Schieben ausgemacht, dieses als strafwürdig erachtet und auf Freistoß entschieden", sagte er bei "Sky".
Der VAR habe dies überprüft und festgestellt, dass der Kontakt innerhalb des Strafraums stattgefunden habe und es zudem einen Kontakt am Fuß gegeben hätte, so Petersen weiter. "Ich habe mir das dann noch einmal angeschaut und gesehen, dass das Schieben nicht für einen Freistoß reicht. Und der Fußkontakt war eher ein Kontakt unterhalb der Sohle, der mir auch nicht ausgereicht hat. So bin ich dann zum Schiedsrichterball gekommen", erklärte der 37-Jährige.
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Schiedsrichter Martin Pedersen stand bei Borussia Dortmunds Sieg in Hoffenheim im Fokus

Fotocredit: Getty Images

3. Ein Spiel der Keeper

TSG-Kapitän Baumann trottete nach Abpfiff über den Rasen und tröstete seine völlig enttäuschten Teamkollegen. Dabei hatte der Keeper eigentlich selbst allen Grund, sich zu ärgern.
Schließlich lieferte der 32-Jährige am Samstag eine außergewöhnliche Leistung und hätte den BVB mit seinen zahlreichen Paraden (elf) um ein Haar um den Lohn ihrer Arbeit gebracht.
Der Schlussmann hielt seine Farben mit teils spektakulären Rettungsaktionen lange Zeit in der Partie und damit auch die Hoffnungen vom ersten Punktgewinn in der Liga seit dem 16. Spieltag am Leben. Sowohl die mangelnde Chancenverwertung als auch Baumanns Gegenüber Gregor Kobel, der ebenfalls glänzend aufgelegt war, verhinderten dies jedoch.
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Oliver Baumann (TSG Hoffenheim) streitet frustriert über den Platz - hinten jubeln Dortmunds Spieler

Fotocredit: Imago

Gerade in Halbzeit zwei bewahrte Kobel mit wichtigen Paraden und seiner Ruhe den BVB vor einem Gegentreffer.
"Es war kein einfaches Spiel. Wir haben das Glück strapaziert. Greg hat ein, zwei Mal gut gehalten", brachte es Brandt auf den Punkt. Der Matchwinner hob in diesem Zusammenhang allerdings einen Fortschritt innerhalb der Mannschaft hervor: "In der Vergangenheit haben wir solche Spiele oftmals verloren, da haben wir uns weiterentwickelt."
Auch Pellegrino Matarazzo, der auch in seiner dritten Partie als Hoffenheimer Trainer erfolglos blieb, nahm das Positive aus der Partie mit. "Wir haben ein gutes Spiel gemacht, auch die Torwartleistung war sehr gut. Besonders die zweite Halbzeit hat mir gut gefallen. Die Leistung nehmen wir mit", sagte er.
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Nagelsmann wehrt sich gegen Vorwürfe: "Völliger Blödsinn"

Quelle: Perform

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