FC Bayern: Alexander Nübel soll als Ersatz für Manuel Neuer aus Monaco zurückkehren - darum ist Ärger vorprogrammiert
Der FC Bayern will Alexander Nübel als Ersatz für den verletzten Manuel Neuer mit sofortiger Wirkung von der AS Monaco zurückholen. Das bestätigte der Berater des Ex-Schalkers. Allerdings erweist sich bereits die Beendigung des Leihgeschäfts als problematisch. Obwohl eine Rückkehraktion die naheliegendste Lösung für die Münchner ist, birgt sie ein großes Risiko. Schließlich droht ein Déjà-vu.
Ballack leidet mit Neuer: "Herber Verlust für FC Bayern"
Quelle: MagentaTV
Von einer besinnlichen Vorweihnachtszeit ist beim FC Bayern keine Spur.
Nach der Hiobsbotschaft, dass sich WM-Fahrer Lucas Hernández in Katar einen Kreuzbandriss zugezogen hat, folgte am vergangenen Sonntag der nächste große Schock: Manuel Neuer erlitt beim Skitourengehen einen Unterschenkelbruch und fällt mindestens für den Rest der Saison aus.
Zweifelsohne ein herber Rückschlag für die Triple-Mission des deutschen Rekordmeisters, die ab dem Frühjahr so richtig Fahrt aufnehmen soll.
Aufgrund der Tatsache, dass neben Routinier Sven Ulreich, der Neuer bereits in der Hinrunde vertreten hatte, mit Youngster Johannes Schenk nur noch ein Torwart mit Regionalliga-Erfahrung bereitsteht, verwundert es kaum, dass die Bayern dem Vernehmen nach Ausschau nach einem Ersatz halten.
Nachdem in den vergangenen Tagen zahlreichen Namen rund um die Säbener Straße geisterten - Dominik Livakovic, Keylor Navas und Yann Sommer sind an dieser Stelle zu nennen - zeichnet sich nun eine Wunschlösung ab: Alexander Nübel, der noch bis Sommer 2023 an die AS Monaco ausgeliehen ist, soll bereits im Winter nach München zurückkehren.
Nübel-Rückkehr zum FC Bayern: Gibt Monaco klein bei?
"Ja, die Bayern wollen Alexander zurückholen und haben mich darüber informiert", bestätigte Nübels Berater Stefan Backs gegenüber "Sky" und führte aus: "Es liegt jetzt vor allem an den Vereinen, eine Einigung zu finden."
Ein Abkommen dürfte sich jedoch alles andere als einfach gestalten. Immerhin ist der ehemalige Schalker die unangefochtene Nummer eins bei den Monegassen, die sich im Falle eines Abgangs wiederum nach einer Alternative umsehen müssten. Einem Bericht der "L'Équipe" zufolge soll der Tabellensechste der Ligue 1 daher bei einem vorzeitigen Leih-Ende eine Entschädigung fordern.
"Monaco hat darüber nachgedacht, ihn zu behalten, weil es sehr schwierig ist, einen guten Torhüter zu finden. Er ist bis zum Ende der Saison ausgeliehen, aber die Bayern werden das letzte Wort haben", erklärt Fußball-Experte Julien Pereira von Eurosport in Paris.
Im Kampf um die internationalen Plätze wäre ein Abgang Nübels ein Schlag ins Kontor für die AS.
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Alexander Nübel im Trikot der AS Monaco
Fotocredit: Getty Images
Nübel: Viel Lob, aber auch Kritik aus Frankreich
"Alex macht hier einen Super-Job, er hat uns schon viele Spiele gerettet, wichtige Dinger gehalten. Er hat in Monaco nochmal einen großen Schritt nach vorne gemacht", betonte Nübels Teamkollege Kevin Volland vor wenigen Wochen gegenüber der "Sport Bild". Der Schlussmann hielt in der laufenden Saison sechsmal seinen Kasten sauber (in 23 Partien) und zeigte nach einem schweren Start in Monaco zuletzt aufsteigende Form.
AS-Coach Philippe Clement prophezeite seinem Schützling gar eine große Zukunft: "Er kann sich in den nächsten zwei Jahren noch weiter verbessern, um zu den zehn besten Torhütern Europas zu gehören."
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Alexander Nübel (l.) und Monaco-Coach Philippe Clement
Fotocredit: Imago
Obwohl Eurosport-Experte Pereira bestätigte, dass sich Nübel seit seiner Ankunft im Fürstentum stark verbessert habe, sieht er nach wie vor großes Steigerungspotential. "Am Anfang waren seine Leistungen nahezu katastrophal. In dieser Saison hat er oft solide agiert, aber er macht immer noch große Fehler in puncto Stellungsspiel und Strafraumbeherrschung. Für einen Klub wie Monaco ist er noch nicht zuverlässig genug", konstatierte er.
Eignet sich der ehemalige Schalker somit überhaupt als Neuer-Vertreter? "Vorübergehend schon. Neuer war in den vergangenen Monaten auch nicht mehr ganz fehlerfrei, aber langfristig hat er einfach nicht das Niveau für einen der Top-3-Klubs in Europa", lautet das Urteil von Pereira.
Funkstille zwischen Nübel und Bayern-Torwarttrainer Tapalovic
Damit es jedoch zu einer Rückholaktion kommt, müssen noch ein paar Probleme aus dem Weg geräumt werden.
Eins davon ist Nübels Beziehung zu Bayerns Torwarttrainer Toni Tapalovic, die als belastet gilt. "Es gibt kein Verhältnis, keinen Austausch mit Tapalovic", verriet Nübels Berater Backs jüngst der "AZ". Der gebürtige Gelsenkirchener zählt zu Neuers engsten Vertrauten.
Ohnehin hatte Nübel seine Bedingungen für eine Wiederkehr nach München bereits in der jüngeren Vergangenheit klar und deutlich kommuniziert. "Auf keinen Fall kommt für mich infrage, dass ich zurückkomme, wenn Manu noch da ist. Das mache ich sicher nicht, das kann ich ausschließen, dass ich mich bei Bayern noch einmal auf die Bank setze", bekräftigte er gegenüber dem "Kicker".
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Alexander Nübel (v.) und Manuel Neuer
Fotocredit: Getty Images
Nübel droht Déjà-vu in München
Genau das könnte dem 26-Jährigen ab dem kommenden Sommer allerdings wieder blühen. Es ist nur schwer vorstellbar, dass Kapitän Neuer nach überstandener Verletzung freiwillig für seinen Kontrahenten Platz machen wird.
Für Nübel, dessen Vertrag in München noch bis 2025 datiert ist, würde sich somit erneut die Frage stellen, ob er sich in der bayerischen Landeshauptstadt durchbeißen und gegebenenfalls mit einem erneuten Leihgeschäft die Zeit bis zu einem möglichen Karriereende Neuers (36/Kontrakt bis 2024) überbrücken will oder endgültig die Reißleine zieht.
Eben jene Szenarien gilt es nun für Nübel und seine Entourage durchzuspielen. "Neuer und Nübel zusammen bei Bayern - das funktioniert nicht", betonte Backs und ergänzte: "Für Alexander ist es wichtig zu wissen, was seine Perspektive ist."
Ehe dies nicht geklärt ist, steht eine Einigung in den Sternen. Den Verantwortlichen des Rekordmeisters stehen somit noch stressige Tage in der ohnehin chaotischen Vorweihnachtszeit bevor.
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