FC Bayern: Noussair Mazraoui macht gegen Werder Bremen auf sich aufmerksam: Tuchels Ass im Meisterrennen?

Vor wenigen Wochen bemängelte Noussair Mazraoui noch, er würde sich beim FC Bayern vergessen fühlen. Nun spielt der Außenverteidiger plötzlich wieder eine wichtige Rolle beim Rekordmeister. Gegen Werder Bremen (2:1) überzeugte der Marokkaner vollends und schickte im Anschluss eine Kampfansage an den BVB. Doch handelt es sich dabei nur um ein Zwischenhoch oder wird Mazraoui gar zur Dauerlösung?

Noussair Mazraoui (FC Bayern) bejubelt den Sieg bei Werder Bremen

Fotocredit: Getty Images

Plötzlich ist er wieder wichtig.
Noussair Mazraoui stand beim 2:1 gegen den SV Werder Bremen zum zweiten Mal in Folge in der Startelf. Der Marokkaner zahlte dies mit Leistung zurück. Er hatte 92 Ballkontakte, gewann 71 Prozent seiner Zweikämpfe und hatte eine Passquote von 89 Prozent. Das Wichtigste: Er bereitete mit einem starken Zuspiel auf Leroy Sané das 2:0 vor.
Dementsprechend glücklich war er nach Spielende, als er sich den Fragen der Journalisten stellte. "Eine Vorlage ist für mich als Rechtsverteidiger etwas, was mich noch einmal extra glücklich macht. Das ist etwas, womit ich dem Team helfen kann", sagte der 25-Jährige auf Englisch. "Und wenn man betrachtet, dass dies in der entscheidenden Phase der Meisterschaft passiert, dann ist es für mich und mein Selbstvertrauen besonders wichtig."
Es ist noch gar nicht so lange her, da war die Gefühlslage noch eine völlig andere. Mitte März bemängelte er im Gespräch mit der "Bild" seine Situation. "Ich habe mich in der Hinrunde in die erste Elf gekämpft, gezeigt, was ich kann und bin zurückgekommen nach meiner Herzbeutel-Entzündung. Nun fühlt es sich an, als wäre ich - auch wenn das ein großes Wort ist - vergessen worden."

Mazraoui sorgt bei der WM mit Marokko für Furore

Mazraoui wechselte im vergangenen Sommer ablösefrei von Ajax Amsterdam zum FC Bayern und erlebt seitdem einen schwankenden Saisonverlauf. Unter Julian Nagelsmann erarbeitete er sich nach einigen Wochen Eingewöhnungszeit einen Stammplatz, spielte daraufhin sogar eine überragende Weltmeisterschaft und erreichte mit Marokko das Halbfinale.
Das Kalenderjahr 2023 verlief allerdings unglücklich für ihn. Kurz nachdem er seine Herzmuskelentzündung überwunden hatte, erfolgte beim FC Bayern der Trainerwechsel.
Zuerst bekam Mazraoui kaum eine Chance unter Tuchel, ehe die Personalsorgen in der Verteidigung, insbesondere die Verletzung von Alphonso Davies, zu einem Umdenken führten.
picture

Achraf Hakimi, Munir El Kajoui und Noussair Mazraoui (von links) sorgten bei der WM mit Marokko für Furore

Fotocredit: Getty Images

Mazraoui: "Emotionen gehen rauf und runter"

Wie er seine eigene Situation nun bewertet? "Oh, Fußball ist ein seltsamer Sport. Ich denke, das ist auch der Grund, warum so viele Fans Fußball lieben. An einem Tag bist du der schlechteste Spieler und in einer anderen Woche spielst du dann wieder, machst das gut, bereitest ein Tor vor und bist wieder happy. Die Emotionen gehen rauf und runter."
Die Situation könnte sich erneut verändern, wenn andere Verteidiger wie Dayot Upamecano, Josip Stanisic, Alphonso Davies oder der Langzeitverletzte Lucas Hernández wieder einsatzfähig sind.
Mazraoui weiß dies realistisch einzuschätzen: "Natürlich spiele ich momentan, weil wir einige Verletzte in der Mannschaft haben. Aber ich sage jedem im Club und auch den Trainern, dass ich bereit bin, wenn sie mich brauchen. Ich denke, das war auch heute so."

Mazraoui mit Kampfansage an Dortmund: "Sie spüren den Druck"

Mit Ajax Amsterdam gewann Mazraoui dreimal die niederländische Meisterschaft. Jetzt trennen ihn (maximal) noch drei Siege von seiner ersten Meisterschaft in Deutschland. Mit dem Sieg in Bremen hat der FC Bayern im Meisterschaftskampf gegen Borussia Dortmund, die am Sonntag (17:30 Uhr im Liveticker) auf den VfL Wolfsburg treffen, vorgelegt.
"Ich denke, sie spüren den Druck", sagte er in Richtung BVB. "Aber das ist nicht nur bei denen so. Das gilt für beide Teams. Du hast zu gewinnen, das ist die einzige Option. Wir haben jetzt gewonnen und hoffen jetzt, dass sie den Druck spüren und ein paar Punkte liegen lassen."
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung