FC Bayern: Sadio Mané und João Cancelo im Formtief - Julian Nagelsmann auf der Suche nach dem Masterplan
Alarmstufe Rot beim FC Bayern Münchner: Der Rekordmeister kassiert bei Bayer Leverkusen eine empfindliche Niederlage (1:2) und grüßt erstmals in dieser Saison nicht von der Tabellenspitze. Speziell die Performance von Sadio Mané und João Cancelo bereitet Sorgen. Das Star-Duo fällt in Leverkusen deutlich ab und stellt Trainer Julian Nagelsmann vor eine knifflige Aufgabe.
Nagelsmann bedient aber einsichtig: "Haben verdient verloren"
Quelle: Perform
Hasan Salihamidzic holte den Vorschlaghammer raus.
"Das war das nicht das, was Bayern München bedeutet. Wir haben alles vermissen lassen. Haben uns von einer Mannschaft, die am Donnerstag noch gespielt hat, überrennen lassen. Bayer war in allen Belangen besser", polterte der Sportdirektor des FC Bayern nach der 1:2-Niederlage am Sonntag bei Bayer Leverkusen am "DAZN"-Mikrofon.
Beim deutschen Rekordmeister herrscht vor der entscheidenden Saisonphase Alarmstufe Rot. Erstmals in dieser Spielzeit grüßt der amtierende Meister nicht von der Tabellenspitze, sondern muss Titelrivale Borussia Dortmund ausgerechnet vor dem direkten Duell am 1. April (18:30 Uhr im Liveticker) in der Allianz Arena den Vortritt lassen.
Viel mehr als die neuerliche Niederlage selbst schmerzte jedoch der blutleere Auftritt in Leverkusen, wie der sichtlich ernüchterte Trainer Julian Nagelsmann betonte: "Wir waren außer vielleicht in den letzten zehn Minuten die schlechtere Mannschaft."
Mané und Cancelo ausgewechselt
Zu diesem Zeitpunkt waren Sadio Mané und João Cancelo, die aus Sicht der Münchner eigentlich in genau solch bedeutsamen Partien den Unterschied machen sollen, schon längst nicht mehr auf dem Platz.
Sowohl der ehemalige Liverpool-Star als auch die Leihgabe von Manchester City fielen am Sonntag leistungstechnisch ab, weshalb Nagelsmann beide bereits zur Halbzeit auswechselte.
Gerade Mané ist der Rost nach seiner Knie-Operation im Spätherbst des vergangenen Jahres und der damit verbundenen rund dreimonatigen Auszeit noch deutlich anzumerken. Von etwaigen herausragenden Leistungen wie in der Hinserie (elf Tore und vier Vorlagen in 23 Pflichtspielen) ist der 30-Jährige noch ein großes Stück entfernt.
Mané nach Verletzungspause mit Luft nach oben
Dabei hatte Mané eine Woche zuvor bei seinem Startelf-Comeback gegen den FC Augsburg (5:3) durchaus gute Ansätze gezeigt und sogar eine Torvorlage gegeben. Davon war in Leverkusen jedoch nichts mehr zu sehen.
Lediglich acht Ballkontakte verbuchte Afrikas Fußballer des Jahres in der Sturmspitze neben Thomas Müller - nicht gerade ein Empfehlungsschreiben für die entscheidenden Wochen nach der Länderspielpause.
"Choupo-Moting hat für mich gefehlt. Wenn er spielt, ist die Aufteilung dahinter besser", bilanzierte daher "DAZN"-Experte Michael Ballack.
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Sadio Mané (FC Bayern) im Spiel gegen Bayer Leverkusen
Fotocredit: Getty Images
Cancelo: Verwirrspiel in Leverkusen
Apropos Aufteilung: Die stimmte beim FC Bayern in Leverkusen auch gegen den Ball nur bedingt.
Zunächst vertraute Nagelsmann auf ein 3-1-4-2-System, in dem Cancelo als rechter Schienenspieler agierte. Nach nicht einmal zehn Minuten warf der Bayern-Trainer seinen Plan jedoch über den Haufen und stellte von einer Dreier- auf eine Viererabwehrkette um.
Cancelo hätte somit um eine Position nach vorne rücken und einen "rechten Zehner", wie es Nagelsmann nannte, geben sollen. Jene taktische Änderung kam beim Portugiesen allerdings nicht richtig an. "Er (Cancelo; Anm. d. Red.) hätte höher verteidigen müssen, da hat die Kommunikation nicht ganz gepasst. Da hing er oft sehr tief", bemängelte Nagelsmann.
Cancelo passt noch nicht ins System
Jenes Verwirrspiel passt in das bislang recht unglückliche Engagement von Cancelo in München. Nach einem vielversprechenden Start war der Portugiese zuletzt nur noch außen vor und musste auch zuletzt im wichtigen Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Paris Saint-Germain (2:0) auf der Bank Platz nehmen.
Obwohl er in Leverkusen die Führung mit einer Flanke einleitete, ist Cancelo bis dato nicht die erhoffte Verstärkung, auch, weil er nach rund zwei Monaten in der bayerischen Landeshauptstadt noch nicht in das System passt.
"Cancelo und Pavard stehen sich beide ein bisschen zu sehr auf den Füßen. Cancelo ist für mich damit ein bisschen verschenkt", sagte Ballack.
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João Cancelo (FC Bayern) während des Spiels gegen Bayer Leverkusen
Fotocredit: Imago
Bayern braucht Mané und Cancelo in Topform
Nicht nur im Hinblick auf den Bundesliga-Titelkampf mit dem BVB, sondern speziell in der Champions League gegen Manchester City, können die Bayern die Qualitäten von Mané und Cancelo, die beide eine Vorgeschichte mit den Skyblues haben, mehr als gut gebrauchen.
Immerhin weiß Mané aus seiner Zeit in der Premier League, wie der Abwehrriegel der Citizens zu knacken ist (zehn Tore in 19 Partien). Cancelo dagegen wird darauf brennen, Pep Guardiola zu beweisen, dass es ein Fehler war, ihn im Winter ziehen zu lassen.
Für Nagelsmann gilt es somit nun einen Weg zu finden, um die Stärken der beiden Stars auf dem Platz bestmöglich zum Tragen zu bringen. "Die Frage, die sich Bayern stellen muss, ist die Ausrichtung. In welcher Formation spielt die Mannschaft am besten? Und da ist der Trainer meiner Meinung nach noch nicht hundert Prozent angekommen", erklärte Ex-Bayern-Profi Ballack.
Seiner Meinung nach müsse in den schwierigen Partien die "Top-Mannschaft" in der "Top-Ausrichtung" spielen.
Viel Zeit um diese zu finden, bleibt Nagelsmann jedoch nicht. Schließlich werden auch die Bosse langsam nervös, wie die Predigt von Salihamidzic beweist.
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Quelle: Perform
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