FC Bayern - Thomas Tuchel hat mit de Ligt und Pavard zwei Wunschspieler im Kader: Abwehr-Glück auf Umwegen
Unter großem medialen Rummel hat Thomas Tuchel am Dienstag erstmals das Training des FC Bayern München geleitet. Dabei musste der neue Trainer des deutschen Rekordmeisters wegen der Länderspielpause auf etliche prominente Akteure verzichten. Auch Matthijs de Ligt und Benjamin Pavard weilten noch bei ihren Nationalmannschaften. Doch das Duo dürfte dennoch gute Karten bei Tuchel haben.
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Quelle: Omnisport
Das plötzliche Aus von Trainer Julian Nagelsmann kam nicht nur für Fans und Medien überraschend, auch seine Spieler, einige davon waren zur Zeitpunkt der ersten Meldungen und späteren Bestätigung durch den FC Bayern auf Länderspielreise, zeigten sich erstaunt über die Entscheidung des Klubs.
Joshua Kimmich und Leon Goretzka drückten nach dem Länderspiel gegen Peru (2:0) am Sonntag im "ZDF" und in der Mixed Zone ihr Unverständnis aus, andere, beispielsweise Thomas Müller oder Leroy Sané, dankten ihrem (ehemaligen) Trainer via Instagram für die Zusammenarbeit und wünschten Nagelsmann für die Zukunft alles Gute.
Auch Benjamin Pavard widmete dem 35-Jährigen, der am Freitag offiziell freigestellt worden war, einen Social-Media-Post. "Danke für die Reise, Coach", schrieb der Franzose auf seinem Kanal: "Ich wünsche Dir nur das Beste." Auch Co-Trainer Dino Toppmöller, ebenfalls entlassen, wurde von Pavard nicht vergessen. "Mein Mann", lautete der Text unter einem Bild, das den Verteidiger und Toppmöller zeigte. "Danke für alles, top Typ – top Coach."
Toppmöller galt als enger Vertrauter Pavards. Dass der ehemalige Stuttgarter derart emotional auf den Rauswurf reagierte, dürfte kein Zufall sein. Unter Nagelsmann und dessen Assistent Toppmöller avancierte der 27-Jährige in den vergangenen Monaten wieder zu einer enorm wichtigen Stütze im Spiel der Münchner. Der Grund: Nagelsmann hatte zum Jahreswechsel von Vierer- auf Dreierkette umgestellt und Pavard auf dessen "Lieblingsposition", nämlich die des rechten Innenverteidigers, eingesetzt.
Auch de Ligt mit guter Entwicklung
Pavard, zuvor meistens als Aushilfs-Rechtsverteidiger gefragt, zahlte das Vertrauen mit starken Leistungen zurück. Zuletzt steuerte er beim 5:3-Sieg gegen den FC Augsburg seinen ersten Doppelpack im Bayern-Trikot bei. Ein möglicher Abgang, mit dem er zuvor noch – teils öffentlich – kokettiert hatte, schien mit einem Mal vom Tisch.
Neben Pavard entwickelte sich auch Matthijs de Ligt, der im Sommer vom italienischen Spitzenklub Juventus an die Isar gewechselt war, prächtig im neuen System. Hatte der Niederländer zu Beginn seines FCB-Engagements noch mit einigen Problemen zu kämpfen, spielte er sich im weiteren Saisonverlauf mehr und mehr im Abwehrzentrum fest.
De Ligt findet Nagelsmann-Aus "schade"
Auch er bedauerte im Rahmen der Länderspielreise, dass Nagelsmann die Trainerbank räumen musste. "Ich war überrascht", gestand er im Anschluss an den 3:0-Sieg der niederländischen Nationalmannschaft über Gibraltar. De Ligt ergänzte: "Wir sind Zweiter in der Liga, im Viertelfinale des Pokals und der Champions League." Man könne also noch immer alles aus eigener Kraft gewinnen.
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Julian Nagelsmann (l.) und Matthijs de Ligt
Fotocredit: Imago
Er halte den Entschluss der Bayern-Bosse dementsprechend für "hart". Aber, so sein Fazit, "der Fußball ist eine sehr harte Welt." Er habe Nagelsmann, dessen Freistellung er "schade" finde, in einer persönlichen Nachricht noch einmal gedankt. Dass nach seiner Rückkehr in die bayrische Landeshauptstadt Thomas Tuchel verantwortlich zeichnet, scheint dem Elftal-Star aber zu gefallen.
"Jetzt haben wir einen Trainer mit sehr viel internationaler Erfahrung. Mal sehen, wie es laufen wird", sagte de Ligt. Allzu große Sorgen, dass das Dasein als Stammkraft aufgrund des Trainerwechsels ein jähes Ende findet, müssen sich weder de Ligt noch Pavard machen.
Tuchel wollte de Ligt und Pavard im Sommer
Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wollte Tuchel das Duo im vergangenen Sommer zu seinem damaligen Arbeitgeber FC Chelsea lotsen. Laut "Bild" überzeugte der Ex-BVB-Übungsleiter den neuen Besitzer Todd Boehly, sich intensiv um de Ligts Dienste zu bemühen. Allerdings biss der US-Amerikaner auf Granit. Die Alte Dame soll demnach recht schnell klar gemacht haben, dass sie prinzipiell zwar gesprächsbereit sei, de Ligt aber ausschließlich einen Transfer zum FC Bayern forciere.
So kam es bekanntlich. De Ligt heuerte beim Bundesliga-Primus an, die Bayern überwiesen im Gegenzug knapp 70 Euro nach Turin. Tuchels Vorhaben, Pavard an die Stamford Bridge zu holen, soll von Boehly hingegen weniger goutiert worden sein. Stattdessen warben die Blues erfolglos um Jules Koundé vom FC Sevilla, der sich schließlich mit dem FC Barcelona einigte.
Doch nicht nur der Umstand, dass Tuchel offenbar ein Fan der beiden ist, dürfte etwaige Bankplatz-Sorgen bei de Ligt und Pavard minimieren – der gebürtige Krumbacher setzte bei seinen früheren Stationen regelmäßig auf eine Dreierkette, bei Chelsea bevorzugte er bis zu seiner Entlassung im September vergangenen Jahres ein 3-4-2-1-System.
Dass er zunächst bei Bayern nicht von seiner Philosophie, die der Nagelsmann'schen Grundordnung nicht unähnlich ist, abrücken werde, deutete er bei seiner Vorstellung an. "Es ist nicht die Zeit für große Wechsel in der Systematik oder große Wechsel in den Abläufen", sagte er mit Blick auf sein Debüt am Samstagabend gegen Borussia Dortmund (18:30 Uhr im Liveticker). Tuchel ergänzte: "Weniger ist mehr."
Eine weitere positive Nachricht für de Ligt und Pavard, die unter dem neuen Coach mit guten Karten starten. Immerhin hat Tuchel mit ihnen - über Umwege - plötzlich zwei Wunschspieler im Kader.
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Football : Tuchel's Bayern train as 'Der Klassiker' approaches
Quelle: SNTV
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