Borussia Dortmund - Niclas Füllkrugs Kritik hallt nach: Für Edin Terzic stehen Wochen der Wahrheit an

Borussia Dortmund gab eine Woche nach dem schwachen Auftritt gegen den FC Bayern (0:4) auch beim VfB Stuttgart ein erschreckendes Bild ab – und war mit dem 1:2 noch einigermaßen gut bedient. Niclas Füllkrug fand im Nachgang deutliche Worte, die mitunter als Kritik am eigenen Trainer interpretiert wurden. Edin Terzic stehen knifflige Aufgaben bevor – vor allem mit Blick auf den Spielplan.

Brisantes Füllkrug-Interview: "Auf vielen Ebenen nicht gepasst"

Quelle: Perform

Niclas Füllkrug schlich am frühen Samstagabend in Richtung "Sky"-Mikrofon. Die menschgewordene Desillusion.
Tatsächlich hatte der Angreifer allen Grund, enttäuscht zu sein. Knapp war die Niederlage (1:2) eigentlich nur auf der Anzeigetafel, während der 90 Minuten hatte Borussia Dortmund dem VfB Stuttgart kaum etwas entgegenzusetzen, Torhüter Gregor Kobel verhinderte mit einem gehaltenen Elfmeter und vielen weiteren Paraden eine höhere Pleite.
Es war nach dem 0:4 gegen den FC Bayern der zweite Bundesliga-Dämpfer binnen einer Woche. Der Rückstand auf Tabellenführer Bayer Leverkusen beträgt nach elf Spielen schon zehn Zähler.
"Wir haben gar keinen Zugriff aufs Spiel bekommen und vieles vermissen lassen", haderte Füllkrug im Anschluss an die Partie. Er schob nach: "Vielleicht haben wir nicht den perfekten Ansatz gehabt, um das Spiel heute zu spielen." Aussagen, die als Kritik an Trainer Edin Terzic gedeutet wurden. Nachvollziehbarerweise – wer, wenn nicht der Coach, legt denn den "Ansatz" fest?

Terzic weist Kritik von sich

Kein Wunder, dass Terzic sofort in den Verteidigungsmodus schaltete, als er mit Füllkrugs Ausführungen konfrontiert wurde. "Da gehe ich nur bedingt mit", sagte Terzic: "Mit der gleichen Aufstellung haben wir vor ein paar Tagen gegen Newcastle bewiesen, dass wir es anders können." Das stimmt, beim 2:0 in der Champions League über die Magpies hatte der BVB eine weitestgehend ansprechende Leistung gezeigt.
Dies gilt jedoch nicht als Garantie, dass es wenige Tage später erneut klappt. Etliche Dortmunder wirkten im Schwabenländle noch ausgelaugt vom Duell mit den Engländern.
Füllkrug vs. Terzic, die Geschichte wurde freilich als Scharmützel zwischen Spieler und Trainer gewertet. Dabei wollte der ehemalige Bremer seine Ausführungen offenbar gar nicht als Angriff auf den Übungsleiter verstanden wissen. Wie die "Bild" berichtet, zeigte sich der 30-Jährige erschrocken über die Interpretation seiner Worte. Er habe nicht Terzic, sondern die Mannschaft kritisiert.

Füllkrugs Rundumschlag hallt nach

Dennoch hallte Füllkrugs Rundumschlag nach, seine Worte waren nunmal in der Welt, ließen sich nicht mehr einfangen. In den Sozialen Medien wurde eifrig diskutiert, Terzic nicht selten infrage gestellt. Insgesamt wussten die Schwarz-Gelben spielerisch in dieser Saison nur selten zu überzeugen, bis zum Debakel gegen Bayern stimmten aber immerhin die Ergebnisse.
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Niclas Füllkrug war mächtig angefressen

Fotocredit: Imago

Nicht nur Teile der Anhängerschaft, auch Chefkritiker Dietmar Hamann zählt Terzic mittlerweile an. "Terzic muss man kritisch sehen", sagte der TV-Experte im Gespräch mit der "Bild". Hamann weiter: "Ich glaube, dass der Kader viel besser als das ist, was sie gestern gezeigt haben."
In Stuttgart hatte der frühere Bayern-Profi eine "unterirdische Halbzeit" gesehen. Aktuell wisse man einfach nicht, was man bekomme, wenn die Dortmunder auf dem Platz stehen.

BVB mit Kracher-Programm

Mangelnde Konstanz, die in Teilen auch dem Trainer anzulasten ist. Terzic stehen nach der Länderspielpause jedenfalls enorm schwierige Wochen ins Haus – vor allem mit Blick auf die kommenden Aufgaben.
Nach der Länderspielpause gastiert Borussia Mönchengladbach (25. November) im Signal Iduna Park, richtig knackig werden dann die anschließenden Auswärtsreisen. Zunächst bekommt es Dortmund mit der AC Mailand (28. November) zu tun, ehe das Bundesliga-Spitzenspiel in Leverkusen (3. Dezember) und das DFB-Pokal-Duell beim VfB (6. Dezember) anstehen. Danach warten übrigens RB Leipzig (9. Dezember) und Paris Saint-Germain (13. Dezember).
Für Terzic stehen also die Wochen der Wahrheit an. Ob Füllkrugs Kritik, egal an wen sie letztlich gerichtet war, Früchte trägt, bleibt abzuwarten. Sollte sich der Negativtrend fortsetzen, dürfte es allerdings noch ungemütlicher werden.
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Terzic gibt nach Pleite zu: BVB verfällt in alte Muster

Quelle: Perform

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