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Borussia Dortmund: Wackliger Start des BVB offenbart Schwachstellen – Kapitän Can außer Form, Terzic in der Zwickmühle
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Publiziert 28/08/2023 um 21:19 GMT+2 Uhr
Borussia Dortmund erlebt einen durchwachsenen Start in die neue Saison. Dabei sorgt nicht einmal die Ausbeute von vier Punkten aus den ersten zwei Spielen für Sorgenfalten. Bei den Schwarz-Gelben mangelt es zum Auftakt an vielen Enden: Kapitän Emre Can läuft den Erwartungen hinterher. In der Offensive fehlt es an Tempo, Kreativität und Durchschlagskraft. Ein Blick auf den Dortmunder Status Quo.
Trat mit der Binde bislang unglücklich auf: Emre Can
Fotocredit: Getty Images
"Das war wieder kein gutes Spiel von uns. Das ist nicht unser Anspruch", gestand BVB-Kapitän Emre Can nach dem ersten Dämpfer der Saison, dem Remis in Bochum (1:1). Wie schon zum Auftakt gegen den 1. FC Köln (1:0) enttäuschte in Bochum vor allem der 29-Jährige selbst. "Ich habe kein gutes Spiel gespielt, habe viele Fehler in meinem Spiel gehabt“, hatte der deutsche Nationalspieler nach dem Duell gegen Köln noch selbstkritisch zugegeben.
Durch eine überragende Rückrunde hatte sich Can nicht nur die eigene Vertragsverlängerung, sondern auch das Amt des Kapitäns erarbeitet. Seine ersten Auftritte mit der Binde erwecken einen überforderten Eindruck.
Mit seinem katastrophalen Ballverlust in der 20. Minute lud der gebürtige Frankfurter die Bochumer wenige Minuten nach dem 0:1-Rückstand zum nächsten Treffer ein, die Gastgeber konnten aus dem Fehler jedoch kein Kapital schlagen. Auch in der 34. Minute brachte can seinen Mitspieler Mats Hummels mit einem Querpass in die Bredouille, der Routinier konnte Maximilian Wittek gerade noch mit einer riskanten Grätsche stoppen.
Durch seine Leistungen bringt Can Trainer Edin Terzic in eine Zwickmühle. Als Kapitän ist der Sechser eigentlich gesetzt, seine Leistungen wirken zurzeit aber eher wie ein Bewerbungsschreiben für einen Platz auf der Bank.
BVB läuft auf Sparflamme
Nach der um Haaresbreite verpassten Meisterschaft aus der Vorsaison sollte der BVB eigentlich vor Motivation strotzen. Doch in den ersten Partien der neuen Saison ließen die Schwarz-Gelben den absoluten Siegeswillen vermissen.
"Im Moment kommt es mir so vor, dass sie sagen, sie können mit 80 Prozent gewinnen", kritisierte "Sky"-Experte Didi Hamann die Dortmunder. "Du musst 99 oder 100 Prozent geben, selbst als Borussia Dortmund. Das ist das, was sie vor Jahren hatten, wo sie sich sagen, irgendwie geht das dann schon. Aber es geht halt nicht irgendwie. Dafür sind sie nicht gut genug, dass sie mit 80, 85 Prozent Spiele gewinnen. Das war in den ersten beiden Spielen der Fall und das müssen sie schnellstmöglichst abstellen", erklärte der ehemalige Nationalspieler weiter.
Es fehlt an Bereitschaft, Einsatz und Aggressivität, weiß auch Vize-Kapitän Gregor Kobel: "Ganz klar muss man sagen, dass wir in der ersten Halbzeit völlig überrannt wurden", konstatierte Dortmunds Schlussmann nach der Partie gegenüber "Sky". "Von uns hat da einfach die Gegenwehr gefehlt."
Der BVB lief selbst im kleinen Revierderby beim Bochumer Nachbar auf Sparflamme. Nach Ansicht von Trainer Terzic eine Frage der Einstellung: "Wenn man nicht bereit ist, zweite Bälle zu erobern, wenn man nicht bereit ist, in Duellen aus 50/50, 60/40 zu machen, dann wird es halt offen und dann wird es schwer", erklärte der Dortmunder Coach sichtlich bedient.
"Wenn du dort hinfährst, du weißt es ist ein Derby, da brennt der Kessel. Da musst du bereit sein und das waren sie heute über 90 Minuten nicht", analysierte Hamann. Der Experte bilanzierte: "Das war über die ersten beiden Spiele sehr ernüchternd."
BVB: Die Offensive stockt
Doch die Baustellen der Schwarz-Gelben erstrecken sich über den mentalen Aspekt hinaus. Nach dem Abgang von Jude Bellingham (Real Madrid) sollte das Kollektiv aus Marcel Sabitzer und Felix Nmecha als Vermittler zwischen Defensive und dem Angriff sorgen.
Doch die ersten Eindrücke des neuen Duos stimmen nicht euphorisch. Es fehlt dem BVB an Tempo und spielerischen Lösungen, weiß auch Kapitän Can. Man wollte in Bochum "dominieren" und "gewinnen" – doch die Realität sah anders aus: "Wir spielen zu viele lange Bälle. Wir haben mit dem Ball wenig Lösungen."
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Erleben einen durchwachsenen Saisonstart: Mats Hummels, Felix Nmecha und Marcel Sabitzer
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Insgesamt schossen die Dortmunder in den ersten zwei Bundesligaspielen nur fünfmal aufs Tor, lediglich Frankfurt und Bremen haben noch weniger Torabschlüsse vorzuweisen. Der BVB strahlt bislang kaum offensive Gefahr aus.
Julian Brandt, einer der wenigen Lichtblicke, sieht die Probleme in der Frühphase der Saison begründet: "Jeder ist selbst dafür verantwortlich, sich am Anfang der Saison dahin zu arbeiten, dass man auf seinem Peak und in einer guten Verfassung ist. Dass man das leistet, wozu man imstande ist. Da haben wir momentan einfach zu wenige von", erklärte der 27-Jährige, ohne einen Kollegen beim Namen zu nennen.
Und so kann sich der BVB nach zwei blutleeren Auftritten glücklich schätzen, überhaupt Punkte auf dem Konto zu haben. "Die vier Punkte, die Dortmund geholt hat, sind zu viel. Gegen Köln hatte der BVB richtig viel Glück", erklärte Lothar Matthäus bei "Sky".
Tatsächlich wendete allein ein abgefälschter Schuss von Donyell Malen die Niederlage in Bochum ab - zu wenig für einen Titelaspirantn: "Die Leistung stimmt nicht. Das ist bisher viel zu wenig. Sie müssen leistungstechnisch zulegen für das klare Ziel, das man sich gesteckt hat", so Matthäus.
Am kommenden Freitag sollte die Borussia im Heimspiel gegen Aufsteiger Heidenheim (ab 20:30 Uhr im Liveticker) also bestenfalls nicht nur drei Punkte holen, sondern diese in überzeugender Manier einfahren.
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Quelle: Perform
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