BVB enttäuscht bei Remis gegen 1. FC Heidenheim - Alarmstufe Gelb: Borussia Dortmunds Rückfall zur Unzeit
Borussia Dortmund hat in der Bundesliga bei Aufsteiger Heidenheim (0:0) wichtige Punkte im Champions-League-Rennen liegen gelassen. Fast noch enttäuschender als das Ergebnis selbst war jedoch die ideenlose Vorstellung des BVB, die ein Stück weit an die blutleeren Auftritte aus der Hinrunde erinnerte. Trainer Edin Terzic ist nun gefragt, das Schiff schnellstmöglich wieder auf Kurs zu bringen.
Terzic nach Remis: "Hat uns überhaupt nicht gefallen"
Quelle: Perform
Die Reaktion von Heidenheims Kapitän Patrick Mainka sprach Bände.
Der Innenverteidiger, der von 2016 bis 2018 selbst für die Zweitvertretung des BVB aktiv war, schlug nach Abpfiff beide Hände verzweifelt vor sein Gesicht. Keine Frage, es wäre für den frechen Bundesliga-Aufsteiger an diesem Freitagabend weit mehr drin gewesen als ein torloses Remis gegen den großen Favoriten aus Dortmund.
Bereits nach einer knappen Viertelstunde hätte Tim Kleindienst nach einem kapitalen Fehler von Salih Özcan im Aufbau den Ball aus rund 13 Metern nur noch ins verwaiste BVB-Tor zur Führung einschieben müssen, schoss aber links vorbei. "Es tut einfach weh, so etwas zu sehen. Das ist grauenhaft", haderte der Angreifer anschließend bei "DAZN".
Tief in der Nachspielzeit war es dann der eingewechselte Stefan Schimmer, der haarscharf am Siegtreffer vorbeischlitterte. "Wenn er den macht, können wir sagen, dass es verdiente drei Punkte waren", bilanzierte Heidenheims Trainer Frank Schmidt.
Letztlich blieb es jedoch bei der Punkteteilung, die den Hausherren, die nun seit sieben Spielen ungeschlagen sind, jedoch weit mehr hilft als den ambitionierten Dortmundern.
BVB-Trainer Terzic mit Klartext: "Viel zu wenig"
Anstatt mit dem vierten Ligasieg in Serie zumindest über Nacht in der Tabelle am VfB Stuttgart vorbei auf Platz drei zu springen, erinnerte die Vorstellung der Schwarz-Gelben zum Auftakt des 20. Spieltags ein Stück weit an die blutleeren Auftritte vor der Winterpause, als man gleich acht Ligaspiele in Folge sieglos geblieben war.
"Es war viel zu wenig", betonte Trainer Edin Terzic: "Wir haben keine Wucht entwickelt und es kaum geschafft, Torchancen herauszuspielen." Kaum einer, räumte er weiter ein, sei auch nur "annähernd an sein Leistungsmaximum gekommen".
In der Tat präsentierte sich der Vizemeister ohne Marco Reus, Julian Brandt (jeweils Erkrankung) und Rückkehrer Jadon Sancho (muskuläre Probleme im Adduktorenbereich) im Spiel nach vorne erschreckend limitiert und verbuchte lediglich fünf Schüsse auf das gegnerische Tor. Aufgrund der Ausfälle habe laut BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl teilweise "Kreativität" oder "Durchschlagskraft" gefehlt.
Das sah auch Heidenheims Trainer Schmidt so. "Ich hatte nie das Gefühl, dass wir schwimmen", sagte er. Ein Satz, der den Verantwortlichen in Dortmund zu denken geben dürfte. Immerhin muss es auch ohne das prominente Trio der Anspruch sein, drei Zähler gegen einen Aufsteiger einzufahren - die Realität sieht allerdings anders aus.
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Donyell Malen
Fotocredit: Getty Images
BVB lässt große Chance verstreichen
Von einem Rückschlag wollte Terzic jedoch nicht sprechen, viel mehr sei es "ein Schritt, der eher seitlich war" gewesen, so der 41-Jährige.
Auch BVB-Torjäger Niklas Füllkrug warnte vor zu viel Pessimismus. "Wir müssen jetzt auch nicht wieder in eine komplette Depression verfallen, nur weil wir einmal unentschieden spielen", betonte der Nationalstürmer.
Das nicht, allerdings hätte man die Chance gehabt, mit einem Sieg das Momentum aufrechtzuerhalten und gleichzeitig Pokalsieger RB Leipzig, der es am Sonntag mit Union Berlin (17:30 Uhr im Liveticker) zu tun bekommt, zu distanzieren.
Nun droht der Abstand auf die Europa-League-Plätze wiederum auf einen Punkt zu schmelzen. Und auch die sechstplatzierte Eintracht aus Frankfurt, die mit namhaften Transfers in diesem Winter für Aufsehen gesorgt hat, könnte mit einem Sieg am Samstagabend (18:30 Uhr im Liveticker) in Köln auf drei Zähler an den BVB heranrutschen.
| Platz | Team | Spiele | Punkte | Tore |
| 1. | Bayer Leverkusen | 19 | 49 | 50:14 |
| 2. | FC Bayern München | 19 | 47 | 56:18 |
| 3. | VfB Stuttgart | 19 | 37 | 43:25 |
| 4. | Borussia Dortmund | 20 | 37 | 40:26 |
| 5. | RB Leipzig | 19 | 33 | 42:26 |
| 6. | Eintracht Frankfurt | 19 | 31 | 30:22 |
BVB: Wiedersehen mit Ex-Trainer Bosz steht bevor
Der enttäuschende Auftritt in Heidenheim kommt aus Dortmunder Sicht somit ein Stück weit zur Unzeit. Zumal in etwas mehr als zwei Wochen (20. Februar) das Achtelfinale in der Champions League gegen PSV Eindhoven auf dem Programm steht.
Die Mannschaft von Ex-BVB-Trainer Peter Bosz führt die niederländische Eredivisie nach einer imposanten Serie von 17 Siegen am Stück, die Ende Januar ihr Ende fand, souverän an (zwölf Punkte Vorsprung) und begeistert darüber hinaus mit erfrischendem Offensivfußball. Der BVB sollte also gewarnt sein.
Trotz des enttäuschenden Auftritts in Heidenheim stellte Sportdirektor Kehl im Anschluss den positiven Trend in den Vordergrund. "Wir haben uns verbessert in den letzten Wochen", erklärte er und stellte klar: "Ich lasse mir diese Entwicklungen nicht kaputt machen."
Wie ein Team, die zu den besten 16 in Europa zählt, trat der BVB am Freitag auf der Schwäbischen Alb allerdings nicht auf. Es bleibt aus Dortmunder Sicht zu hoffen, dass jener Ausrutscher ein Warnschuss zur rechten Zeit war.
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(mit SID)
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#SotipptderBoss: Leipzig schießt sich aus der Krise
Quelle: Eurosport
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