FC Bayern München: Noussair Mazraoui spielt plötzlich die erste Geige - nutzt er seine Chance?

Noussair Mazraoui ist nach einer komplizierten ersten Saison beim FC Bayern plötzlich nicht mehr wegzudenken aus der Startelf. Der 25-Jährige gehört zu den Profis im Kader, die sich unter keinen Umständen verletzen sollten. Die neue Bedeutung hängt mit der überraschenden Transfer-Politik des Klubs zusammen, die Mazraouis Perspektive drastisch verändert hat - aber kann er die Erwartungen erfüllen?

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Quelle: Eurosport

Im Nachhinein bereut Noussair Mazraoui seine Aussagen. Er sei "nicht einmal zweite oder dritte Wahl", hatte der Abwehrspieler im April moniert. Es fühle sich so an, als ob er "vergessen" worden wäre, bekannte er gegenüber der "Bild". Schließlich sei er fit und bekomme dennoch keine Spielzeit. Nebenbei ließ Mazraoui durchblicken, dass seine Zukunft nicht zwingend in München liegen müsse.
Inzwischen ist ein Wechsel vom Tisch. Vor Beginn der Saison 2023/2024 betonte Mazraoui gegenüber "Spox.com", sich nicht mehr beschweren zu wollen. "Das habe ich vielleicht einmal gemacht - und das verfolgt mich seitdem."
Tatsächlich rieben sich Fans und Experten verwundert die Augen, als die Bayern nach dem Abgang des etatmäßigen Rechtsverteidigers Benjamin Pavard im Sommer nicht nachbesserten und damit voll auf Mazraoui setzten.
Sicher, Gerüchte gab es. Kyle Walker von Manchester City galt eine Zeit lang als Topkandidat, um die Lücke zu füllen, die der Franzose hinterließ. Mittlerweile hat der englischen Nationalspieler seinen Vertrag beim englischen Meister vorzeitig verlängert.

Mazraoui übernimmt direkt von Pavard

Am Ende verpflichtete der Rekordmeister für rechts hinten ... niemanden! Mazraoui ist nicht mehr zwei oder dritte Wahl, sondern zwangsläufig die erste. Beim 0:3 im Supercup gegen RB Leipzig musste der Marokkaner noch warten, bis ihn Trainer Thomas Tuchel in der zweiten Halbzeit für Pavard brachte.
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Noussair Mazraoui (re.) und Benjamin Pavard (li.) zu gemeinsamen Bayern-Zeiten

Fotocredit: Getty Images

In der Bundesliga aber stand Mazraoui bislang jedes Mal in der Startelf. Das dürfte beim Liga-Gipfel gegen Tabellenführer Bayer Leverkusen (Freitag, 20:30 Uhr im Ticker) nicht anders sein.
Bislang machte der 25-Jährige wenige Fehler, seine Passquote in allen drei Begegnungen lag bei 90 Prozent oder höher. Darüber hinaus leistete sich Mazraoui insgesamt nur drei Fouls. Luft nach oben hat er in der Zweikampfführung. Vor allem am vergangenen Spieltag in Gladbach (2:1), es war Mazraouis schwächste Partie der noch jungen Saison, verlor er vier Duelle im Kampf Mann gegen Mann.

Verletzungsmisere bremst Mazraoui aus

Man kann konstatieren, dass es kein überragender, aber ein gelungener Saisonstart war für den marokkanischen Nationalspieler, der bei der WM 2022 in Katar mit seiner Mannschaft sensationell bis ins Halbfinale vorstieß. Bei der Weltmeisterschaft offenbarte sich aber auch, dass Mazraoui anfällig für Verletzungen ist. Das Viertelfinale gegen Portugal (1:0) verpasste er aufgrund von Problemen am Hüftbeuger, das Spiel um Platz drei gegen Kroatien (1:2) wegen einer Muskelverletzung.
Zurück in München setzte ihn eine Herzbeutelentzündung außer Gefecht, wodurch Mazraoui zehn Pflichtspiele lang in Liga, Pokal und Champions League fehlte. Ein neuerlicher Ausfall dieser Tragweite käme einer Hiobsbotschaft gleich für die Bayern. Denn: Ein wirklicher Ersatz bietet sich nicht an.

Mazraoui (fast) ohne Konkurrenz

Bislang brachte Tuchel zweimal Konrad Laimer ein, wenn er Mazraoui auswechselte. Der Österreicher ist aber mehr im defensiven Mittelfeld zu Hause, mithin keine langfristige Alternative auf rechts. Theoretisch könnte auch Joshua Kimmich den Posten übernehmen, das sei allerdings "im Moment kein Gedankenspiel", versicherte Tuchel.
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Bayern-Trainer Thomas Tuchel (li.) mit Thomas Müller (Mitte) und Noussair Mazraoui (re.)

Fotocredit: Getty Images

Mit Bouna Sarr findet sich zwar noch ein echter Rechtsverteidiger im Kader, doch der 31-Jährige stand in der Vorsaison ganze zwei Minuten auf dem Platz. Josip Stanisic wurde dagegen (vorschnell) an den kommenden Gegner Bayer Leverkusen verliehen.
Die Bayern sind also angewiesen auf Mazraoui - und der will seine Chance ergreifen. "Das ist jetzt eine neue Saison, ein Neustart. Es liegt nur an mir, wo ich spiele", betonte der Verteidiger, der einst die hoch geachtete Nachwuchsakademie von Ajax Amsterdam durchlief. Auch das Verhältnis zu Tuchel, der ihm nach seinen Aussagen im Frühjahr öffentlich nahelegte, "besser durch Leistung als durch Interviews" auf sich aufmerksam zu machen, sei gut.

Hainers Ansage als Mahnung für Mazraoui

Damit forderte der Coach das ein, was Mazraoui in den ersten Monaten seiner Bayern-Zeit gezeigt hatte. Technisch versiert, schnell und sicher im Spiel eroberte sich der Neuzugang zwischenzeitlich einen Stammplatz unter dem damaligen Trainer Julian Nagelsmann.
Er habe sich "in der Hinrunde in die erste Elf gekämpft" und gezeigt, was er könne, so Mazraoui. Im Vergleich dazu bekommt er aktuell seinen Platz im Team, in Ermangelung echter Konkurrenz, auf dem Silbertablett serviert. Wohlwissend, dass er konstant am obersten Level spielen muss, denn Vereinspräsident Herbert Hainer erklärte unlängst bei "Sport1", dass man "im Winter nachlegen werde, wenn es nötig ist".
Gut für Mazraoui: Er hat es nun zu großen Teilen selbst in der Hand, die Dringlichkeit, einen neuen Rechtsverteidiger unter Vertrag zu nehmen, klein zu halten ...
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Quelle: Perform

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