FC Bayern München - Rock'n'Roll nach dem Schnee-Chaos: So geht's beim Rekordmeister weiter
Die Stars des FC Bayern haben aufgrund des massiven Wintereinbruchs im Süden des Landes gar nicht gespielt am vergangenen Wochenende - und dürfen sich trotzdem wie die Schneekönige freuen. Plötzlich ist die Tabellenführung wieder aus eigener Kraft drin, dazu steht Trainer Thomas Tuchel jede Menge Zeit zur Verfügung, um mit dem Team zu arbeiten. Ein Luxus, der dem Meister in die Karten spielt.
"Müssen Schalter umlegen": Tuchel fordert Leistungssteigerung
Quelle: Perform
Zehn Tage spielfrei, mitten in der Saison, ohne Länderspiele oder Winterpause - es ist ein sehr seltenes Geschenk, das der FC Bayern im Advent von Frau Holle bekommen hat. München versank quasi über Nacht unter einer halben Meter hohen Schneedecke.
Die Partie am Samstag gegen Union Berlin musste abgesagt werden. Tags darauf kreiste ein Hubschrauber über der Allianz Arena und blies den Schnee von der transparenten Außenhülle des imposanten Eingangstors zum Münchner Norden. Zusätzlich schippten Arbeiter den weißen Balast vom Stadiondach.
Die Spieler nahmen es mit Humor. Thomas Müller schippte zuhause fröhlich Schnee, Leon Goretzka schlich mit dem Salzstreuer durch den Garten, um die weiße Pracht zum Schmelzen zu bringen. Zu bestaunen auf den Instagram-Kanälen der beiden Bayern-Stars.
Thomas Tuchel, so ist anzunehmen, dürfte die Zwangspause sachlicher zur Kenntnis genommen haben. Dem Coach bietet sich nun infolge des Wintereinbruchs und des peinlichen Pokal-Knockouts gegen Drittligist Saarbrücken die unerwartete Möglichkeit, mehr Trainingseinheiten zu absolvieren und die Mechanismen im Kader zu schärfen. Zudem beschert der Spielausfall seinen Mannen Zeit zur Regeneration und aktiven Durchatmen.
München steht still - Rasenheizung für Trainingsplätze
Sicher, der Münchner Flughafen musste seinen Betrieb einstellen, auch im öffentlichen Nahverkehr ging nichts mehr und die Schule fiel in manchen Landkreisen aus. An der Säbener Straße hingegen stellte die rund 50 Zentimeter hohe Schneedecke kein größeres Problem dar: Alle drei Plätze der Profis sind mit einer Rasenheizung ausgestattet, inzwischen schneefrei und bespielbar.
Am Montag gab Tuchel den Profis noch frei, ab Dienstag stehen täglich ein Mannschaftstraining sowie individuelle Einheiten im Trainingszentrum auf dem Plan.
Am Samstag geht es dann bei Eintracht Frankfurt (15:30 Uhr im Liveticker) um die Tabellenführung, am Sonntag präsentiert sich das Team bei einem öffentlichen Training seinen Anhängern. Das ausgefallene Berlin-Spiel wird erst am 24. Januar 2024 nachgeholt.
Tuchel: "Schlagzahl erhöhen und mehr Biss"
Die neue Situation wollen die Bayern nutzen, schließlich traten in den vergangenen beiden Partien am 26. November in Köln (1:0) und drei Tage später in der Champions League gegen den FC Kopenhagen (0:0) einige Schwächen zutage. Vor allem im Angriff fehlte es überraschenderweise am gewohnten Punch. Tuchel gab daraufhin die allgemeingültige Parole "Schlagzahl erhöhen und mehr Biss" aus.
Personell betrachtet drückt der Schuh dagegen in der Defensive. Mit Matthijs de Ligt (Innenbandanriss im Knie), Tarek Buchmann (Muskelbündelriss) und Bouna Sarr (Kreuzbandriss) fehlen drei Abwehrspieler.
Hinzu kommt, dass sich hin und wieder unerklärliche Fehler einschleichen wie beim letzten Liga-Heimspiel gegen Aufsteiger Heidenheim (4:2), als Min-Jae Kim die Gäste mit einem fatalen Fehlpass zum zwischenzeitlichen Ausgleich einlud.
Tuchel hatte nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihm der Kader ein wenig zu dünn besetzt ist - und auch der Vorstandsvorsitzende Jan-Christian Dreesen spricht inzwischen von einer "Sondersituation" in der Defensive: "Natürlich stößt der Kader im Falle von Verletzungen an gewisse Grenzen."
Tuchel erwartet "keine Belastungsthematik mehr"
Insofern ist die zehntägige Pause zwischen der Kopenhagen-Begegnung und dem anstehenden Duell mit Frankfurt gut für die Regeneration. Schließlich stehen bis zur Winterpause noch vier Spiele in elf Tagen an. Er erwarte bis dahin aber "keine Belastungsthematik mehr", führte Tuchel aus.
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Thomas Tuchel bereitet Leroy Sané, Aleksandar Pavlovic und Serge Gnabry auf ihre Wechsel vor
Fotocredit: Getty Images
Es gehe darum, alle Matches zu gewinnen, um dann im neuen Jahr mit gestärktem Kader durchzustarten. Es gilt als beschlossen, dass Tuchels Wunsch nach Neuzugängen erhört wird. Zeige die Analyse, dass Bedarf bestehe, "kriegt unser Trainer alles, was notwendig ist", betonte Ehrenpräsident Uli Hoeneß unlängst bei "Sky".
Damit dürfte auch das defensive Mittelfeld gemeint sein. Die leidige Debatte um die fehlende Holding Six, eines defensiv orientierten Sechsers mit Abräumerqualitäten, hatte rund um den Klub für mächtig Wirbel gesorgt.
Umso mehr, als dass mit João Palhinha im Sommer bereits ein passender Spieler nach München zur Vertragsunterschrift gereist war. In letzter Minute scheiterte der Deal, weil der FC Fulham sich die Sache doch noch einmal anders überlegte.
Bayern hat die Tabellenführung vor Augen
Tuchel darf hoffen, dass er die Baustelle bis zum Beginn der Rückrunde geschlossen hat und die in dieser Liga-Saison extrem hartnäckige Konkurrenz abhängen kann. Bayer 04 Leverkusen und Borussia Dortmund jedenfalls nahmen sich am vergangenen Wochenende beim 1:1 gegenseitig Punkte ab, was die Bayern in die Lage bringt (Tabelle), mit einem Sieg im Nachholspiel gegen Union an der Werkself vorbeiziehen. Es könnte aber auch am kommenden Spieltag schon zur Wachablösung kommen.
Während die Bayern in Frankfurt drei Punkte anpeilen, treffen die übrigen Top-5-Klubs der Tabelle direkt aufeinander: Der BVB empfängt RB Leipzig (Sa., 18:30 Uhr im Liveticker), Leverkusen muss beim VfB Stuttgart ran (So., 15:30 Uhr im Liveticker) - ein weiteres vorweihnachtliches Geschenk an die Bayern."Schneeräumer" Müller ist trotz des massiven Wintereinbruchs heiß auf den Jahresendspurt: "Wir befinden uns aktuell in einer hoch spannenden Saisonphase. Nicht weil aktuell die Preise verteilt werden. Sondern, weil die Konstellation mehr Gefahr birgt als so mancher glaubt" ,erklärte der 34-Jährige in seinem Newsletter und machte den Fokus klar: "Bei uns geht es um die nackten Punkte in der Meisterschaft."
Müller weiter: "Wenn wir das Ding am Ende holen, wird sich niemand mehr an diese Zeit erinnern. Aber aus der Erfahrung weiß ich, dass wir jetzt noch mal all unsere Kräfte mobilisieren müssen, um endlich an die Tabellenspitze zu kommen. Auf diese Spannung werde ich bewusst achten und, wenn nötig, auch gegensteuern. Also noch mal Rock'n Roll, die Herbstmeisterschaft ist das klare Ziel."
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"Fühle mich zuhause": Kane mit Liebeserklärung an Bayern
Quelle: Perform
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