FC Bayern München patzt im Meisterrennen - warum Double-Sieger Bayer 04 Leverkusen plötzlich wieder mittendrin ist

Bayer Leverkusen feiert beim 4:3-Sieg in Stuttgart die Renaissance als Last-Minute-Monster aus der Double-Saison und sorgt somit wieder für (mehr) Spannung im Rennen um die deutsche Meisterschaft. Dagegen lässt Rekordchampion FC Bayern München beim Unentschieden in Berlin erneut unnötig Punkte liegen, weil die Mannschaft in der Bundesliga nicht ohne Risiko in den Verwaltungsmodus geschaltet hat.

Kompany: Waren "weniger giftig als normalerweise"

Quelle: Perform

Nach dem Aus in der Champions League war Robert Andrich noch recht kleinlaut. "Wir haben es nicht geschafft, den Bayern Paroli zu bieten. Sie waren in beiden Spielen besser und sind verdient weitergekommen", sagte der Leverkusener Mittelfeldspieler.
Am Sonntagabend in Stuttgart hörte sich das ganz anders an. "Wir wollen den Bayern bis zum Ende auf den Sack gehen", erklärte Andrich nach dem denkwürdigen 4:3 beim VfB.
Die Ohrfeige in der Königsklasse hat Bayer gekränkt, schließlich wähnte man sich deutlich näher auf Augenhöhe mit den Bayern. Auch im Spiel eins danach lief lange Zeit alles gegen die Werkself. Leverkusen war drauf und dran, die vierte Pflichtspielniederlage in Folge zu kassieren.
Die Wiedergeburt der Last-Minute-Monster aus der vergangenen Saison ermöglichte Bayer aber noch einmal den Sprung auf den Meisterzug, auch wenn sich die Bayern dort in der ersten Klasse eingenistet haben angesichts von sechs Punkten Vorsprung und einer um 25 Tore bessere Differenz.
0:2 und 1:3 lag Leverkusen in Stuttgart zurück, begleitet vom ersten Eigentor von Granit Xhaka im 167. Bundesligaspiel - am Ende stand ein 4:3-Sieg in den Büchern mit Treffern in der 88. und der vierten Minute der Nachspielzeit.

Leverkusen hat Blut geleckt

Bayer hat wieder Blut geleckt. "Wir haben bis immer daran geglaubt und sind bis zum Ende drangeblieben. Man hat schon an der Jubeltraube nach dem 4:3 gesehen, welchen Wert der Sieg - vielleicht - noch haben kann", sagte Andrich.
Zwischen den beiden Champions-League-Spielen gegen die Bayern hätte Leverkusen schon deutlich näher heranrücken können, doch parallel zum 2:3 der Münchner gegen Bochum entführte Werder Bremen drei Punkte aus der BayArena. "Letzte Woche haben wir es schon vergeigt, daher tut das jetzt richtig gut", konstatierte Andrich.
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Alonso-Kampfansage: "Wollen so viel Druck wie möglich machen"

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Kapitän Jonathan Tah lobte den "Spirit" der Mannschaft und Trainer Xabi Alonso will "so viel Druck wie möglich" auf die Bayern ausüben. "Es liegt nicht in unserer Hand, aber wenn wir unsere Spiele gewinnen, geht vielleicht noch was", so der Spanier.

Eberl angesäuert: "müssen schon unsere Punkte machen"

Schon direkt nach der Länderspielpause hat Bayer die Chance, besagten Druck zu erhöhen. Leverkusen eröffnet den 27. Spieltag am Freitagabend mit einem Heimspiel gegen den VfL Bochum (28. März ab 20:30 Uhr im Liveticker).
Der nächste Gegner hat mit seinem Sensationssieg in München dafür gesorgt, dass Leverkusen überhaupt noch mal an der Schale schnuppern darf.
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Eberl plant weitere Vertragsgespräche mit Bayern-Stars

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Die Hauptverantwortlichen sind aber die Bayern selbst. Ein Punkt aus zwei Spielen gegen die Kellerkinder Bochum und Union Berlin entsprechen so gar nicht der Erwartung und den eigenen Ansprüchen.
"Wir müssen schon unsere Punkte machen. Das war der ganz klare Auftrag an uns selbst. Das haben wir nicht geschafft und darüber ärgern wir uns", sagte Sportvorstand Max Eberl. "Man hört allenthalben, dass die Meisterschaft schon entschieden ist. Aber wir müssen die Punkte holen, um sie zu entscheiden."

Hellwache Bayern - fahrige Bayern

Der Unterschied in den Leistungen zwischen Bundesliga und Champions League war zuletzt frappierend. Die Königsklassen-Bayern sind hellwach, torgefährlich und gallig auf das "Finale dahoam 2.0". Die Liga-Bayern wirken müde, unkonzentriert und gehen mit (komfortablen) Führungen fahrlässig um. Eine Mannschaft im Verwaltungsmodus.
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Bayern nicht zu stoppen: Statement-Sieg in Leverkusen

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"Dieses Spiel hatte zwei Geschichten: unsere Leistung und das Ergebnis. Die Leistung entspricht nicht dem Resultat", analysierte Trainer Vincent Kompany nach dem 1:1 an der Alten Försterei. Doch erneut hauchten seine Spieler einem deutlich unterlegenen Gegner durch individuelle Fehler neues Leben ein.
Gegen Bochum war es der übertriebene Einsatz von Rotsünder João Palhinha, in Berlin ein Patzer von Neuer-Vertreter Jonas Urbig. "Wir waren vorne zu unsauber und haben in den letzten beiden Spielen Fehler gemacht, die uns vier Punkte gekostet haben. Das können wir uns auf die Dauer nicht leisten", sagte Rechtsverteidiger Josip Stanisic.

Leverkusen mit dem etwas leichteren Restprogramm

Genauso wenig wie die Spiele lediglich zu verwalten. Das funktioniert in der Bundesliga nicht und ist zudem kontraproduktiv für die Crunchtime in der Champions League. Ohne Rhythmus jedes Mal die richtigen Knöpfe zu drücken, wenn die Königsklassen-Hymne ertönt, birgt ein unnötiges Risiko.
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Trainer Xabi Alonso von Bayer 04 Leverkusen

Fotocredit: Getty Images

Für die Bayern geht es mit einem Heimspiel gegen den FC St. Pauli weiter (29. März ab 15:30 Uhr im Liveticker), ehe zwölf heiße Tage bevorstehen: In Augsburg, gegen Inter Mailand, gegen Borussia Dortmund und das Rückspiel bei Inter.
Das Restprogramm in der Liga scheint dennoch überschaubar bei einem tabellarischen Gegner-Ranking von 10,1. Leverkusen hat es mit 11,3 auf dem Papier aber noch etwas einfacher. Ein bisschen (mehr) Spannung darf es im Saisonendspurt schon sein.
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Flick lobt Mentalität: "Wir glauben an unsere Stärken"

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