RB Leipzig in der Krise: Trainer Marco Rose und der Kader sind angezählt - was tut die Führungsetage um Jürgen Klopp?
VonJan Zesewitz
Publiziert 07/03/2025 um 14:13 GMT+1 Uhr
RB Leipzig bleibt in dieser Saison in der Bundesliga und der Champions League hinter den großen Erwartungen zurück. Trainer Marco Rose ist immer wieder angezählt, verbleibt aber auch vor dem Spiel gegen des SC Freiburg auf der Bank. Obwohl es in der Rückrunde bisher nur einen Sieg gab, sind zumindest die nationalen Ziele noch zu erreichen. Aber es liegt viel Arbeit vor den Verantwortlichen.
Rose über Leipzigs Formtief: "Spielen nicht die Sterne vom Himmel"
Quelle: Perform
Man könnte die Krise von RB Leipzig gegenwärtig mit nur einem Wort zusammenfassen, so wie es Lothar Matthäus nach der 1:2-Niederlage gegen Mainz 05 am vergangenen Wochenende tat: Ein "Trümmerhaufen" sei der Verein aktuell.
Später ruderte der "Sky"-Experte zurück und entschuldigte sich für seine Wortwahl und präzisierte, es gäbe "viele Baustellen" bei den Sachsen. Wie viele davon noch in dieser Saison abgearbeitet werden können, ist allerdings fraglich.
Da wäre zum einen die Personalie Marco Rose. Schon in der Hinrunde stand der Trainer nach einigen schwächeren Auftritten in Serie vor dem Aus, vor allem die extrem dürftige Ausbeute in der Champions League war der Hauptauslöser für seinen wackligen Stuhl.
Nach einer Rückrundenbilanz von bisher einem Sieg, fünf Unentschieden und einer Niederlage steht der 48-Jährige erneut unter Druck. Was noch für den ehemaligen BVB-Trainer spricht: Im DFB-Pokal hat man durch den Halbfinal-Einzug gegen den VfL Wolfsburg (1:0) noch eine Titelchance.
Führungsebene bei RB Leipzig: Wer entscheidet was?
Die direkte Königsklassen-Qualifikation für die kommende Saison ist auch in der Liga längst noch nicht außer Reichweite. Und er hat laut einem "Bild"-Bericht in Jürgen Klopp einen prominenten Fürsprecher gefunden.
Zudem: Wenn man einen Trainer rauswirft, muss ein anderer den Job übernehmen. Gerade in der momentanen Situation sieht die Führungsetage der Leipziger aber offenbar keinen geeigneten Kandidaten, um an der Erfüllung der Ziele festhalten zu können.
Diese "Entscheider"-Ebene in Leipzig bildet den nächsten Teil einer der vielen Baustellen. Seit Beginn des Jahres steht nun "Head of Global Soccer" Jürgen Klopp auf dem allerhöchsten Level des Fußballimperiums des österreíchischen Getränkeherstellers Red Bull.
Sein beratender Einfluss soll auch auf den sächsischen Arm an vorderster Stelle gehört werden. Dazu kommt noch Mario Gomez, der als Technischer Direktor für die strategische Planung aller Red-Bull-Klubs verantwortlich sein soll.
Viele Häuptlinge in Leipzig
Mit Marcel Schäfer hat auch der Leipziger Geschäftsführerein Wörtchen mitzureden und in Oliver Mintzlaff ist der Geschäftsführer des gesamten Konzerns noch prominent beteiligt.
Viele Häuptlinge, die sich um die Geschicke des Klubs kümmern sollen, laut "Bild" verläuft dieser Prozess aktuell noch harmonisch - und hauptsächlich unter der Führung von Klopp.
Der soll schon Erik ten Hag als möglichen Nachfolger gestrichen haben und den Trainer des VfB Stuttgart, Sebastian Hoeneß, als Wunschnachfolger von Rose erkoren haben. Im Pokal-Halbfinale am 2. April kann er sich hautnah von dessen Fähigkeiten überzeugen.
Bis zu diesem Spiel ist es allerdings noch eine Weile hin - und Rose weiß, dass er trotz des Aufschubs Ergebnisse liefern muss, um auch im Halbfinale des DFB-Pokals noch auf der Bank zu sitzen. Dafür muss auch sein Kader eine klare Steigerung zeigen.
Kader zeigt nicht, was er kann
Vor dem Spiel gegen Freiburg (Samstag, 18:30 Uhr im Liveticker) reiste die Mannschaft ins Kurz-Trainingslager nach Salzburg. "Wir reisen nach Salzburg, um uns fokussiert auf Freiburg und die letzte wichtige Saisonphase vorzubereiten", sagte Rose. "Ich bin davon überzeugt, dass uns dieser Perspektivwechsel zusätzliche Energie geben wird."
In den letzten Wochen wirkte es auf dem Feld häufiger so, als würden die Spieler nicht an einem Strang ziehen und den gleichen 100-prozentigen Einsatz zeigen können oder wollen. Dazu kommen mit Benjamin Henrichs und Xaver Schlager zwei wichtige Spieler, die für eine längere Zeit ausfallen.
Das sollte durch die enorme Kader-Qualität allerdings ausgeglichen werden können. Alleine mit Benjamin Sesko und Xavi Simons hat man offensiv hochveranlagte Spieler im Kader - und ausgerechnet auf dieser Seite des Feldes fehlt die Durchschlagskraft, wie auch die beiden Nullnummern in der Bundesliga gegen den FC Augsburg und Union Berlin zeigten.
Um das zu beheben, werden derzeit einige Köpfe glühen - in Leipzig, in Salzburg und überall dort, wo sich RB-Verantwortliche derzeit aufhalten.
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