Dietmar Hamann verwundert über BVB-Anstoßtaktik beim 3:3 gegen FC St. Pauli: "Eine absolute Vollkatastrophe"

Borussia Dortmund ist zum Saisonauftakt gleich mal über den FC St. Pauli gestolpert. Trotz 3:1-Führung hieß es am Ende 3:3 unentschieden. In Unterzahl gab der BVB den sicher geglaubten Sieg noch her und irritierte nach dem Anschlusstreffer mit einer bekannten Anstoßtaktik: Direkt nach Wiederanpfiff beförderte Dortmund den Ball ins Aus - zum Unverständnis von "Sky"-Experte Dietmar Hamann.

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Quelle: Perform

Grundsätzlich ist die Idee nicht neu: Der Ball wird direkt nach dem Anstoß in der Hälfte des Gegners mit Absicht ins Aus geschossen. Danach geht die Offensivabteilung sofort ins Pressing. Soweit der Plan.
In Unterzahl gestaltet sich das allerdings schwieriger. Der BVB kam nach dem Anstoß nicht schnell genug nach vorne. Das angedachte Pressing verpuffte, St. Pauli war ohne Mühe auf einmal wieder in Ballbesitz.
"Psychologie spielt eine große Rolle. Du bist zu zehnt, dass du dann unter Druck kommst die letzten zehn Minuten, das ist ja ganz normal, dass du da hinten drin stehst", leitete Hamann bei "Sky90" ein.
"Nur wenn ich dann den Ball ins Aus schieße und dem Gegner damit sage: Ich ergebe mich, wir verteidigen jetzt die letzten zehn, 15 Minuten, dann gibst du dem Gegner das Gefühl: Die haben Angst vor uns, vielleicht geht da noch mehr", so der ehemalige Nationalspieler weiter.

Ricken stimmt Hamann zu

Aus Sicht des Experten sei das in diesem Moment "eine absolute Vollkatastrophe" gewesen. Und tatsächlich: Noch vor Ende der regulären Spielzeit glich St. Pauli in Person von Eric Smith zum 3:3 aus.
Nicht nur Hamann hatte wenig Verständnis für die Anstoßidee des Vorjahres-Vierten, auch BVB-Sportchef Lars Ricken tat im Talkformat am Sonntag seine Verwunderung kund.
Ex-Profi Dietmar Hamann konnte vor allem eine Szene des BVB nicht nachvollziehen.

Ex-Profi Dietmar Hamann konnte vor allem eine Szene des BVB nicht nachvollziehen.

Fotocredit: Getty Images

In der Vergangenheit habe diese Taktik zwar gut funktioniert, "beim 3:2 hat es mich dann tatsächlich auch gewundert, weil wir auch nicht schnell genug hinterhergekommen sind, um zu pressen", so der 49-Jährige.
Er sei darin nicht involviert gewesen: "Manchmal müssen die Spieler das selber entscheiden und haben das wohl für die beste Lösung gerade gehalten", so Ricken.

Lerneffekt beim BVB?

Unter dem Strich steht Dortmund nach dem ersten Spieltag mit einem Zähler da. Eine "absolute Vollkatastrophe" ist das natürlich nicht.
In einer vergleichbaren Situation dürfte die Kugel in Zukunft allerdings nicht mehr so schnell ins Aus geschossen werden.
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Quelle: Perform


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