FC Bayern München: Uli Hoeneß sorgt für Wirbel beim FCB - Max Eberl unter Druck, Rekordmeister widerspricht sich

Der FC Bayern ist dank des Triumphs über den VfB Stuttgart im Supercup mit einem Titel in die neue Saison gestartet. Abseits des Rasens rumort es aber bereits wieder gewaltig: Klub-Patron Uli Hoeneß sprach ein Transfer-Machtwort, das viel tiefer blicken lässt, als zunächst angenommen. Ein starker Kontrast zu den jüngsten Sorgen - und ein Warnsignal mit Blick auf das berühmte Festgeldkonto.

Eberl scherzt wegen Woltemade: "Vielleicht leiht Stuttgart ihn noch"

Quelle: Perform

Wenn es am Tegernsee grollt, lässt das Echo an der Säbener Straße in München nicht lange auf sich warten.
"Ich würde sehr dafür plädieren, den Kader noch aufzufüllen mit einem Leihspieler, der bis zum 30. Juni 2026 unter Vertrag genommen wird", erklärte Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern, in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Die Folge beim deutschen Rekordmeister: Fragezeichen, Stirnrunzeln, Rätselraten.
Auf der Pressekonferenz am Donnerstag im Vorfeld des Bundesliga-Auftakts gegen RB Leipzig (ab 20:30 Uhr im Liveticker) folgte schließlich die Antwort.
"Das, was Uli in der Öffentlichkeit sagt, ist intern auch abgesprochen", beteuerte Sportvorstand Max Eberl. "Wir haben die Voraussetzung, dass der Klub für sich gesagt hat, dass wir sparen wollen."
Nach wochenlangen Querelen auf dem Transfermarkt und einer Vielzahl an Abgängen für den nötigen Spielraum in Verhandlungen mit seinen Wunschspielern sollen mit Blick auf einen maximal ausgedünnten Kader also nun plötzlich Leihspieler der Weisheit letzter Schluss sein.
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Quelle: Eurosport

FC Bayern: Kehrtwende um 180 Grad

Monatelang galten die Verpflichtungen von Florian Wirtz und Nick Woltemade als oberstes Ziel. Nebenbei warb Sportvorstand Max Eberl ebenso vergeblich um Nico Williams, Bradley Barcola und Kaoru Mitoma.
Um überhaupt erst in den Poker um Wirtz und Co. einsteigen zu können, musste Eberl den Kader zuvor ausdünnen und den finanziellen Spielraum dafür schaffen. Diese Aufgabe wurde durch die Verkäufe von Mathys Tel (35 Millionen Euro), Kingsley Coman (25 Millionen) und Adam Aznou (9 Millionen) erledigt - doch plötzlich folgt die 180-Grad-Wende der Bayern-Verantwortlichen. Einen Tag vor dem Ligastart, rund zwei Wochen vor dem Deadline Day.
Keine festen Verpflichtungen mehr, nur eine Leihe - mit freundlichen Grüßen vom Tegernsee. Ein starker Kontrast zu den Aussagen von Kane, der sich in "einem der kleinsten Kader, in dem ich je gespielt habe", wähnt.
Und ein Widerspruch, der noch viel tiefer blicken lässt als vergangene Aussagen der Klubführung.

Coman, Woltemade und das Festgeldkonto

Die vergangenen Monate waren von einem steten Wechsel in der bayerischen Kommunikation geprägt: Sparkurs, sattes Handgeld für Alphonso Davies, Sparkurs, sattes Handgeld für Jonathan Tah, Sparkurs - und doch hätte es genügend Polster für Nick Woltemade und Luis Díaz gegeben. Nun ist es wieder ein Sparkurs, nur viel radikaler.
"Wir haben Kingsley Coman zusätzlich verkauft, was jetzt nicht unbedingt der Plan war", räumte Eberl ein. "Jetzt ist die Aufgabe, eine Leihe zu machen." Dabei wirkte der Sportvorstand sichtlich genervt.
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Nick Woltemade (l.) neben Bayerns Leon Goretzka

Fotocredit: Getty Images

Damit kommen die Bosse gehörig unter Zugzwang. Es bräuchte schon Spieler vom Format der einstigen Leihen namens Ivan Perisic, Philippe Coutinho oder James Rodríguez, um den eigenen Ansprüchen gerecht werden zu können.
Mit so wenig Zeit - und angesichts des unerwarteten Richtungswechsels war auch keine Vorbereitung möglich - ist die Aufgabe jedoch alles andere als ein Klacks.
"Wir müssen jetzt kreativ werden. Es ist keine einfache Aufgabe auf dem Markt - ehrlicherweise - bei dem, was andere Ligen und Vereine ausgeben", betonte Eberl.
Das prall gefüllte Festgeldkonto, auf das die Bayern in der Vergangenheit jederzeit zurückgreifen konnten, welches einst ganz Fußball-Europa erzittern ließ, ist zumindest im Hinblick auf Transfers vorerst eingefroren. Der Klub muss sparen - und zwar in allen Abteilungen.

Was will der FC Bayern?

Wie seit jeher will der FCB auch in der Saison 2025/26 das Maximum, die Realität sieht jedoch anders aus.
Die Intensität der Spielweise von Trainer Vincent Kompany und der vollgepackte Kalender fordern spätestens im Winter den ersten Tribut, Muskelverletzungen und Ermüdung werden den ausgedünnten Kader bis aufs Äußerste belasten. Vor allem in der entscheidenden Phase im Europapokal kann das einem um die Ohren fliegen.
Die Bayern gehen diese Wette sehenden Auges ein. Der Umbruch ist laut Hoeneß bis zum Sommer 2026 aufgeschoben - und damit unweigerlich auch die Ambitionen.
Aus dem Angriff auf die europäische Spitze, dem einst die Träume von Florian Wirtz vorausgegangen waren, deuten nun alle Zeichen auf eine Saison des Übergangs hin.

Druck für Eberl: Bayern macht sich das Leben schwer

Wie im Theater rund um Woltemade ersichtlich wurde, saß Eberl in den Verhandlungen nur auf dem Beifahrersitz. Laut einem Bericht der "Sport Bild" war der Sportvorstand in der E-Mail beim ersten Angebot nur in Kopie.
Auch bei den jüngsten Verhandlungen mit dem FC Chelsea wurde Eberl von ganz oben eingeschränkt: Die Wunschlösung Christopher Nkunku dürfe maximal per Leihe bis Juni 2026 kommen. Damit ist ein weiterer Transfer in diesem Sommer vom Tisch. Laut "Sky" herrscht bei Eberl und Sportdirektor Christoph Freund aufgrund dieser Umstände Frust.
Nun werden Eberl wieder die Zügel überlassen - mit einer neuen Auflage: Ein Sparkurs, um in einem Jahr auf dem Transfermarkt mächtig zuzuschlagen. Die Bayern machen sich damit aber auch selbst das Leben schwer. Und Optimismus sieht anders aus.
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Max Eberl (l.) und Uli Hoeneß

Fotocredit: Getty Images

"Wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken", gab sich der Niederbayer kämpferisch und schränkte im selben Atemzug ein: "Wenn ich jetzt zu anderen Vereinen gehe und nach großen Spielern frage, die unsere Qualität wirklich erhöhen würden, dann wird wahrscheinlich eine Absage erfahren. Kaufen ist einfacher."
Einen ersten Rückschlag gibt es übrigens schon zu verzeichnen: Wie Transferexperte Fabrizio Romano schrieb, habe auch Alejandro Garnacho von Manchester United - zweifelsohne ein Spieler, der die Münchner vorangebracht hätte - eine Leihe zu den Bayern ausgeschlossen. Die Suche geht weiter.
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Eberl mit Spitze gegen Wanner: "Gehört auch Mut dazu"

Quelle: Perform


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