RB Leipzig: Martin Demichelis soll Ole Werner beerben - was sich Jürgen Klopp und Co. vom Ex-Bayern-Star versprechen

Im Schatten der WM in Mexiko, Kanada und den USA hat RB Leipzig für einen Knall gesorgt. Cheftrainer Ole Werner musste trotz gemeisterter Champions-League-Qualifikation nach nur einem Jahr gehen. Der Nachfolger soll mit Martín Demichelis auch schon feststehen. Dessen vorheriges Engagement war jedoch nicht gerade von Erfolg gekrönt. Ein durchaus riskantes Wagnis der RB-Bosse um Jürgen Klopp.

Klopp über Trainer-Aus von Werner in Leipzig: "Ole hat klasse Job gemacht"

Quelle: MagentaTV

Für einen kurzen Moment wurde der in diesen Tagen meist bestens gelaunte Jürgen Klopp ernst.
Anstatt in seiner Rolle als "MagentaTV"-Experte in Dallas über das WM-Topspiel zwischen England und Kroatien (4:2) zu philosophieren, musste er zu den jüngsten Entwicklungen in der Bundesliga Stellung beziehen.
Schließlich sorgte RB Leipzig, für das Klopp seit Januar 2025 als Global Head tätig ist, am Mittwochabend mit der Entlassung von Trainer Ole Werner nach nur einer Saison für einen Paukenschlag.
"Wir waren in der Entscheidungsfindung mit dabei und haben die Saison analysiert. Ole hat einen klasse Job gemacht, wir haben uns für die Champions League qualifiziert", eröffnete der 59-Jährige sein Statement diplomatisch und ergänzte: "Aber wir müssen auch zeitgleich nach vorn gucken. Und wenn wir darüber nachgedacht haben, wie das aussehen könnte - mit der Belastung, die auf uns zukommt. Dann hat man sich in Leipzig für einen Wechsel entschieden."
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Jürgen Klopp in seiner Rolle als "MagentaTV"-Experte bei der WM

Fotocredit: Getty Images

Werner statistisch sogar besser als Nagelsmann

Auf den ersten Blick kommt diese Entscheidung durchaus überraschend. Der ehemalige Werder-Coach meisterte den personellen Umbruch nach den Abgängen von Xavi Simons (Tottenham Hotspur), Loïs Openda (Juventus Turin) und Benjamin Sesko (Manchester United) und führte den erfolgsverwöhnten Klub nach einem Jahr ohne internationalen Wettbewerb zurück in die Champions League.
Auch die nackten Zahlen sprechen für den 38-Jährigen. Mit einem Punkteschnitt von 1,95 lag er sogar knapp vor den heutigen Nationaltrainern Julian Nagelsmann und Ralf Rangnick (jeweils 1,94) und führte Leipzig zur punktetechnisch zweitbesten Bundesligasaison der Vereinsgeschichte.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Werner diese Ausbeute über eine Spielzeit hinweg eingefahren hat und nicht über einen längeren Zeitraum wie etwa Nagelsmann oder Rangnick (jeweils zwei Jahre).
Darüber hinaus muss festgehalten werden, dass Leipzigs Leistungen zum Saisonende doch deutlich nachließen. Die beiden 1:4-Niederlagen gegen Bayer Leverkusen und Freiburg stehen stellvertretend dafür - und zwangen die Verantwortlichen offenbar mitunter zum Handeln.
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Ole Werner muss seinen Hut nehmen

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Demichelis soll's richten: Vom Absteiger nach Leipzig

Nun steht beim zweimaligen DFB-Pokalsieger der nächste Umbruch bevor. Als Nachfolger soll bereits Martín Demichelis feststehen.
Eine offizielle Bestätigung des Vereins steht zwar noch aus, und auch Klopp äußerte sich zurückhaltend (”An Spekulationen beteilige ich mich nicht”). Dennoch gilt der 45-Jährige als Wunschlösung der Verantwortlichen.
Der ehemalige Verteidiger des FC Bayern arbeitete zuletzt als Cheftrainer beim spanischen Erstligisten RCD Mallorca, konnte den Abstieg des Inselklubs aber nicht verhindern.
Da Demichelis Mallorca erst im März dieses Jahres übernommen hatte, stellt sich die Frage, wie belastbar eine Bewertung seiner Arbeit tatsächlich ist.
"Es ging ausschließlich ums Überleben”, erklärt Fußball-Experte Adrian Garcia von Eurosport Spanien.
"Meiner Meinung nach hat er seine Aufgabe nicht gut gelöst. Schließlich verfügte Mallorca mit Vedat Muriqui über den zweitbesten Torschützen der Liga (23 Tore; Anm. d. Red.) und übernahm von Jagoba Arrasate eine Mannschaft mit klaren Strukturen und einem gefestigten Projekt", sagt er weiter.
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Martín Demichelis in seiner Rolle als Mallorca-Trainer

Fotocredit: Getty Images

Demichelis einst Jugendtrainer beim FC Bayern

Letztlich sei der Abstieg jedoch nicht allein auf sportliche Defizite zurückzuführen gewesen, sondern auch auf mentale Probleme innerhalb der Mannschaft, so Garcia.
Der bevorstehende Wechsel nach Leipzig, der durch eine Ausstiegsklausel in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro ermöglicht werden soll, markiert auch für Demichelis einen Neuanfang.
Vor seinem rund dreimonatigen Intermezzo auf Mallorca sammelte der Argentinier Trainererfahrung bei Monterrey in Mexiko sowie beim Traditionsklub River Plate.
Seine ersten Schritte als Cheftrainer machte Demichelis allerdings in Deutschland: Beim FC Bayern betreute er zunächst die U19, später die zweite Mannschaft.
Verfügt ”Micho”, wie er genannt wird, also über das notwendige Format, um bei einem Topklub wie Leipzig dauerhaft erfolgreich zu sein?
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Mario Gomez, Martín Demichelis und Danijel Pranjic (von links) im Sommer 2009 im Training des FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

Personalie Demichelis birgt Risiko

”Zumindest hat er bei River Plate die Erfahrung gesammelt, eine Spitzenmannschaft zu führen”, sagt Garcia.
Mit dem argentinischen Rekordmeister erreichte Demichelis einen Punkteschnitt von 1,98, gewann die Meisterschaft und holte zudem den Pokal.
Verbindungen zum FC Bayern könnten ihm den Einstieg in Leipzig zusätzlich erleichtern. Dort trifft er mit Mario Gomez, dem Technischen Direktor des globalen RB-Fußballnetzwerks, auf einen alten Bekannten. Beide standen in der Saison 2009/10 gemeinsam für die Münchner auf dem Platz.
Fest steht jedoch: Die Verpflichtung von Demichelis ist mit Risiken verbunden. Sowohl für die Verantwortlichen um Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff, Marcel Schäfer (Sport-Geschäftsführer) und Gomez als auch für Klopp selbst.
Der zweimalige Welttrainer gilt als einer der entscheidenden Befürworter der Personalie und wird sich letztlich an deren Erfolg messen lassen müssen.
Entsprechend aufmerksam dürfte Klopp die Entwicklungen der kommenden Wochen verfolgen - wenn auch aktuell aus großer Distanz.
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Quelle: SNTV


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