Serge Gnabry beim FC Bayern München: Garant für die großen Nächte

Serge Gnabry hat den FC Bayern mit seinem Doppelpack gegen Olympique Lyon ins Finale der Champions League gegen PSG geführt. Nicht das erste Mal, dass der deutsche Nationalspieler auf der großen europäischen Bühne überzeugt. Coach Hansi Flick und Vorstandsmitglied Oliver Kahn sparen nicht mit Lob für den Spieler, der stellvertretend für den gelungenen Umbruch beim deutschen Rekordmeister steht.

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Als Serge Gnabry am Mittwochabend mit einer Aussage von Ex-Arsenal-Teamkollege Per Mertesacker über seinen mittlerweile vorhandenen Abschluss mit dem linken Fuß konfrontiert wurde, musste er schmunzeln.
"Ich glaube, den hatte ich damals auch schon", sagte der 25-Jährige bei "DAZN". So zielführend und effektiv wie beim 3:0-Halbfinalerfolg des FC Bayern hatte er seinen eigentlich schwächeren Fuß jedoch bei den Gunners, bei denen Gnabry von 2011-2016 unter Vertrag stand, selten einsetzen können.
Doch nun, nach seiner Gala gegen Olympique Lyon, nach dem Einzug ins Champions-League-Finale, schwärmt ganz Europa von Gnabrys linkem Huf. Von Gnabry, dem Erlöser. Dem Mann beim FC Bayern für die besonderen Europapokal-Nächte.

Gnabry beim FC Bayern: Einer für die großen Spiele

"Das 1:0 war absolut herausragend, wie er es abgeschlossen hat und wie er es selbst vorbereitet hat", lobte Hansi Flick im Anschluss seinen Matchwinner.
Gleich fünf Gegenspieler hatte Gnabry bei seinem Solo in der 18. Minute stehen gelassen. Wie Arjen Robben zu seinen besten Zeiten war er vom rechten Flügel in die Mitte gezogen, ehe er den Ball unhaltbar und mit Wucht im linken oberen Knick versenkte. Auch Vorstand Oliver Kahn sparte am Donnerstag nicht mit Lobpreisungen: "Sein Tor kann man guten Gewissens als Weltklasse bezeichnen."
Es war nicht das erste Mal, dass Gnabry, der in der 33. Minute per Abstauber auch noch das 2:0 folgen ließ, auf der großen europäischen Bühne glänzte. Neun seiner insgesamt 23 Treffer in der laufenden Saison erzielte der Außenspieler in der Königsklasse, was hinter den überragenden 15 Toren von Robert Lewandowski fast ein bisschen untergeht.
Allein vier vergangenen Oktober beim 7:2 über Tottenham, zwei im Achtelfinale in London gegen Chelsea, eins gegen Barcelona. Alles wichtige Spiele, alles große Gegner, gegen die er laut Flick besonders gerne "Sahnetage" erwische.
Der Deutsche wird auf dem Weg zum zweiten Triple der Vereinsgeschichte immer mehr zu Bayerns Schlüsselspieler, auf den sich die Mannschaft verlassen kann, wenn es darauf ankommt.

FC Bayern: Flick und Kahn sehen Gnabry noch nicht am Maximum

"Wenn man die Entwicklung von Serge die letzten Jahre sieht, nicht nur beim FC Bayern, auch bei der Nationalmannschaft, dann muss man sagen, dass er schon nahe an einem Weltklassespieler ist", so Flick, der Gnabry bereits "enorme Qualitäten" attestiert, ihm jedoch noch mehr zutraut: "Ich bin der Überzeugung, dass er noch lange nicht am Ende ist."
"Seine Leistungskurve geht von Jahr zu Jahr weiter nach oben", meint auch Kahn.
Ein beeindruckender Werdegang, der noch vor vier Jahren nicht unbedingt abzusehen war. In der Saison 2015/2016 hatte Arsenal Gnabry zu West Bromwich Albion ausgeliehen, nach fünf Monaten und einer Versetzung in die zweite Mannschaft schoben ihn die Baggies im Januar 2016 aber vorzeitig wieder ab. Der damalige Teammanager Tony Pulis urteilte: "Serge ist hierhergekommen, um zu spielen, aber aus meiner Sicht hat er derzeit nicht das Niveau, um Spiele zu bestreiten."
Der FC Arsenal transferierte Gnabry im Sommer 2016 für fünf Millionen Euro Ablöse zu Werder Bremen. Im Jahr darauf zahlte der FC Bayern acht Millionen für den gebürtigen Stuttgarter, ließ ihn eine Saison lang bei der TSG Hoffenheim reifen - und darf sich jetzt auf die Schulter klopfen.

Serge Gnabry: Anführer des Umbruchs beim FC Bayern

Auf seine Weise hat es Gnabry geschafft, den Abgang der legendären Flügelzange bestehend aus Franck Ribéry und Robben zumindest teilweise aufzufangen, was viele Kritiker - zumindest in so kurzer Zeit - nicht für möglich gehalten hatten.
Gnabry ist eine der Hauptfiguren des vielzitierten "Umbruchs" beim deutschen Rekordmeister, der 2018 mit seiner Ankunft und dem Abgang des großen Jupp Heynckes begonnen hatte.
Seitdem reift eine neue Bayern-Generation heran, zu der neben Gnabry auch Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Niklas Süle zählen. Eine Generation, die mit Hilfe einiger verbliebener Helden der ersten Triple-Ära am kommenden Sonntag im Finale gegen PSG (21:00 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) eine ganz eigene Erfolgsgeschichte krönen kann.
Der "Umbruch" wäre dann wohl endgültig abgeschlossen. Auch dank Gnabry.
(mit SID)
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