Niklas Süle vor Comeback: Was sich beim FC Bayern jetzt ändert
256 Tage nach seinem in der Hinrunde erlittenen Kreuzbandriss stand Niklas Süle im DFB-Pokalfinale wieder im Kader des FC Bayern. In Berlin reichte es noch nicht für das Comeback, in der entscheidenden Phase der Champions League könnte es jedoch soweit sein. Stellt sich die Frage, was die Rückkehr des eigentlichen Abwehrchefs für das zuletzt so starke Duo David Alaba und Jérôme Boateng bedeutet.
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Niklas Süle wusste es sofort.
Nach einem Zweikampf mit Florian Niederlechner blieb der 24-Jährige mit schmerzerfülltem Gesicht auf dem Boden der Augsburger WWK Arena liegen und griff sich ans linke Knie. Wenig später humpelte er von Betreuern gestützt in die Katakomben. Kreuzbandriss im linken Knie.
Acht Spieltage war die Bundesliga-Saison gerade einmal alt, da war sie für Süle auch schon beendet. Dass ein Einsatz im DFB-Pokalfinale in Berlin dennoch möglich war und die entscheidende Phase der Champions League sowie die paneuropäische EM (verlegt ins Jahr 2021) keineswegs zu früh kommt, dafür sorgte die Corona-Pandemie.
FC Bayern: Volle Kapelle für Hansi Flick
Und so bietet sich Trainer Hansi Flick pünktlich zur entscheidenden Phase in der Königsklasse die komfortable Situation, personell aus dem Vollen schöpfen zu können. Doch was wird der frischgebackene Double-Coach jetzt ändern?
Wahrscheinlich nicht sonderlich viel. Das Abwehrduo David Alaba und Jérôme Boateng war schließlich dafür verantwortlich, dass die Münchener eine Fabel-Rückrunde spielten und 49 von 51 möglichen Punkten holten. Nie war das etwas ausgelutschte Motto "never change a running system" angebrachter.
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Auch beim Achtelfinal-Hinspiel der Champions League an der Stamford Bridge beim FC Chelsea (3:0) stand das Duo in der Startelf und zeigte, dass es den allerhöchsten Ansprüchen genügt.
Bastian Schweinsteiger sagte am Rande des DFB-Pokalfinals gegen Bayer Leverkusen (4:2) in seiner neuen Funktion als Experte für die "ARD" über den von Flick zum Abwehrchef umgeschulten Alaba, dass er "einer der drei besten Innenverteidiger der Welt" sei.
Niklas Süle: Erste Option noch vor Hernández
Es ist höchst unwahrscheinlich, um nicht zu sagen ausgeschlossen, dass der Österreicher noch in dieser Saison aus der Innenverteidigung zurück auf die Linksverteidigerposition rotiert. Zumal sich dort Alphonso Davies als die Positiv-Überraschung der Saison herauskristallisierte.
Süle wird sich daher erst einmal auf der Bank neben seinem Teamkollegen Lucas Hernández einreihen müssen. Der Franzose galt bisher als erste Alternative in der Innenverteidigung, bekommt mit dem deutschen Nationalspieler nun aber einen weiteren Konkurrenten im Kampf um Spielzeit.
Und der meint es durchaus ernst.
Niklas Süle macht keinen Urlaub
Denn während seine Kollegen an den Stränden dieser Welt flanieren und nach einer aufreibenden Saison im wohlverdienten Urlaub Kräfte tanken, dreht der 24-Jährige zusammen mit Neuzugang Leroy Sané seine Runden an der Säbener Straße und versucht, den Fitness-Rückstand nach seiner langen Verletzungspause zumindest zu verkleinern.
Eine Entscheidung, die nicht etwa Coach Flick für ihn traf, wie dieser gegenüber "Bild" bestätigte: "Niklas wollte selbst trainieren - das finde ich auch gut. Er hat einiges nachzuholen, ist aber auf einem guten Weg. Die zehn Tage tun ihm gut im Hinblick auf die Vorbereitung für die Champions League."
Beim Final-Turnier in Lissabon, vorausgesetzt der FC Bayern bringt den 3:0-Vorsprung aus dem Achtelfinal-Hinspiel gegen den FC Chelsea ins Ziel, soll Süle dann endgültig als echte Alternative für die Innenverteidigung bereitstehen.
"Ich freue mich drauf, mich nach dem Urlaub mit der Mannschaft auf das nächste Ziel vorbereiten zu können. Das ist klar das Finale in der Champions League in Lissabon", wird Flick in der "Bild" zitiert.
Mindestens genauso sehr freut sich der Trainer darüber, den Henkelpott in voller Mannschaftsstärke angreifen zu können.
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