PSG - BVB | Thomas Tuchel rechnet nach Sieg mit Kritikern ab

Paris Saint-Germain hat Borussia Dortmund im Achtelfinale der Champions League ausgeschaltet (1:2, 2:0) und damit den eigenen K.o.-Runden-Fluch besiegt. Für Trainer Thomas Tuchel stellt dieser Erfolg über den Ex-Klub eine große Genugtuung dar. Das ließ er in einem Interview nach dem Spiel durchblicken, in dem er mit seinen Kritikern abrechnete.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

Da war ordentlich Druck auf dem Kessel.
Hätte es die gewöhnungsbedürftige Kulisse auf den leeren Rängen nicht gegeben, man hätte den Eindruck gewinnen können, dass Paris Saint-Germain da auf dem Rasen des Prinzenparkstadions gegen Borussia Dortmund soeben die Champions League gewonnen hatte.
Dermaßen ekstatisch fielen die Feierlichkeiten nach dem verdienten 2:0-Erfolg aus. Der losgelöste Torjubel Neymars nach dem Führungstreffer, die Imitation des Dortmunder Stürmers Erling Haaland des gesamten PSG-Kaders, bis hin zur ausgelassenen Partynacht mit den eigentlich ausgesperrten Fans nach dem Spiel. Da war eine Menge Genugtuung dabei.

Thomas Tuchel grinst sich eins

Besonders einem Mann war diese anzumerken. Thomas Tuchel kam aus dem Grinsen nicht mehr heraus.
Gemeinsam mit seinem Team hatte der PSG-Trainer den Achtelfinal-Fluch des eigenen Klubs besiegt. Ausgerechnet im Duell mit dem Verein, den der 46-Jährige vor drei Jahren im Unfrieden verlassen hatte. In einer Phase der immer lauter werdenden öffentlichen Infragestellung seiner Person.
Also nutzte der Deutsche die Gunst der Stunde und rechnete mit seinen Kritikern ab.

Tuchel wettert gegen Kritiker

"Ich sehe all die Schlagzeilen. Tuchel hat sein Team nicht im Griff. Die Spieler machen, was sie wollen, das ist ja ein Zirkusdirektor, klagte er am "Sky"-Mikrofon. Und weiter:
Der ehemalige Mainzer und Dortmunder Coach versuchte erst gar nicht, seine Erleichterung über den geglückten Coup zu verstecken. "Dirk Nowitzki hat es in seinem Buch wunderbar geschildert: Manchmal gewinnt der Druck - und manchmal gewinnst du", erklärte er.
Der angesprochenen Druck hatte sich in den vergangenen Wochen langsam aber sicher aufgebaut. Die Geduld der milliardenschweren katarischen Investoren mit Tuchel sei bald am Ende, hieß es.
Öffentichkeitswirksam wurde über die Ablösung des Trainers im Falle eines Ausscheidens gegen Dortmund diskutiert. Hinzu kam das Gerede über die fast kuriose Pleitenserie von PSG im "Königsklassen"-Achtelfinale. Und schließlich die Unruhe wegen des sich ausbreitenden Coronavirus.
"Die Gemengelage vorher und wie über unsere Mannschaft vorher gesprochen wird, das hat ja immer so ein Geschmäckle. Diesmal ging vor dem Spiel alles schief", meinte Tuchel:
Der Trainer dürfte sich gestern fürs Erste freigeschwommen haben.

Dortmund hadert mit Neymar

Beim BVB beschäftigte man sich nach der eigenen insgesamt enttäuschenden Leistung nicht mit dem ungeliebten Ex-Coach. Vielmehr stand Superstar Neymar im Mittelpunkt. Der Brasilianer hatte nicht nur ein Tor erzielt, sondern auch die späte Rote Karte für Emre Can proviziert.
"Wir wissen, dass Neymar ein guter Schauspieler ist. Das hat er wieder gezeigt", grummelte Manager Michael Zorc. Trainer Lucien Favre fand die Situation, die zum Platzverweis geführt hatte "fast lächerlich. Neymar hat ein wenig übertrieben."
Das eigene Spiel wurde weniger emotional analysiert und bewertet. "Ich weiß nicht, ob der Mut gefehlt hat: Wir waren nicht gut genug heute, zu fehlerbehaftet", meinte Zorc. Trainer Lucien Favre hatte sogar einen "nicht schlechten Auftritt" seines Teams gesehen.
Fakt ist, für Thomas Tuchel und Co. hat es an diesem denkwürdigen Abend von Paris nicht gereicht.
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung