Ausrutschen strengstens verboten - im Nervenspiel gegen Zenit St. Petersburg steht Borussia Dortmund nach seinem Champions-League-Fehlstart unter Siegzwang. "Zenit hat sehr gute Einzelspieler. Aber das interessiert mich nicht. Wir müssen gewinnen!", forderte Sportdirektor Michael Zorc energisch. Stürmerstar Erling Haaland geht voller Kampfeslust voran: "Es wird fantastisch, nach dieser bitteren Niederlage in Rom zurückzuschlagen."

Vor dem ersten Gruppen-Heimspiel am Mittwochabend (ab 21.00 Uhr im Eurosport Liveticker) gegen den russischen Meister geistert ein Horrorszenario umher: Das Aus wäre finanziell besonders in Zeiten fehlender Zuschauereinnahmen ein schwerer Schlag. "Das Weiterkommen ist komplett unser Ziel und auch unsere Verantwortung", betonte Zorc. "Wir dürfen uns keinen Ausrutscher mehr erlauben."

Champions League
Borussia Mönchengladbach - Real Madrid live im TV und im Livestream
27/10/2020 AM 15:45

Die Gruppe F mit Lazio Rom, St. Petersburg und dem FC Brügge wurde allgemein als machbar bis leicht eingeschätzt, andere Vereine traf es deutlich schlimmer. Doch das 1:3 in Rom hat Zweifel geweckt. Zum zweiten Mal nach dem Ligaspiel beim FC Augsburg (0:2) wurde der BVB in dieser jungen Saison körperlich und emotional abgekocht. "Es gibt viele Möglichkeiten zu punkten. Ich habe gar keine Angst, dass wir nicht weiterkommen", sagte Thomas Delaney dennoch.

Die chancenlosen Schalker waren beim 3:0 in ihrer Harmlosigkeit am Samstagabend kein Gradmesser. "Das war nicht brillant, aber gute Arbeit. Für dieses Spiel okay. Wir müssen aber noch eine Schippe drauflegen", forderte Zorc. Immerhin erstickte der Derbysieg eine drohende Diskussion über Trainer Lucien Favre, der sich erstaunlicherweise weiter nicht auf eine Nummer eins im Tor festlegt.

Champions League: Pflichtsieg für den BVB gegen Zenit St. Petersburg

Wer im Multimillionenspiel Königsklasse bestehen will und ernsthafte Ambitionen anmeldet, muss Zenit schlagen. "Sie sind sehr gefährlich. Wir brauchen eine große Leistung und müssen sehr, sehr clever sein", warnte Favre zwar. Aber St. Petersburg hat zum Auftakt überraschend gegen Brügge verloren (1:2), ist seit zwölf Europacupspielen ohne Sieg und hat die Generalprobe gegen Rubin Kasan (1:2) in den Sand gesetzt.

Wenig spricht also gegen den ersten Sieg und weitere Wiedergutmachung - wären da nicht die Nerven und der Druck. "Wir müssen unbedingt Geld verdienen", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zuletzt im "Aktuellen Sportstudio" des "ZDF". Schließlich kostet den BVB mit seinem riesigen Stadion jedes Geisterspiel eine Millionensumme.

Zur Unzeit flammt in Dortmund zudem eine Diskussion über Marco Reus auf. Nach scharfer Kritik des "Sky"-Experten Dietmar Hamann, der lieber den Abwehr-Anführer Mats Hummels als Kapitän sähe, fühlte sich Watzke zu einer Reaktion gezwungen. "Marco ist ein guter Kapitän", sagte der Klub-Boss der "Bild"-Zeitung.

Dass der 31-Jährige "nach dieser langen Verletzungspause Zeit benötigt, seine Leistung zu stabilisieren, ist ja wohl einleuchtend", sagte Watzke: "Wir wissen jedenfalls, was wir an ihm haben." Zuletzt allerdings war Reus dem Anspruch, die vielen Talente zu führen, nicht gerecht geworden. In Rom gingen die jungen Wilden des BVB mit unter, sie zahlten Lehrgeld.

Extra Time - Der Eurosport-Podcast:

Spotify oder Apple Podcast? Höre alle Folgen "Extra Time" auf der Plattform deines Vertrauens

(SID)

Das könnte Dich auch interessieren: Ex-Berater von Lewandowski festgenommen

Von 1A bis 2B: So können die Bayern auf den Davies' Ausfall reagieren

Bundesliga
Rummenigge warnt: Bei Lockdown droht Liga der Kollaps
27/10/2020 AM 15:09
Bundesliga
Schalke belohnt seinen einsamen Derby-Fan
27/10/2020 AM 14:02