Die Chance war klein, aber es gab sie.
Nachdem Borussia Dortmund die Qualifikation zur Champions League über die Bundesliga in den vergangenen Monaten mehr und mehr aus den Augen verloren hatte, war die Möglichkeit dazu in der Königsklasse selbst noch intakt.
Der Titelgewinn würde zur erneuten Teilnahme im kommenden Jahr berechtigen.
Champions League
Drei Dinge, die auffielen: Bellingham bringt Pep zum Fluchen
14/04/2021 AM 23:14
Zwar stand in Manchester City das derzeit wohl beste Vereinsteam der Welt im Weg, doch nach dem beachtlichen Hinspielergebnis (knapp 1:2), war der Halbfinaleinzug durchaus im Bereich des Möglichen gewesen.
Seit kurz vor 23 Uhr am Mittwochabend ist dieses Gedankenspiel Geschichte. Eine erneute 1:2-Niederlage beendete den Weg des BVB durch internationale Gefilde und schnitt die Abkürzung in Richtung der Geldtöpfe - die doch so dringend benötigt werden - ab.
Nun muss sich Dortmund alle Kräfte bündeln, um doch noch den vierten Platz in der Bundesliga zu erreichen. Doch wie wahrscheinlich ist dies überhaupt?
Spielbericht: Umstrittener Elfmeter: BVB scheitert im Viertelfinale an ManCity

Rückstand auf Wolfsburg und Frankfurt ist enorm

Fest steht: Es gab schon leichtere Aufgaben. Denn der Rückstand des aktuell Tabellenfünften (46 Punkte) auf die direkten Konkurrenten aus Wolfsburg auf Platz drei (54) und Frankfurt (Vierter/53) ist schon beachtlich.
Sechs Spiele bleiben, um das Ruder noch rumzureißen. Nüchtern betrachtet, sollte jedes einzelne gewonnen werden. Leicht wird das aber nicht.
Schon am kommenden Wochenende wartet mit dem Heimspiel gegen Werder Bremen eine Prüfung, die auf dem Papier als "Formsache" daherkommt, angesichts des Kraftverlusts unter der Woche und der diesjährigen Schwäche gegen Mittelklasseteams durchaus Gefahren birgt.
"Morgen werden wir aufstehen und uns wieder zusammenraffen, sammeln und regenerieren. Und dann werden wir Sonntag (ab 15:30 Uhr im Liveticker) alles reinwerfen, um nächstes Jahr wieder so eine Chance zu bekommen", stimmte Edin Terzic seine Jungs deshalb auch noch am Abend des City-Spiels ein.
Der Trainer weiß um die Dringlichkeit. Seine Mannschaft wird in den kommenden Wochen Charakter und Stehvermögen zeigen müssen.

BVB: Bellingham (li.) jubelt nach dem Tor zum 1:0 gegen City

Fotocredit: Getty Images

Auf den BVB warten jede Menge K.o.-Spiele

"Die Saison ist bislang nicht ganz einheitlich für uns", hatte Michael Zorc schon vor dem Rückspiel gegen Manchester gesagt. In der Champions League habe man sehr gute Leistungen gebracht, im DFB-Pokal seine Hausaufgaben erledigt. Nur in der Liga, da hapere es. "Da aber eben deutlich!"
Und so erhöhte auch der Manager den Druck auf die kickende Belegschaft noch einmal deutlich. Lippenbekenntnisse, wie das von Emre Can von vor gut zwei Wochen ("Ich habe keinen Bock darauf, in der Europa League zu spielen?) reichen nicht mehr. Den Worten müssen Taten folgen.
Nach Bremen kommt mit Union Berlin ein weiterer dringend zu schlagender Gegner in den Signal-Iduna-Park. Gefolgt von der zweiten Kategorie im Saisonendspurt, den K.o.-Spielen.
Ein Sieg in Wolfsburg könnte ungeahnte Kräfte freisetzen, einer im Pokalhalbfinale gegen Kiel am 1. Mai ist dagegen fest eingeplant. Dann steht eventuell zweimal RB Leipzig auf der Tagesordnung.
Einmal (ganz sicher) im eigenen Stadion in der Liga, dann (vielleicht) im Pokalfinale. Hintenraus findet die Spielzeit dann in Mainz und zu Hause gegen Leverkusen ein schwungvolles Ende.
Man könnte auch sagen: acht Siege für ein Halleluja.

Dortmund zu instabil für die Aufholjagd?

"Wir müssen jedes Spiel ernst nehmen und versuchen, in jedem Spiel zu punkten. Dann werden wir sehen, was am Ende passiert", fordert Can.
Die Vorzeichen sind aber alles andere als gut. Zwar spielt der Tabellendritte Wolfsburg - neben dem direkten Duell - auch noch gegen Bayern und Leipzig, die Borussia selbst kommt aber zu instabil daher.
In fünf Pflichtspielen in Folge hat man zwei Gegentore kassiert (und in sieben der letzten acht) - so schlecht verteidigte der BVB zuletzt 2003. Folge: Nur zwei dieser acht Partien konnte man gewinnen.
Die Zentrale mit Mo Dahoud, Jude Bellingham und Emre Can geht nach jeder Menge Spielen in den vergangenen Wochen auf dem Zahnfleisch. Erling Haaland hat zudem seine Torgarantie verloren.
Das Erreichen der Champions League dürfte also tatsächlich einem mittleren Fußballwunder gleichkommen.
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