In seinem Instagram-Post, in dem sich Jérôme Boateng auch über den vorzeitigen Achtelfinaleinzug des FC Bayern in der Champions League freute, war die primäre Botschaft eine andere.

"Bitte diskutiert nicht mehr über andere Torhüter, denn er ist der beste, den es jemals gab", schrieb der ehemalige Nationalverteidiger unter ein Bild seines Kollegen Manuel Neuer - denn er wusste genau, bei wem er sich nach dem komplizierten 3:1-Sieg gegen den FC Salzburg zu bedanken hatte.

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Ganze elf Mal feuerten die Österreicher aus teils bester Abschlussposition auf den Kasten des Bayern-Torwarts, zehn Mal konnte er parieren.

Gäste-Coach Jesse Marsch sah genau wie Boateng den Hauptgrund für das Scheitern der Salzburger in einem Mann: "Die Qualität von Neuer war zu groß."

Manuel Neuer: Seit Monaten in Topform

Seit Monaten befindet sich Neuer nun schon in bestechender Form. Nicht Woche für Woche, sondern im Dreitages-Rhythmus hält der 34-Jährige Unhaltbares und rettet seiner Mannschaft Punkte.

"Manu spielt schon über ein Jahr, seit ich Trainer bin, sensationell", schwärmte Hansi Flick nach der Partie am Mittwochabend. "Er ist in der Form seines Lebens, wenn man so will. Was er für eine Ruhe ausstrahlt – wenn ein gegnerischer Stürmer auf ihn zukommt, wird es immer verdammt schwierig, ein Tor zu machen. Da wird das Tor immer, immer kleiner."

Ob Mergim Berisha, der in der 15. Minute im Eins-gegen-eins an Neuer scheiterte, Dominik Szoboszlai, der in Minute 35 die Panik in den Beinen spürte und die Kugel gut fünf Meter drüber haute oder Enock Mwepu, dessen Versuch aus sechs Metern am unüberwindbaren Welttorhüter abprallte - sie alle können ein Lied von diesem von Flick beschriebenen immer kleiner werdenden Tor singen.

FC Bayern: Hinten nicht immer sattelfest

Die Gründe für die Extraklasse seines Keepers sieht der 55-Jährige vor allem auf mentaler Ebene: "Es kommt nicht von ungefähr. Manu ist ein wahnsinniger Profi, er ist sehr fokussiert und konzentriert auf seinen Job. Deswegen kann er auch Woche für Woche diese Topleistung abrufen."

FC Bayern - FC Salzburg: Parade von Manuel Neuer

Fotocredit: Imago

Allerdings dürfte weder Neuer noch Flick gefallen, dass sich der Keeper derzeit in solch regelmäßigen Abständen überhaupt auszeichnen muss. In der Bundesliga kassierten die Bayern bereits zwölf Gegentore - nur Ligadurchschnitt, acht Mannschaften kassierten weniger.

"Wir haben zuletzt zu viele Gegentore bekommen, zu viele Chancen zugelassen", monierte Neuer und forderte eine kollektive Steigerung - wohl wissend, dass die Münchner in der Defensive aufgrund diverser Ausfälle aktuell auf dem Zahnfleisch gehen.

Bayern braucht Neuer mehr denn je

Mit Alphonso Davies, Joshua Kimmich, Niklas Süle, Tanguy Nianzou Kouassi und Bouna Sarr fehlen derzeit gleich fünf Defensivspezialisten. Zudem saß gegen Salzburg auch Lucas Hernández mit einer Hüftprellung 90 Minuten auf der Bank. Flick musste mit der Viererkette Benjamin Pavard, Boateng, David Alaba und Chris Richards schon fast das letzte Aufgebot auffahren.

So platt es auch klingt: Neuer wird gebraucht, vielleicht mehr denn je, und er liefert. "Er macht es einfach sensationell, hat wahnsinnige Reflexe. Ich bin wirklich froh, dass er aktuell in dieser Form ist", freut sich Flick deshalb.

Und Neuer? Für ihn sei "wichtigsten, ein guter Rückhalt für die Mannschaft zu sein". Ob zehn oder zwei gehaltene Torschüsse, der gebürtige Gelsenkirchener sieht es ganz pragmatisch: "Man tut ja was man kann."

Präziser kann man eine Jobbeschreibung wohl nicht auf den Punkt bringen.

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