FC Bayern vs. Lok Moskau: Drei Dinge, die auffielen - Müller brennt auch im Eisschrank

Der FC Bayern hat ohne Glanz und Gloria auch das abschließende Heimspiel der Champions-League-Gruppenphase gegen Lokomotive Moskau für sich entschieden (2:0). Obwohl Thomas Müller dabei nur eine Halbzeit mitwirkte, stellte er einmal mehr seinen Wert unter Beweis. Letztlich war es jedoch Edeljoker Serge Gnabry, der die etwas behäbigen Münchener aufweckte. Was uns auffiel.

Thomas Müller (FC Bayern) im Champions-League-Spiel gegen Lokomotive Moskau

Fotocredit: Imago

Der FC Bayern bleibt auch im 17. Champions-League-Spiel in Serie ohne Niederlage. Der Titelverteidiger setzte sich zum Abschluss der Gruppenphase in der heimischen Allianz-Arena 2:0 (0:0) gegen Lokomotive Moskau durch.
Trotz des letztlich souveränen Erfolges benötigten die Münchener einiges an Anlaufzeit, um auf Betriebstemperatur zu kommen.
Erst die Tor-Premiere von Niklas Süle in der Königsklasse brachte den deutschen Rekordmeister auf die Siegerstraße (63.). Robert Lewandowskis Vertreter Eric Maxim Choupo-Moting sorgte für den Endstand (80.).
Drei Dinge, die uns beim Spiel FC Bayern gegen Lokomotive Moskau auffielen.

1. Müller brennt auch im Eisschrank

Obwohl der Titelverteidiger den Einzug ins Achtelfinale der Champions League unlängst eingetütet hatte, war die Zielsetzung des FC Bayern auch vor dem finalen Gruppenspiel gegen Lokomotive Moskau klar.
"Wir wollen ein wirklich starkes Champions-League-Jahr mit einem Sieg beenden", forderte Trainer Hans-Dieter Flick vor der Partie bei "Sky", womit er ganz offensichtlich auf einer Wellenlänge mit Thomas Müller lag.
Bei frostigen Temperaturen in der Allianz Arena (ein Grad Celsius) war es einmal mehr der Ex-Nationalspieler, der als Lautsprecher voranmarschierte und so das notwendige Feuer bei seinen Mitspielern entfachte.
"Phonzie, genau so", lobte er Alphonso Davies, der nach überstandenem Bänderriss im rechten Sprunggelenk erstmals seit Ende Oktober wieder in der Startformation stand.
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Thomas Müller - FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

Wenig später forderte er von Leroy Sané den Einsatz der "rechte Kelle", als dieser den Abschluss mit dem etwas schwächeren Fuß in aussichtsreicher Position verweigerte.
Trotzdem bekam der Neuzugang auch Zuspruch von "Radio Müller", wie über die Außenmikrofone deutlich zu vernehmen war. "Guter Ball", kommentierte er ein Flanken seines Mitspielers lautstark.
Auch wenn dem Ex-Nationalspieler selbst spielerisch bei Weitem nicht alles gelang, rieb er sich in gewohnter Manier unermüdlich für seine Mannschaftskollegen auf.
Und in der 39. Minute fehlte nicht viel, da hätte sich Müller auch im dritten Spiel in Serie in die Torschützenliste eingetragen. Doch anders als noch im Bundesliga-Topspiel gegen RB Leipzig (3:3), als er an gleicher Stelle als Doppeltorschütze glänzte, traf er gegen Moskau nur das Außennetz.
Nach 45 Minuten gönnte Flick dem 31-Jährigen dann seine verdiente Pause. Letztlich reichte es dank der Treffer von Süle und Choupo-Moting auch ohne die Unterstützung des bajuwarischen Antreibers zu einem ungefährdeten 2:0-Erfolg.

2. Willkommene Verschnaufpause im Weihnachtsendspurt

Mit dem Überraschungsteam Union Berlin (12.12.) sowie den beiden bis dato noch ungeschlagenen Mannschaften aus Wolfsburg (16.12.) und Leverkusen (19.12) warten durchaus anspruchsvolle Aufgaben auf den Rekordmeister im Weihnachtsendspurt der Bundesliga.
Umso wichtiger war es für die Mannen von Flick am Mittwochabend, im für die Münchener unbedeutendem finalen Gruppenspiel gegen Lok Moskau möglichst wenig Körner zu lassen, was dank gütiger Mithilfe der Gäste auch gelang.
Das Duell mit dem Tabellensechsten der russischen Liga war für den Triple-Sieger von der ersten Minute an ein besseres Trainingsspiel unter Wettkampfbedingungen. Lok agierte über die komplette Spielzeit äußerst passiv und kam nur selten überhaupt aus der eigenen Hälfte heraus.
Die Münchener dominierten so das Geschehen lange Zeit nach Belieben (zwischenzeitlich 73 Prozent Ballbesitz), ohne dabei Gefahr auszustrahlen. Erst nach etwas mehr als einer halben Stunde konnten die Gastgeber in Person von Douglas Costa den ersten Torschuss verbuchen.
So musste letztlich eine Standardsituation für die Führung des Favoriten herhalten. Nach einer Ecke von Costa brachte Süle die Bayern mit seinem ersten Champions-League-Treffer auf die Siegerstraße (63.).
"Nach dem 1:0 war mir klar, dass wir das Spiel gewinnen, weil wir in der Defensive gut gestanden haben", konstatierte Flick am "Sky"-Mikrofon.
In der Tat erstickte seine Elf nahezu jede Kontergelegenheit der Gäste im Keim. Die Folge waren lediglich drei Schüsse auf das Gehäuse von Manuel Neuer.
Aus Sicht von Lok Moskau deutlich zu wenig, um den Rekordmeister ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

3. Gnabry küsst die Bayern wach

Nachdem der bayerische Motor im ersten Durchgang noch merklich stotterte, reagierte Flick zur Pause und brachte Gnabry für den auffälligen, aber glücklosen Müller, womit der 55-Jährige einmal mehr ein goldenes Händchen bewies.
Der Nationalspieler brachte frischen Wind von der Bank und hätte beinahe bereits nach wenigen Minuten den Moskauer Abwehrriegel geknackt.
Jedoch scheiterte der 25-Jährige zunächst am glänzend reagierenden Lok-Keeper Guilherme. Den Nachschuss setzte er dann knapp am Tor vorbei (57.).
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Serge Gnabry (rechts) kurbelte das Offensivspiel des FC Bayern gegen Lok Moskau an

Fotocredit: Getty Images

Trotzdem kurbelte Gnabry auf der ungewohnten Spielmacher-Position das Offensivspiel des Rekordmeisters an und sorgte immer wieder selbst für Gefahr.
"Gnabry hat vorne vieles verändert", analysierte "Sky"-Experte Erik Meijer treffend. Auch Flick sah eine deutliche Leistungssteigerung von seiner Mannschaft nach der Pause: "Wir haben in der ersten Halbzeit zu wenig investiert und zu wenig Tempo drin gehabt. Das haben wir in der zweiten Halbzeit besser gemacht."
Dies lag nicht zuletzt auch an Gnabry, der zehn Minuten vor dem Ende schließlich als genialer Vorlagengeber für Choupo-Moting in Erscheinung trat (80.) und sich somit noch in die Scorerliste eintragen konnte.
Anders als Gnabrys Konkurrenten auf den Außenbahnen, Sané und Costa, die zwar einen hohen Aufwand betrieben (Sané fünf Torschüsse - Costa zwei), letztlich aber wenig Ertrag vorweisen konnten.
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Nagelsmann stolz: "Die Jungs haben gebrannt!"

Quelle: Perform

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