Die Gastgeber erwischten den perfekten Start ins Achtelfinale und profitierten von einer frühen Slapstick-Einlage der Gäste: Porto attackierte Juve früh und störte die Alte Dame bereits im eigenen Strafraum am Spielaufbau.
Rodrigo Bentancur war mit seinen Gedanken offensichtlich noch in der Kabine und spielte einen fatalen Rückpass zu Wojciech Szczesny, in den Mehdi Taremi hereingrätschte und das Leder aus wenigen Metern im Tor der Gäste unterbrachte. Die Bianconeri lagen somit nach nur 65 Sekunden gegen eines der defensivstärksten Teams der Königsklasse zurück - alles andere als ein optimaler Beginn für den Favoriten.
Auch nach der Führung setzte Porto die sonst so spielstarken Italiener früh unter Druck und erstickte das Juve-Spiel somit schon im Keim. Es entwickelte sich eine Begegnung ohne viele Höhepunkte. Die Partie wurde körperlicher, wiederholt unterbrachen Fouls und Diskussionen den Spielfluss. Der spanische Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande behielt jedoch die Oberhand und kam bis zur 63. Minute ohne Karten aus.
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Juves erste Torannäherung gab es erst nach 17 Minuten zu sehen: Federico Chiesa nahm eine Flanke von Alex Sandro mit Risiko per Volley aus der Luft, doch der Versuch des Italieners landete nach einem Block im Toraus. Diese Szene sollte eine der wenigen Torgelegenheiten des ersten Durchgangs bleiben.
Porto erzwang durch ständiges Pressen immer wieder Fehler der Gäste, wie auch in der 23. Minute, als ein Pass von Szczesny bei Sérgio Oliveira landete, dessen Schuss jedoch abgefälscht wurde und über den Kasten flog.
Nach etwas mehr als einer halben Stunde verloren die Gäste mit Giorgio Chiellini verletzungsbedingt ihren Kapitän und Leader. Der Routinier wurde durch Merih Demiral ersetzt (35.).
Die Defensive der Italiener wurde bis zum Halbzeitpfiff jedoch ohnehin nicht mehr gefordert. Adrien Rabiots sehenswerter Fallrückzieher konnte von Porto-Keeper Augustin Marchesin pariert werden. Aufgrund einer Abseitsposition hätte der Kunstschuss des Franzosen aber ohnehin nicht gezählt. Mit einem 1:0 für den FC Porto ging es in die Pause im Estadio do Dragão.
Wer dachte, dass die Gäste in Durchgang eins einen echten Fehlstart hingelegt hatten, dem wurde nur 19 Sekunden nach dem Wiederanpfiff vor Augen geführt, dass es noch schlimmer geht. Wilson Manafa trieb den Ball auf der rechten Außenbahn nach vorne und konnte ungestört in die Mitte passen, wo Moussa Maréga stand und das Leder im rechten unteren Eck versenkte (46.).
Auch nach dem zweiten Gegentreffer offenbarte die Hintermannschaft der Bianconeri eklatante Schwächen: Oliveira konnte ungestört durch Mittelfeld spazieren, platzierte seinen Schuss aus 15 Metern aber nicht präzise genug (52.).
In der Offensive schafften es die Gäste dann aber, mehr Tempo zu erzeugen. In der 61. Minute verpasste Cristiano Ronaldo eine scharfe Hereingabe von Chiesa nur knapp, vier Minuten später versuchte es Bentancur mit einem zu hoch angesetzten Distanzschuss aus 25 Metern (65.).
Nachdem der eingewechselte Álvaro Morata in der 77. Spielminute aus Abseitsposition noch an Porto-Keeper Marchesin gescheitert war, markierte Chiesa nach feinem Querpass von Rabiot mit der rechten Innenseite schließlich den verdienten 1:2-Anschlustreffer (82.).
Das Auswärtstor verbesserte Juves Ausgangslage für das Rückspiel deutlich, zu mehr reichte es dann aber nicht mehr.

Die Stimmen:

Sérgio Conceição (Trainer FC Porto): "Die Spieler haben ein fantastisches Spiel gespielt. Sie haben bestmöglich umgesetzt, was wir für das Spiel geplant hatten. Herzlichen Glückwunsch an die Mannschaft, sie haben sich diesen Sieg erarbeitet. Das Gegentor haben wir aber nicht verdient."
Andrea Pirlo (Trainer Juventus Turin): "Wir haben Porto erlaubt, so zu spielen, wie sie wollten. Wir hätten den Ball schneller und besser zirkulieren lassen müssen. Porto hat die Mitte dicht gemacht und wir mussten auf die Flügel ausweichen, was nicht einfach ist, wenn der Ball nicht schnell genug läuft.“
Danilo (Juventus Turin): "Dies ist die Champions League und wir wussten, dass es ein sehr schwieriges Spiel gegen eine Mannschaft werden würde, die sich sehr gut auf dieses Spiel vorbereitet ist. Deshalb wussten wir, dass wir es uns nicht leisten konnten, die Fehler zu machen, die wir heute Abend gemacht haben.“
Pepe (FC Porto): "Wir haben Juventus gut studiert. Die Mannschaft hat die Anforderungen des Trainers sehr gut aufgenommen und umgesetzt. Wir wussten, dass wir hart pressen müssen, um Juventus vom Spielen abzuhalten. In solchen Partien ist es sehr schwierig, wenn man Zuhause ein Tor kassiert, dennoch haben wir ein großartiges Spiel gespielt."

Der Tweet zum Spiel:

Der FC Porto durfte sich über einen nicht unverdienten Heimsieg gegen den Favoriten aus Turin freuen.

Das fiel auf: Porto vorne blitzartig, hinten sattelfest

Im ersten Spielabschnitt fehlte es beiden Teams an Ideen und Bewegung im Offensivspiel. Die Folge: Es gab kaum Torchancen. Bezeichnend war es, dass Betancurs Lapsus nach wenigen Sekunden die Führung für die Gäste ermöglichte.
Im Anschluss agierte Porto, dass vor der Partie bereits 467 Minuten am Stück in der Champions League ohne Gegentor geblieben war, aus einer geordneten Defensive heraus und ließ kaum etwas zu. Juve verpasste es, Überzahlsituationen zu erzeugen oder durch schnelle Kombinationen Lücken zu reißen. Auch Superstar Cristiano Ronaldo trat kaum in Erscheinung. Dagegen war Oliveira auf Seiten von Porto der auffälligste Akteur auf dem Platz. Der Mittelfeld-Akteur lief viel und prüfte Szczesny gleich mehrmals.
Wie schon im ersten Durchgang nutzte Porto die ersten Sekunden nach Anpfiff für einen Treffer. Ein erneuter früher Rückschlag für die Pirlo-Elf, die sich im zweiten Durchgang verbessert präsentierte und mehr Tempo nach vorne erzeugen konnte und mit dem verdienten Auswärtstor belohnt wurde. Unter dem Strich blieb es aber eine spielerisch enttäuschende Leistung der Italiener.

Die Statistik: 78

In der Addition benötigte Porto für die beiden Treffer vom Anpfiff der ersten und zweiten Halbzeit weg gerade einmal rund 85 Sekunden: Mehdi Taremi nutzte Bentancurs Fauxpas nach circa 65 Sekunden eiskalt zum 1:0, Maréga drückte das Zuspiel von Wilson Manafa nur 19 Sekunden nach dem Seitenwechsel zum 2:0 über die Linie.
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