Thomas Tuchel wollte sich und seiner Mannschaft in Madrid eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel verschaffen und so am zweiten Champions-League-Finale in Folge teilnehmen. Im Vorjahr hatte der 47-jährige Krumbacher dieses Kunststück mit Paris Saint-Germain geschafft.
Die Blues erwischten tatsächlich den besseren Start, wirkten spritziger und zielstrebiger in der Offensive und hatten nach zehn Minuten beinahe Grund zum Jubeln. Nach einer feinen Kopfball-Ablage von Christian Pulisic scheiterte Timo Werner aus fünf Metern am glänzend parierenden Thibaut Courtois, der den Schuss des Deutschen mit dem rechten Fuß blitzartig abwehrte (10.).
Vier Minuten später versuchte es Pulisic dann selbst und der US-Amerikaner machte es besser. Nach einem feinen langen Ball von Antonio Rüdiger kam der Ex-Dortmunder im Strafraum an den Ball, legte sich den Ball an Courtois vorbei nach innen und schoss zwischen Nacho Férnandez und Raphael Varane hindurch zum 1:0 für den FC Chelsea ein (14.) - zu diesem Zeitpunkt völlig verdient.
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Der Gegentreffer glich jedoch einem Weckruf für Real, insbesondere Stoßstürmer Karim Benzema drehte auf. Erst scheiterte der Franzose mit einem Distanzschuss aus 22 Metern am rechten Außenpfosten (23.).
Fünf Minuten später klingelte es dann: Toni Kroos führte eine Ecke kurz aus, Marcelo schlug den Ball an den zweiten Pfosten und nach Kopfballverlängerungen von Casemiro und Eder Militao nahm der Franzose das Spielgerät im Getümmel mit der Stirn an und jagte den Ball mit Wucht aus sechs Metern per Volley zum 1:1 unter den Querbalken (29.).
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In den letzten 15 Minuten bis zur Pause neutralisierten sich beide Mannschaften weitestgehend. Lediglich Kroos und Werner gaben noch Schüsse ab, verpassten aber beide aus der Distanz das Gehäuse des Gegners.
Auf eine hochinteressante erste Halbzeit folgte eine – über weite Strecken – verhaltene zweite Hälfte. Der FC Chelsea konnte mit dem Unentschieden gut leben und wartete ab, Real scheute ebenfalls das Risiko. Folge: Die Partie verflachte, Torraumszenen waren Mangelware. Für das einzige Aufsehen sorgte das einsetzende Gewitter in Madrid. Bereits in den ersten 45 Minuten hatten starke Regenfälle das Spiel geprägt.
In der 66. Minute brachte Tuchel mit Kai Havertz, Reece James und Hakim Ziyech drei frische Kräfte auf einmal. Auf Seiten der Gastgeber kam mit Eden Hazard ein Spieler, dessen Stern beim heutigen Gegner aufgegangen war, der aber seit seinem Wechsel 2019 nie wieder an seine Leistungen bei den Blues anknüpfen konnte – auch aufgrund diverser Verletzungen. Wirkliche Impulse gingen vom neuen Personal aber nicht aus.
Der eingewechselte Ziyech schnibbelte knapp zehn Minuten vor Ende einen ruhenden Ball aus 18 Metern genau in die Hände von Courtois (79.). Mehr passierte bis zum Schlusspfiff aber nicht. Der FC Chelsea hat sich somit eine komfortable Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Mittwoch verschafft.

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Die Stimmen zum Spiel:

Thomas Tuchel (Trainer FC Chelsea): "Wir haben eine starke erste Hälfte gespielt, hatten viele Chancen und hätten mit einer Führung in die Pause gehen müssen. Leider haben wir dann nach einem Standard das Gegentor kassiert – das war ärgerlich und etwas enttäuschend. In der zweiten Hälfte hat uns nach zwei Auswärtsspielen die Kraft gefehlt, deswegen kam es im zweiten Durchgang zu wenigen Chancen. Jetzt wollen wir das Rückspiel zuhause natürlich gewinnen, wir haben großes Selbstvertrauen."
Antonio Rüdiger (FC Chelsea): "Wir hatten viele Konterchancen, die wir nicht präzise ausgespielt haben. Ich denke, wir hätten heute mit einem höheren Ergebnis nach Hause fahren können. Wir hätten unsere Chancen besser nutzen müssen. Dennoch ist der erste Schritt gemacht, jetzt haben wir das Schicksal in unserer eigenen Hand."
Marcelo (Real Madrid): "In den ersten 45 Minuten sind wir mit einer Herangehensweise angetreten, die nicht aufgegangen ist. Wir haben uns dann verbessert, das Spiel hat einen anderen Rhythmus bekommen. Das Rückspiel wird anders. Es war schwer, wir sind gelassen, in England werden wir es gut machen. Real Madrid wird bis zum Ende kämpfen. Wir arbeiten jeden Tag hart."

Der Tweet zum Spiel:

Schöne Geschichte: Am 30. Januar 2016 verhalt Thomas Tuchel Christian Pulisic als Cheftrainer des BVB zu seinem Profi-Debüt gegen den FC Ingolstadt. Mehr als fünf Jahre später trifft der mittlerweile 22-Jährige erneut für Tuchel – diesmal im Halbfinale der Champions League für den FC Chelsea gegen Real Madrid.

Das fiel auf: Werner erneut ohne Glück, Benzema eiskalt

In der Anfangsviertelstunde entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor – und zwar auf das der Hausherren. Die schnelle und dribbelstarke Offensive des FC Chelsea um Mason Mount, Timo Werner und Christian Pulisic sorgte für Wirbel und Probleme in Reals Hintermannschaft. Aus deutscher Sicht ließ Timo Werner – wieder einmal - eine Großchance aus. Anschließend wirkte der Nationalspieler verunsichert, was sich u.a. in falschen Laufwegen äußerte. Auf Seiten von Real stach einzig und allein Karim Benzema heraus, der den Ausgleich markierte und den Pfosten traf. Ansonsten wirkte die königliche Offensive ideenlos und platt.
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Die Statistik: 1

Lediglich einen Schuss gab Real in den 90 Minuten auf das Tor der Blues ab – der war drin. Dennoch ist dies seit Beginn der Datenaufzeichnung ein neuer Negativ-Rekord in einem Heimspiel der Madrilenen. Dieser Trend hatte sich in den letzten Spielen bereits angedeutet (0:0 gegen FC Getafe, Betis Sevilla und den FC Liverpool).
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