Es war Real Madrids große Chance auf Revanche. Wiedergutmachung für die bittere 2:3-Heimpleite Mitte Oktober, als sich die Königlichen gegen Schachtjor Donezk blamiert und schon zur Halbzeit mit 0:3 im Estadio Alfredo Di Stéfano zurückgelegen hatten.

Doch stattdessen erlebte das Team von Zinédine Zidane im Rückspiel am Dienstagabend den nächsten Champions-League-Albtraum, diesmal in umgekehrter Reihenfolge.

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Nach ordentlicher erster Hälfte verloren die Madrilenen im zweiten Spielabschnitt völlig den Faden und ließen sich von den Ukrainern zweimal auskontern. Am Ende stand eine verdiente 0:2-Pleite für Real, das langsam aber sicher in die nächste handfeste Krise hineinschlittert.

"In der ersten Hälfte waren wir wirklich gut, aber wir haben uns nicht mit einem Tor belohnt. Der Ball wollte einfach nicht reingehen, danach wurde es kompliziert", bilanzierte Zidane im Anschluss recht nüchtern. Dabei dürfte spätestens jetzt bei den Königlichen höchste Alarmstufe herrschen.

Real Madrid muss ins Endspiel gegen Gladbach

Bereits am vergangenen Wochenende war das Starensemble zuhause von Deportivo Alavés düpiert worden (1:2), in der Königklasse droht nun sogar das frühzeitige Aus. Es wäre das erst Mal seit 24 Jahren, dass die Madrilenen die K.o.-Phase verpassen würden.

Das letzte Gruppenspiel kommende Wochen in Valdebebas gegen Borussia Mönchengladbach, die ihrerseits bei Inter Mailand mit 2:3 unterlagen, wird zum absoluten Endspiel. Die Situation in Gruppe B ist komplett offen. Madrid (aktuell Tabellendritter mit sieben Punkten) muss gewinnen, um sicher das Achtelfinale zu erreichen. "Wir können es noch schaffen", übte sich Toni Kroos mehr in Durchhalteparolen, statt wirklich Kampfgeist zu versprühen.

Sollte dies nicht gelingen, wird es auch für Zidane langsam düster. Der Franzose ist angezählt. Im November konnte Real nur zwei von sechs Spielen gewinnen. Der offensive Glanz vergangener Tage ist längst verflogen und auch die Defensive, die Ende der vergangenen Saison noch so geglänzt und sich als X-Faktor im Titelkampf bewiesen hatte, präsentiert sich in Abwesenheit des verletzten Sergio Ramos (Oberschenkel) historisch schlecht.

Madrid: Abwehr wird zum Problem

Neun Tore musste das weiße Ballett in fünf Spielen in der Königsklasse bereits hinnehmen, nie hatte der Rekordsieger in der Gruppenphase mehr Gegentreffer kassiert.

Sinnbildlich für Reals Kollaps in Halbzeit zwei war einmal mehr Raphaël Varane, der als Ramos-Ersatz zum wiederholten Mal durchfiel und beim 0:1 durch Dentinho (57.) vogelwild durch den Strafraum irrte.

Hinzu kommt, dass sich am vergangenen Wochenende Rekordeinkauf und Hoffnungsträger Eden Hazard nach mehreren Rückschlägen erneut verletzt hatte und den Königlichen wohl bis Jahresende fehlen wird.

Luka Modric sprach von einer "schwierigen Situation".

"Es kommt aktuell viel zusammen", meinte Zidane, der allerdings auf Nachfrage klarstelle, weiter kämpfen zu wollen.

Zidane: "Ich werde nicht zurücktreten"

"Ich werde nicht zurücktreten", sagte der Starcoach und forderte: "Wir müssen all unseren Charakter und Stolz zusammennehmen und das letzte Spiel gewinnen! Wir werden daran glauben und kämpfen."

Nach der 2:3-Pleite im Hinspiel gegen Donezk hatte Real drei Tage später mit einem 3:1-Sieg im Clásico beim FC Barcelona zurückgeschlagen.

Für Zidane bleibt zu hoffen, dass sein Team auch dieses Mal am Wochenende in Sevilla und dann gegen Gladbach die Kurve bekommt. Laut Informationen der "Marca" werden die kommenden Partien über die Zukunft des 48-Jährigen entscheiden.

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