Ohne den erkrankten Julian Nagelsmann kehrten die Bayern knapp 14 Monate nach dem großen Triumph in der Königsklasse nach Lissabon zurück. Nach der 5:1-Gala in Leverkusen gab es drei personelle Wechsel: Für die angeschlagenen Alphonso Davies und Leon Goretzka spielten Benjamin Pavard und Marcel Sabitzer. In der Offensive erhielt Serge Gnabry eine Verschnaufpause, er wurde durch Kingsley Coman vertreten.
Nach dem 3:0 am 2. Spieltag über den FC Barcelona empfing ein selbstbewusstes Benfica den FC Bayern. In der Startelf gab es lediglich einen Tausch: Kapitän André Almeida ersetzt den verletzten Valentino Lazaro. Lissabon präsentierte sich von Beginn an physisch stark, verteidigte hoch und ließ den Bayern bei Weitem nicht so viel Platz im letzten Drittel wie Leverkusen. Dennoch hatte der deutsche Rekordmeister die ersten guten Chancen: Leroy Sané setzte einen Linksschuss knapp neben den Kasten (5.), Robert Lewandowski scheiterte per Kopf aus kurzer Distanz (9.).
Lissabon hatte in der Folgezeit vor allem durch die schnellen Außen der Bayern große Probleme. Trotzdem schaffte es der deutsche Meister in der Folgezeit nicht, das Spiel unter Kontrolle zu bringen. Benfica holte sich viele zweite Bälle und schob immer wieder gut nach. So hatten die Bayern beim Spielaufbau doch ihre Schwierigkeiten.
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Insbesondere Coman, der doch große Tempovorteile gegen Almeida und Veríssimo genoss, kam nicht so oft ins Spiel. Vieles lief über die Halbräume, wo Benfica jedoch präsent war. Auf der Gegenseite hatte Darwin Núnez mit einem gefährlichen Schuss, den Manuel Neuer in seinem 100. Champions-League-Spiel gekonnt entschärfte, die beste Benfica-Chance (33.).
Kurz vor dem Seitenwechsel verzog Sané von der Strafraumgrenze knapp (38.), Lewandowskis vermeintlicher Treffer mit dem Oberarm fand zu recht keine Anerkennung (42.).
Direkt nach Wiederanpfiff stand der beste Mann der ersten Halbzeit, Odisseas Vlachodimos, erneut im Mittelpunkt: Der frühere Stuttgarter Keeper lenkte einen Schuss von Pavard per Fußreflex an die Latte (47.). Die Bayern zeigten sich viel präsenter und griffiger in Benficas Hälfte, hatten erneut Pech, das ein weiterer Treffer aufgrund einer Abseitsstellung keine Anerkennung fand (52.).
Nicht nur die Bayern hatten gute Offensivaktionen, auch Benfica tauchte immer wieder gefährlich vor Neuer auf. Zunächst scheiterte der eingewechselte Diogo Goncalves am Keeper (55.), wenig später setzte Lucas Veríssimo einen Kopfball knapp daneben (57.), dann verzog Roman Yaremchuk um Zentimeter (68.).
Die Bayern bemühten sich gegen defensiv starke Hausherren, rieben sich aber immer wieder auf. Allen voran Lewandowski hatte es meist mit zwei Gegenspielern zu tun.
So war es ein ruhender Ball, der das 1:0 brachte: Sané traf per direktem Freistoß (70.). In der Schlussphase waren die Portugiesen nun offensiv gefordert, mussten dem Aufwand jedoch Tribut zollen. Ein Eigentor des eingewechselten Everton brachte die Vorentscheidung (80.), danach zerfiel Benfica in Einzelteile. Lewandowski (82.) und der starke Sané (85.) erhöhten innerhalb kürzester Zeit auf 4:0.
Mit 12:0 Toren und neun Punkten aus drei Spielen kann Bayern schon fast mit dem Achtelfinale planen. Benfica (4) hat hingegen nun den FC Barcelona (3, 1:0 gegen Dynamo Kiew) im Nacken. Für die Bayern geht es am Samstag in der Bundesliga zuhause gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Erstmals seit der Corona-Pandemie darf der Rekordmeister dann wieder 75.000 Zuschauer in der Allianz Arena begrüßen.
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Die Stimmen zum Spiel:

Dino Toppmöller (Trainer FC Bayern): " Es ist nicht einfach für die Jungs, wenn der Cheftrainer im letzten Moment nicht da ist. Aber Riesenkompliment - das haben sie sensationell gut gemacht. Es hat sehr viel Spaß gemacht in ungewohnter Rolle."
Leroy Sané (FC Bayern): "Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht. Wir hätten es nur offensiv ein Tick besser zu Ende spielen, ein bisschen mehr aufs Tor gehen können. Aber insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Leistung. Wir mussten geduldig sein und das waren wir auch mit den zwei aberkannten Toren. Wir haben nicht aufgehört, wollten weitermachen und ein Tor erzielen."
Manuel Neuer (FC Bayern): "Die zweite Halbzeit war überragend. Wir haben ganz wenig zugelassen, hatten die Kontrolle. Wir hatten ein bisschen Pech mit dem Videoschiedsrichter, auch wenn es sicher stimmen wird. Wenn das erste Tor fällt, tun wir uns leichter. Es ist wichtig, für die Mannschaft da zu sein und die Dinger dann auch rauszuholen."
Kingsley Coman (FC Bayern): "Benfica hat gut gespielt, aber nach dem zweiten Tor hatten wir viele Chancen und haben auch weitere Tore gemacht. Ich fühle mich sehr gut, ich fühle mich sehr glücklich, dass ich ohne Herzprobleme spielen kann. Es ist alles gut."
Julian Weigl (SL Benfica): "Wir haben gezeigt, dass es an einem magischen Abend möglich gewesen wäre, gegen die Bayern was zu holen. Es gab Momente im Spiel, in dem es auf unsere Seite hätte kippen können. Aber du brauchst gegen Bayern deinen allerbesten Abend - den haben wir nicht gehabt. Am Ende hat uns auch die Kraft gefehlt."

Das fiel auf: Bayerns Angriffe sehr linkslastig

Mit Sané und Coman hatten die Bayern zwei ausgewiesene Linksaußen auf dem Feld, dazu den sehr umtriebigen Müller. So erfolgten Bayerns Angriffe hauptsächlich über die linke Seite, wo Coman deutliche Tempovorteile gegen Almeida und Veríssimo hatte. Doch durch die verwaiste rechte Seite agierte der FC Bayern sehr einseitig, was Benfica das Verteidigen erleichterte. Auch im zweiten Durchgang änderte sich wenig, auch wenn die Bayern mit Serge Gnabry wesentlich offensiver ausgestellt waren.

Tweet zum Spiel:

Leroy Sanés Hammer-Freistoß war der Dosenöffner in diesem Spiel. Der Nationalspieler war der überragende Mann auf dem Feld, war auch schon im ersten Durchgang mit vielen Aktionen sehr auffällig. In dieser Form kann Sané definitiv den Unterschied ausmachen.

Die Zahl zum Spiel: 11 aus 13

Die Bayern zeigen sich in dieser Saison weiterhin torhungrig. Lange Zeit sah es nicht danach aus, doch am Ende gewann der FC Bayern überlegen mit 4:0 in Lissabon. Lewandowski und Co. sind in dieser noch jungen Spielzeit in Torlaune. Im 13. Pflichtspiel erzielten die Münchner zum elften Mal drei oder mehr Treffer. Lediglich zum Bundesligaauftakt gegen Gladbach (1:1) sowie bei der Heimniederlage gegen Frankfurt (1:2) konnten die Bayern nicht mindestens dreifach jubeln.
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