Benfica Lissabon - FC Bayern - Drei Dinge, die auffielen: Allererste Sané, aber Flick lässt grüßen
Der FC Bayern setzt in der Champions League bei Benfica Lissabon dank einer fulminanten Schlussphase ein dickes Ausrufezeichen. Hauptverantwortlich für den 4:0-Sieg ist Leroy Sané, der einen Gala-Auftritt hinlegt. Obwohl Julian Nagelsmann krankheitsbedingt fehlt, hat auch er Anteil am Erfolg. Dennoch ist beim FCB nicht alles Gold, was glänzt. Was uns auffiel.
Leroy Sané - FC Bayern München
Fotocredit: Getty Images
Genau 423 Tage nach dem Champions-League-Triumph in Lissabon (1:0 im Finale gegen Paris Saint-Germain) hat der FC Bayern am Mittwochabend an gleicher Ort und Stelle ein dickes Ausrufezeichen gesetzt.
Der deutsche Rekordmeister setzte sich in Abwesenheit des wegen eines grippalen Infekts kurzfristig ausgefallenen Trainers Julian Nagelsmann im Topspiel der Gruppe E am Ende klar und deutlich 4:0 (0:0) gegen Benfica Lissabon durch und stieß damit die Tür für die K.o.-Phase in der Königsklasse weit auf.
Leroy Sané leitete den Sieg mit einem sehenswerten Freistoßtreffer ein (70.). Everton per Eigentor (80.), Robert Lewandowski (82.) und abermals Sané (85.) schraubten das Ergebnis binnen fünf Minuten auf 4:0 in die Höhe.
Drei Dinge, die uns beim Münchner Kantersieg bei Benfica Lissabon auffielen.
1. Allererste Sané
Sané konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen, als er gemeinsam mit Teamkollege Serge Gnabry nach Abpfiff auf Benfica-Keeper Odysseas Vlachodimos zusteuerte.
Dabei hatte nicht viel gefehlt und der griechische Nationaltorhüter wäre am Mittwochabend als Matchwinner vom Platz spaziert. Der vom VfB Stuttgart ausgebildete Vlachodimos brachte den FC Bayern mit zahlreichen Paraden (vier) förmlich zur Verzweiflung - jedoch nur bis zur 70. Minute. Dann sollte Sané endgültig die Hauptrolle sich reißen.
Der 25-Jährige zirkelte zunächst einen Freistoß aus halbrechter Position technisch perfekt zur lang ersehnten Führung des FC Bayern ins Lissabonner Tor und erwies sich damit als Dosenöffner in einem bis dato schwierigen Auswärtsspiel.
Bereits in den 69 Minuten zuvor hatte Sané dem Spiel seinen Stempel aufgedrückt, allerdings blieb er bis dato im Abschluss weitestgehend glücklos. "Er war der beste Mann der ersten Halbzeit", lobte "DAZN"-Experte Sandro Wagner den ehemaligen Schalker schon zur Pause.
Ganz falsch lag der Ex-Bayern-Stürmer mit seiner Einschätzung nicht: Sané initiierte etliche Angriffe der Münchner und hatte im ersten Durchgang gleich zweimal die große Chance auf das Führungstor, verzog aber jeweils hauchdünn (5./38.). Besonders das Zusammenspiel mit Lewandowski klappte phasenweise hervorragend. Der Pole ließ sich immer wieder in die Halbräume fallen und ermöglichte es Sané so, auch mal in die Spitze zu stoßen.
Der deutsche Nationalspieler bedankte sich dafür nach 82 Minuten auf seine Art und Weise und legte dem Weltfußballer nur 120 Sekunden nach dem zweiten Münchner Treffer (Eigentor Everton) den Ball mundgerecht zum 3:0 vor. Kurz darauf war Sané dann wieder selbst an der Reihe und stellte mit einem präzisen Abschluss den Endstand her (85.).
"Er war ganz klar der Mann des Spiels - nicht nur wegen seinen Toren, sondern auch wegen seiner Laufarbeit. Wenn du so eine Qualität wie Leroy hast und dann auch noch fleißig bist, dann wirst du belohnt", bilanzierte Wagner. Der Außenstürmer selbst zeigte sich dagegen ganz bescheiden und hob am "DAZN"-Mikrofon die Mannschaftsleistung hervor: "Ich denke, wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht, auch die erste Halbzeit war gut, wir hätten jedoch mehr aufs Tor gehen können."
Genau das machte Sané dann in Hälfte zwei höchstpersönlich.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2021/10/20/3240273.jpg)
Thomas Müller (r.) jubelt mit Leroy Sané - SL Benfica vs. FC Bayern München
Fotocredit: Getty Images
2. Hansi Flick lässt grüßen
Dino Toppmöller, der etwas unverhofft zu seinem Quasi-Debüt als Bayern-Trainer kam, wusste genau, was auf seine Schützlinge zukommen wird. "Benfica hat mit Núñez, Rafa und Yaremchuk sehr gute Umschaltspieler, das ist ihre größte Stärke. Da gilt es, eine gute Struktur zu haben und eine stabile Restverteidigung aufzubauen", konstatierte der 40-Jährige bereits vor der Partie bei "DAZN".
Umso mehr überraschte es, dass die Gastgeber dennoch Mittel und Wege fanden, ebenjene Stärken zum Tragen zu bringen. Benfica lief die Bayern vom Anpfiff weg sehr hoch an und stellte die Gäste so im Spielaufbau schier über das gesamte Feld vor Eins-gegen-Eins-Situationen. Die Folge waren häufig lange Bälle und ein eher unkontrollierter Aufbau, was genau nach dem Geschmack der Portugiesen war.
Die Mannschaft von Jorge Jesus fackelte ihrerseits bei Ballgewinn nicht lange und schickte die von Toppmöller angesprochenen pfeilschnellen Darwin Núñez, Rafa Silva und Roman Yaremchuk immer wieder auf die Reise.
Aufgrund der Tatsache, dass die bajuwarische Viererkette wie zu besten Zeiten unter dem heutigen Bundestrainer Hansi Flick ebenfalls sehr hoch stand und die Außenverteidiger Benjamin Pavard (rechts) und Lucas Hernández (links) phasenweise weit aufrückten, gelang es Benfica immer wieder, Niklas Süle und Dayot Upamecano ins Laufduell zwingen.
Doch Manuel Neuer bewahrte die Münchner in seinem 100. Champions-League-Spiel mit zwei Glanzparaden vor einem Rückstand (33./55.). "Es ist natürlich wichtig, für die Mannschaft da zu sein und die Null zu halten", sagte Neuer.
Benficas Mittelfeldmotor Julian Weigl haderte dagegen mit der letzten Konsequenz im Torabschluss. "Es gab ein paar Momente, in denen die Partie auf unsere Seite hätte kippen können. Manuel Neuer hat in der ersten Halbzeit gegen Núñez fantastisch gehalten. Wir haben immer wieder kleine Nadelstiche gesetzt, wo durchaus etwas möglich war. Allerdings brauchst du gegen die Bayern einfach deinen allerbesten Abend und den haben wir nicht gehabt", analysierte der ehemalige Dortmunder.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2021/10/21/3240339.jpg)
Niklas Süle (links; FC Bayern) und Darwin Núñez (Benfica Lissabon)
Fotocredit: Getty Images
3. Wechsel vom Krankenbett aus
Gerade einmal etwas mehr als eine Stunde war im Estádio da Luz gespielt, als die Gäste aus München förmlich alles auf eine Karte setzte. Anstatt eines positionsgetreuen Wechsels entschied sich die Bayern-Bank, Außenstürmer Gnabry für Rechtsverteidiger Pavard in die Partie zu bringen (66.).
Eine durchaus mutige Entscheidung, zumal die Partie zu jenem Zeitpunkt 0:0 stand. "DAZN"-Experte Wagner vermutete sofort Nagelsmann hinter jenem Entschluss. "Der Wechsel muss vom Krankenbett kommen", legte sich der 33-Jährige schnell fest und sollte damit Recht haben.
"Julian ist zwar krank, aber im Kopf trotzdem noch sehr fix. Wir waren in Kontakt mit ihm und er hatte die super Idee, Serge reinzubringen", verriet Toppmöller später und hatte noch ein zusätzliches Lob für seinen Chef parat: "Es war natürlich eine gute Entscheidung und deshalb: 'Gut gemacht, Julian!'"
Gnabry drehte nach seiner Einwechslung richtig auf und bereitete nicht nur das 2:0 vor, sondern leitete auch den dritten Münchner Treffer mit einem fulminanten Sprint ein.
"Die Einwechslung von Serge war sicher ein entscheidender Punkt für uns, da wurden wir nochmal viel gefährlicher", stellte Toppmöller fest. Die Lorbeeren dafür gebühren Nagelsmann, der somit vom Krankenbett aus die Partie in die entscheidenden Bahnen lenkte.
Das könnte Dich auch interessieren: Ronaldo erneut Matchwinner: Das kann einfach nur er
/origin-imgresizer.eurosport.com/2021/10/19/3239674-66310748-2560-1440.jpg)
Handschlag-Szene mit Simeone: Klopp äußert sich selbstkritisch
Quelle: SID
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/18/image-75bf2e61-56ec-4375-aef6-96b1adf156e9-68-310-310.jpeg)