Borussia Dortmund ist am Mittwoch mit einem 2:1-Sieg bei Besiktas Istanbul in die neue Champions-League-Saison gestartet.
Dabei traf natürlich auch Erling Haaland, Matchwinner in Istanbul wurde jedoch der noch jüngere Jude Bellingham.
Entscheidenden Anteil am Erfolg hatte auch Torhüter Gregor Kobel, der in den entscheidenden Momenten zur Stelle war.
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Die Einwechslungen warfen allerdings Fragen an der Kaderqualität auf.
Drei Dinge, die uns beim BVB-Sieg in Istanbul auffielen:

1. Bellingham ist der beste 18-Jährige der Welt

Es ist keine Neuigkeit mehr, dass Jude Bellingham ein außergewöhnliches Talent im Weltfußball ist. Das hat er bereits in seiner ersten Saison beim BVB gezeigt. Es stellt sich eher die Frage, was die englischen Spitzenvereine geritten hat, diesen Spieler von Birmingham City nach Deutschland gehen zu lassen.
Denn nach den ersten Wochen dieser Saison wird immer klarer: Bellingham ist der beste 18-Jährige der Welt. Klar, beim FC Bayern spielt mit Jamal Musiala ebenfalls ein gleichaltriger Star der Zukunft. Und der FC Barcelona hat mit Pedri einen 18 Jahre alten Strategen, der langfristig in die Fußstapfen von Xavi und Andres Iniesta treten kann.
Dem Weltfußball muss also nicht bange sein, dass ihm in nächster Zeit die Talente ausgehen. Aber was Bellingham in seinem Alter bereits für ein Gesamtpaket mitbringt, stellt ihn im Moment auf eine Stufe über alle anderen.
Seine physische Stärke ist auch im körperlich gut aufgestellten Kader des BVB außergewöhnlich. Diese Physis verbindet Bellingham mit technischer Klasse, Spielübersicht und einer erstaunlichen Abgeklärtheit.
All diese Fähigkeiten wurden bei seinem Treffer zum 1:0 und bei seinem Assist vor dem 2:0 sichtbar. Beide Male kam er dank seiner körperlichen Stärke, seiner Geschicklichkeit und seiner Ruhe zum Abschluss beziehungsweise zum entscheidenden Pass auf Erling Haaland. Der generell wortkarge Norweger fand nach dreimaligem Ansetzen im Interview nur ein Wort für seinen Kollegen: "Amazing!"
Und so ist Bellingham jetzt mit 18 Jahren und 78 Tagen der jüngste Spieler, der in zwei CL-Einsätzen in Folge getroffen hat. Er löste damit Kylian Mbappé ab (18 Jahre 85 Tage im März 2017). Der ist ja bekanntlich der beste 22-Jährige der Welt.

2. Kobel wird zum erhofften Rückhalt

Die nackten Zahlen geben das vielleicht nicht her: neun Gegentore nach vier Bundesligaspielen, in jeder Partie mindestens zwei Gegentreffer und ein Torhüter mit einer Paradenquote von nur 50 Prozent. Und auch in Istanbul stand bei Gregor Kobel ein Tor nur einer Parade in der Statistik gegenüber.
Aber es ist im Fußball in den vielen Fällen oft nicht die Quantität der Zahlen, sondern die Qualität, die entscheidende Aussagekraft hat. Und da war Kobel in den entscheidenden Moment der Rückhalt, den der BVB in den vergangenen Jahren mit Roman Bürki und Marwin Hitz immer wieder vermisst hat.
In der schwachen Anfangsphase der Dortmunder hatte Michy Batshuayi mit einer starken Stürmeraktion gegen Mats Hummels die frühe Führung auf dem Fuß. Aber Kobel verhinderte den Rückstand und ein noch weiter angestacheltes Publikum mit einer Weltklasseparade.
Auch als Besiktas Mitte der zweiten Halbzeit nochmal stärker aufkam und der BVB zeitweise die Kontrolle über das Spiel verlor, war Kobel im Eins-gegen-eins mit großer Ruhe und gutem Stellungsspiel gegen Batshuayi zur Stelle. Beim Gegentreffer in der Nachspielzeit war er machtlos.

Gregor Kobel war für den BVB gegen Besiktas Istanbul ein wichtiger Rückhalt

Fotocredit: Getty Images

Sollte Kobel diese Qualitäten auch langfristig auf den Platz bringen, dann hat der BVB mit dem 23-jährigen Schweizer eine ganz große Baustelle geschlossen.

3. Zweifel an der Kaderbreite sind angebracht

Es war gerade mal ein Spieltag gespielt, da hatten die Experten schon erstaunliche Urteile gefällt. "Was den Kader angeht, ist der BVB in der Breite in meinen Augen besser aufgestellt", sagte Lothar Matthäus über das Dortmunder Lineup im Vergleich mit dem FC Bayern.
Schauen wir uns als an, wen die beiden deutschen Spitzenteams in ihren CL-Auswärtsspielen von der Bank brachten. Bayern: Hernández, Gnabry, Coman, Sabitzer, Stanisic. BVB: Witsel, Pongracic, Moukoko, Wolf, Knauff.

BVB-Jungstar Youssoufa Moukoko (r.) von zwei Besiktas-Spielern umgeben

Fotocredit: Getty Images

Selbst eingefleischte BVB-Fans werden zugeben müssen, dass die Einwechselspieler der Bayern mindestens eine Klasse besser sind. Die weiteren Möglichkeiten von Trainer Marco Rose wären Unbehaun, Passlack und Reinier gewesen. Zur ganzen Wahrheit gehört natürlich auch, dass der BVB einige Verletzte zu beklagen hat.
Trotzdem bleibt es dabei: Der BVB kann in Bestbesetzung wie vergangene Saison auch mit den Favoriten wie Manchester City konkurrieren, aber sobald zentrale Spieler ausfallen sollten, ist der zweite Anzug wohl nicht gut genug.
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