FC Bayern und der Balance-Akt in der Champions League: Darauf kommt es gegen den FC Villarreal an
VonLuca Baier
Publiziert 11/04/2022 um 21:24 GMT+2 Uhr
Nach der 0:1-Niederlage im Hinspiel muss der FC Bayern im Rückspiel gegen den FC Villarreal eine deutliche Leistungssteigerung hinlegen, um doch noch ins Halbfinale der Champions League einzuziehen. Das Zauberwort für die Mannschaft von Julian Nagelsmann am Dienstag in der Allianz Arena: Balance! Worauf es dabei besonders ankommen wird, analysiert Eurosport.de vorab im Taktik-Check.
Robert Lewandowski (l.) und Joshua Kimmich (beide FC Bayern) nach der 0:1-Niederlage beim FC Villarreal
Fotocredit: Getty Images
"Die zweite Halbzeit war ein völlig wildes Spiel. Wir haben die Kontrolle aufgegeben, weil wir unbedingt ein Tor erzielen wollten, aber wir hätten noch zwei weitere kassieren können." Julian Nagelsmanns Aussagen nach dem Hinspiel zeigen ganz klar, worauf in der Spielvorbereitung auf das Rückspiel der Fokus liegt: Das Zauberwort heißt Balance.
Im Gegensatz zur Partie in der Vorwoche muss es den Bayern dieses Mal gelingen, ihre Angriffe strukturiert vorzutragen. Gegen Villarreals kompakten Defensivverbund spielte der Rekordmeister im Hinspiel schlichtweg zu ungeduldig und ungenau. Die Folge: viele Ballverluste, die die Spanier immer wieder für gefährliche Konter nutzen konnten.
Im Rückspiel braucht es daher eine bessere Struktur im Ballbesitz. Anders als im Hinspiel sollten nicht beide Außenverteidiger gleichzeitig nach vorne schieben, da Bayerns Innenverteidiger ansonsten in der Restverteidigung gegen Villarreals Doppelspitze in Gleichzahl stehen.
In solchen Situationen heißt es für die Verteidiger: Tiefe sichern und bloß nicht ausgespielt werden! Dass das Zweikampfverhalten dann passiv rüberkommt, ist also nicht verwunderlich. Bleibt hingegen ein Außenverteidger zur Absicherung hinten, gibt es eine Überzahl und die Münchener können deutlich aggressiver in die direkten Duelle gehen, Bälle früher zurückgewinnen und damit ein Zeichen Richtung Fans und Gegner setzen.
Kimmichs Verlagerungen als Weg aus der Sackgasse – Flügelstürmer in der Pflicht
Villarreal verschiebt im 4-4-2 sehr ballorientiert, sprich: Ist der Ball rechts, wird die linke Seite komplett geräumt, sodass in Ballnähe eine gelbe Überzahl herrscht. Hier muss Bayern deutlich schneller verlagern als im Hinspiel. Wichtig ist dabei, dass sich vor allem Joshua Kimmich immer dann als Option für einen Rückpass anbietet, wenn es für den Außenvertediger nicht weitergeht.
Hat also Benjamin Pavard den Ball auf der rechten Seite und sieht keine vielversprechende Möglichkeit zur offensiven Fortsetzung des Angriffs, muss Kimmich (oder auch ein Innenverteidiger) die Initiative ergreifen, den Ball fordern und schnellstmöglich auf den anderen Flügel verlagern.
Nur so kommen die Münchener aus dieser "Sackgasse" und können ihre Offensivkünstler in gute Positionen bringen. Nach einer Spielverlagerung müssen Spieler wie Serge Gnabry, Leroy Sané oder Kingsley Coman dann die direkten Duelle suchen und für sich entscheiden. Hier müssen die genannten Stars dann auch mal in einem großen Spiel die Karten auf den Tisch legen und zeigen, dass sie würdige Nachfolger von Arjen Robben und Franck Ribéry sind, die in solchen Spielen in der Vergangenheit eben den Unterschied gemacht haben.
Eurosport-Check:
Die Ausgangslage ist eigentlich völlig unkompliziert: Der FC Bayern muss ein Heimspiel gewinnen, um mindestens in die Verlängerung zu kommen. Das klingt erst einmal mehr als machbar.
Dass das kein Selbstläufer wird, hat das Hinspiel gezeigt, in dem es am Ende gut und gerne auch 2:0 oder höher für die Spanier stehen kann. Nagelsmann muss die Balance zwischen zielgerichteten, gut strukturierten Angriffen und einer sattelfesten Restverteidigung finden, um den Gegner permanent zu stressen.
Passt dieser taktische Rahmen, müssen vor allem die Flügelspieler beweisen, wie gut sie wirklich sind.
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Quelle: Perform
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