FC Bayern: Warnschuss beim FC Villarreal - was das Nagelsmann-Team im Rückspiel besser machen muss
Der FC Bayern muss nach der 0:1-Hinspielpleite beim FC Villarreal um den Einzug in das Champions-League-Halbfinale bangen. Dabei verhinderten die über weite Strecken enttäuschenden Münchner nur mit Glück eine Blamage, was durchaus Fragen aufwirft. Die erste Niederlage in der Königsklasse seit einem Jahr deckte einige Probleme auf, die Julian Nagelsmann und Co. im Rückspiel dringend beheben müssen.
Thomas Müller (l.) und Robert Lewandowski - FC Bayern
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Der Frust war Robert Lewandowski deutlich ins Gesicht geschrieben.
Während die heimischen Fans des FC Villarreal das Estadio de la Cerámica nach Abpfiff in ein gelbes Fahnenmeer verwandelten, stapften die Bayern-Stars bedröppelt in Richtung der knapp 2000 mitgereisten Gästefans, ehe sie mit hängenden Köpfen in die Kabine schlichen.
"Es ist eine verdiente Niederlage. Wir haben heute kein gutes Spiel gemacht, in allen Bereichen", legte Trainer Julian Nagelsmann nach der durchaus überraschenden 0:1-Niederlage im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bei "DAZN" den Finger gnadenlos in die Wunde.
Die Münchner kassierten damit nicht nur die erste Niederlage in der Champions-League in dieser Saison, sondern gingen erstmals seit fast genau einem Jahr wieder als Verlierer in der Königsklasse vom Platz. In der Fremde war der deutsche Rekordmeister gar rund viereinhalb Jahre ungeschlagen geblieben. Die letzte Auswärtspleite (0:3 bei Paris Saint-Germain) datierte vom September 2017. Trainer bei PSG seinerzeit - Unai Emery.
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Emery bremst Villarreal-Euphorie: "Es gibt noch 90 Minuten"
Quelle: Perform
Bayerns Niederlage eine Frage der Einstellung?
Es bleibt die Erkenntnis, dass der FC Villarreal - seines Zeichens Tabellensiebter in der spanischen Liga - doch nicht das von vielen Seiten prophezeite Glückslos ist.
"Villarreal kann zocken, die haben viele gute Fußballer. Und sie haben die Qualität, sich rauszukombinieren. Das ist keine Mannschaft, die rumholzt", betonte Nagelsmann. Thomas Müller pflichtete seinem Übungsleiter bei: "Villarreal hat eine gute Mischung gefunden. Man muss dem Gegner Respekt zollen."
Dennoch hat sich der über weite Stecken indisponierte Rekordmeister jene Niederlage ein Stück weit selbst zuzuschreiben. "Wir haben den Gegner, der nicht übermächtig war, selbst stark gemacht. Wir konnten unsere Qualität überhaupt nicht zeigen", bemängelte Joshua Kimmich, was die Frage aufwirft, ob die Münchner den amtierenden Europa-League-Sieger ein Stück weit auf die leichte Schulter genommen haben.
"Sie haben sie auf keinen Fall unterschätzt", cancelte "DAZN"-Experte und Ex-Bayern-Stürmer Sandro Wagner etwaige Spekulationen ab. Dennoch wirkten die Gäste ob der Kombinationssicherheit der Spanier im Aufbau, gepaart mit ihrem stabilen Defensivverhalten durchaus überrascht.
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Arnaut Danjuma (FC Villarreal) dreht nach seinem Siegtor gegen den FC Bayern jubelnd ab
Fotocredit: Getty Images
FC Bayern: "Harakiri" in der Defensive
"Es lag vor allem an unserer Herangehensweise. In der ersten Halbzeit waren wir überhaupt nicht da. In der zweiten Halbzeit waren wir präsenter, aber es wurde dann auch wilder. Wir haben mehr Fehler gemacht und damit mehr zugelassen. Am Ende muss man sagen, dass wir mit dem 1:0 noch gut bedient sind", stellte Kimmich fest.
In der Tat entglitt den Bayern die Partie in den zweiten 45 Minuten zunehmend, was zahlreiche gute Kontergelegenheiten für Villarreal zur Folge hatte. Dabei machte der bayerische Defensivverbund nicht nur beim Tor des Tages durch Arnaut Danjuma (8.) einen reichlich unsortierten Eindruck.
"Der Gegner hätte noch ein, zwei Tore mehr machen können. In der zweiten Halbzeit wars wild, wir haben auch die Kontrolle ein bisschen aufgegeben. Irgendwann wurde es Harakiri", kritisierte Nagelsmann.
Nationalspieler Kimmich ging bei seiner Analyse noch tiefer ins Detail. "Beim tiefen Ball sind wir nicht dran, beim Ball in den Rückraum sind wir nicht dran. Diese Pässe müssen wir auf jeden Fall besser verteidigen", forderte er.
Bayerns Offensive zahnlos
Doch nicht nur im Defensivverhalten drückte bei den Bayern am Mittwochabend der Schuh. Auch auf der anderen Seite des Platzes konnten Lewandowski und Co. kaum einmal den Abwehrriegel der Hausherren überspielen und somit für Gefahr sorgen.
"Wir hatten wenig Power und haben es in der ersten Halbzeit oft versäumt zu flanken, um damit Stress erzeugen oder dann auf zweite Bälle gehen zu können", bilanzierte Nagelsmann und betonte: "Wir haben eigentlich nie das Spiel verlagert und es versäumt, Räume zu kreiern."
Müller machte dafür auch ein wenig die fehlende Kraft verantwortlich. "Wir wollten, aber wir konnten nicht so richtig. Es hat ein bisschen so gewirkt, als hätte die Spritzigkeit gefehlt", so der 32-Jährige.
Bei dem Mammut-Programm, das die Nationalspieler des Rekordmeisters inklusive Reisestrapazen in den vergangenen Wochen absolvieren mussten (Testspiele, WM-Playoffs), kaum verwunderlich. Immerhin dürfen sich die Bayern-Stars nun über eine Woche mit zwei Heimspielen in der Liga (Samstag, 15:30 Uhr im Liveticker gegen den FC Augsburg) und eben der Königsklasse (Dienstag, 21:00 Uhr im Liveticker) freuen, in der die Akkus dringend aufgeladen werden müssen.
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Thomas Müller
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Müller und Kimmich voller Optimismus für das Rückspiel
Bei aller Enttäuschung hatte die Niederlage jedoch auch ihr Gutes: Selbst der letzte Bayer dürfte nun erkannt haben, dass das gelbe U-Boot kein Kanonenfutter ist. Ein Selbstläufer wird das Rückspiel in der Form aber keinesfalls.
"Man hat gesehen, dass das nicht der Gegner ist, über den man einfach drüber spazieren kann", konstatierte Müller, der im Anschluss allerdings schon wieder Optimismus verbreitete: "Wir wissen schon, was nächsten Dienstag zu tun ist."
In eine ähnliche Kerbe schlug auch Kimmich: "Das einzig Gute ist, dass wir noch ein Spiel haben. Und ich bin mir sicher, dass wir da ein anderes Gesicht zeigen werden."
Dies ist auch dringend notwendig, um den Traum vom Finale in Paris (28. Mai) aufrechtzuerhalten.
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Quelle: Perform
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