Drei Dinge, die bei BVB gegen den FC Chelsea auffielen: Julian Brandt diktiert Dortmunder Rhythmus

Erst Dominanz, dann Abwehrschlacht: Mit einer Energieleistung hat Borussia Dortmund das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen den FC Chelsea 1:0 (0:0) gewonnen und sich für das Rückspiel eine ausgezeichnete Ausgangsposition erarbeitet. Angeführt von Julian Brandt diktierte der BVB das Geschehen zuerst, am Ende rettete Keeper Gregor Kobel die Schwarz-Gelben. Drei Dinge, die auffielen.

Julian Brandt dominierte Enzo Fernández und Co. gegen den FC Chelsea

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"Gregor Kobel", schallte es nach 90 Minuten durch den Signal Iduna Park. Aus der Reihe der feiernden Dortmunder Spieler trat der 25-Jährige vor der Südtribüne einen Schritt nach vorne und holte sich seinen verdienten Sonderapplaus ab.
Mit zahlreichen Paraden in der Schlussphase sorgte der Keeper am Mittwochabend dafür, dass der BVB das 1:0 (0:0) gegen den FC Chelsea im Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League am Ende über die Zeit rettete.
Nachdem die Dortmunder das Geschehen im ersten Durchgang - angeführt von einem überragenden Julian Brandt - diktiert hatten, brachten die Schwarz-Gelben am Ende den Heimsieg in einer echten Abwehrschlacht ins Ziel und erkämpften sich so eine ausgezeichnete Ausgangsposition für das Rückspiel.
Drei Dinge, die bei Borussia Dortmund gegen FC Chelsea auffielen.

1. Brandt diktiert das Dortmunder Spiel

2019 wechselte Julian Brandt von Bayer Leverkusen zu Borussia Dortmund. Als Hoffnungsträger in den Ruhrpott gekommen, wurde der Mittelfeldspieler schnell als Fehleinkauf abgestempelt. Doch wie Phönix aus der Asche kommend, spielte sich der Rechtsfuß zuletzt mit starken Leistungen in der Startformation des BVB fest.
Am Mittwochabend im Signal Iduna Park unterstrich der 26-Jährige seine aufsteigende Form – und wie! "Julian Brandt hat ein herausragendes Spiel gemacht", lobte Trainer Edin Terzic seinen Freigeist nach der Begegnung bei "DAZN".
Vor allen Dingen in der ersten Halbzeit dominierte der Nationalspieler das Spiel der Borussia und diktierte den Takt im Dortmunder Offensivorchester. Immer wieder bewegte sich Brandt über das gesamte Feld in die Halbräume und löste den BVB in der Spieleröffnung technisch herausragend aus nahezu allen Pressingsituationen.
"Er hat um jeden Meter gekämpft und die Bälle behauptet", so Terzic. Egal ob Ruben Loftus-Cheek, Ben Chilwell oder Rekordeinkauf Enzo Fernández: Alle sahen nur Brandts Rücklichter.
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Julian Brandt und Karim Adeyemi feiern den Sieg über den FC Chelsea

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"Er war der Mann, der in der Spielanlage den saubersten Eindruck machte", analysierte Michael Ballack. Brandt sammelte im ersten Durchgang die zweitmeisten Ballkontakte (45) und brachte 97 Prozent seiner Pässe in der gegnerischen Hälfte zum Mann. Mit klugen Zuspielen leitete er im letzten Drittel zahlreiche Gelegenheiten ein, bereitete drei gefährliche Abschlüsse von Sébastien Haller, Marius Wolf und Karim Adeyemi mustergültig vor.
Seine unerlässliche Bedeutung für das Auftreten des BVB offenbarte sich aber vor allem nach dem Seitenwechsel: Nur noch 21 Ballaktionen sammelte Brandt im zweiten Durchgang, die Defensive der Blues stellte den Offensivallrounder weitgehend kalt – und damit auch die Schwarz-Gelben. "Als er etwas aus dem Spiel war, wurde Chelsea stärker", erkannte Ballack.
Als Borussia Dortmund ins Hintertreffen geriet, sprang ein anderes einstiges Sorgenkind in die Bresche. Mit einem traumhaften Sololauf (63.) entschied Adeyemi das Spiel, ließ auf dem Weg zu seinem zweiten Saisontor in der Champions League Weltmeister Fernández stehen wie ein Trainingshütchen. "Das ist die Qualität, die uns fehlte in der Hinrunde", analysierte Trainer Terzic.
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Karim Adeyemi und Sebastien Haller

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Auch, weil Neuzugang Adeyemi (wie Brandt) am Borsigplatz nur schwer aus den Startlöchern kam. In der Hinrunde oft kritisiert, zeigte auch der 21-Jährige zuletzt aufsteigende Form und traf nun in drei seiner zurückliegenden vier Pflichtspiele. "Er macht das herausragend gut", freute sich Terzic über seinen neu gewonnenen Leistungsträger.
Wegen seines Tores wurde der Münchner am Mittwoch mit dem Titel "Man of the Match" ausgezeichnet. Warum Adeyemi seit der Winterpause endlich in Dortmund angekommen zu sein scheint, beantwortete er selbst ganz schlicht: "Neues Jahr, neues Glück."
2023 zaubern im Ruhrpott die einstigen Sorgenkinder.

2. Kobel der Fels in Dortmunds Abwehrschlacht

Ein letztes Mal mussten die Dortmunder Fans kräftig durchschnaufen: In der vierten Minute der Nachspielzeit knallte Chelseas Fernández den Ball aus 16 Metern in Richtung des rechten Ecks. Doch einmal mehr kratzte Gregor Kobel den Ball mit einer spektakulären Flugeinlage aus dem Winkel.
Spätestens das Achtelfinal-Hinspiel gegen den FC Chelsea machte deutlich: Nach vielen Jahren ohne Konstanz auf der Torhüterposition verfügt Borussia Dortmund endlich wieder über einen Schlussmann von europäischen Spitzenformat.
Als die Blues den BVB in der zweiten Halbzeit mehr und mehr in das eigene Drittel drückten, wurde der 25-Jährige in der Dortmunder Abwehrschlacht zum Fels in der Brandung. "Wenn Du weit kommen willst, brauchst Du einen überragenden Torwart. Und den hat der BVB", machte Ballack deutlich.
Sieben Torschüsse wehrte der Züricher ab, verhinderte nach dem Führungstreffer durch Adeyemi ein ums andere Mal den Ausgleich. "Gregor ist in einer herausragenden Form. Wenn es eng wird, können wir uns auf ihn verlassen", sagte BVB-Coach Terzic.
Doch nicht nur auf der Linie zeigte Kobel eine bärenstarke Partie. Besonders die Ruhe und Souveränität in der Strafraumbeherrschung beeindruckten am Mittwochabend in Dortmund. "Gerade bei hohen Bällen ist er unheimlich sicher", so Ballack.
Als Chelsea den Schlussmann nach 78 Minuten in Person von Innenverteidiger Kalidou Koulibaly doch einmal bezwingen konnte, kratzte den Ball mit Emre Can ein anderer Leitwolf im letzten Moment von der Linie. "Wir passen als Mannschaft aufeinander auf. Wenn Gregor mal geschlagen ist, ist Emre eben da. Diese Energie brauchen wir", lobte Terzic.
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BVB gegen den FC Chelsea

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Ohnehin warf sich der Mittelfeld-Abräumer der Schwarz-Gelben in jeden Angriff, gewann die meisten Bälle (7) und beging die meisten Tacklings (4) aller Borussen. "Wir haben bewiesen, dass einer für den anderen da ist", sagte der 29-Jährige bei "DAZN". Can selbst ging mit Einstellung und Leistung voran – und unterstrich wie Adeyemi und Brandt seine aufsteigende Form.
In den Vordergrund stellte Can aber dennoch seinen Rückhalt und griff mit dem Lob in das höchste Regal: "Wir haben einen Weltklasse-Torhüter."
Nach dem Achtelfinal-Hinspiel kann man dem wohl kaum widersprechen.
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Gregor Kobel wurde nach dem Match von seinen Mannschaftskollegen vor der Südtribüne gefeiert

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3. Havertz' BVB-Fluch setzt sich fort

Die Zeichen für Kai Havertz standen bereits vor der Abfahrt in den Signal Iduna Park schlecht. Sieben Spiele hatte der Nationalstürmer in seiner Karriere gegen Borussia Dortmund absolviert, ohne dabei ein Tor zu erzielen – so viele wie gegen keinen anderen Klub.
Obwohl nach der Shoppingtour der Blues zuletzt auch über einen Abgang von Havertz aus der englischen Hauptstadt spekuliert worden war, bot Trainer Graham Potter den 23-Jährigen in der Startelf auf.
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Kai Havertz hatte im Signal Iduna Park einen schweren Stand

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Doch Havertz konnte seine Nominierung nur selten rechtfertigen. Oft hing der frühere Leverkusener als alleinige Sturmspitze vor Mykhaylo Mudryk, Joao Felix und Hakim Ziyech nur in der Luft, hatte von allen Chelsea-Spielern (die über die gesamte Spielzeit auf dem Feld standen) die wenigsten Ballkontakte und gewann mit nur 33,3 Prozent aller Duelle die wenigsten Zweikämpfe bei den Blues.
Nur einen Schuss auf den Kasten von Kobel gab Havertz in 90 Minuten ab. "Es fehlt jemand, der die Tore macht", analysierte Ballack nach dem Spiel – und meinte damit vor allen Dingen den Aachener. Bei seiner größten Möglichkeit kurz vor Schluss (82.) bremste ihn Nationalmannschaftskollege Niklas Süle im letzten Moment mit einer Monstergrätsche aus.
Im vierten Pflichtspiel in Serie blieb der Angreifer ohne Torbeteiligung. Havertz' Fluch gegen den BVB setzt sich fort.
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Quelle: Perform

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