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Real Madrid - FC Bayern: FCB verspürt große Leere nach dramatischem Aus - Rekordmeister beschwört Vergangenheit
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Publiziert 09/05/2024 um 18:52 GMT+2 Uhr
Verletzungspech, Schiedsrichter oder ein "minimaler Maulwurf" - das Aus des FC Bayern München im Halbfinale der Champions League gegen Real Madrid hatte viele Gesichter. Der deutsche Rekordmeister verspürt nach dem dramatischen Knockout eine große Leere. Viel Zeit für Selbstmitleid bleibt den Bayern aber nicht. Mit dem Finale dahoam 2025 steht nämlich das nächste große Ziel bereits vor der Tür.
Tuchel nach Halbfinale enttäuscht: "Ich bin einfach sauer"
Quelle: Perform
Nach dem Drama in der Hölle von Bernabéu herrschte beim FC Bayern die große Leere. Kein deutsches Traumfinale in Wembley, kein Titel, noch immer kein Trainer für die neue Saison.
Stattdessen klammerte sich die Trauergemeinde um den untröstlichen Pechvogel Manuel Neuer im Madrider Gourmet-Restaurant Platea an die vage Hoffnung auf das nächste "Finale dahoam" 2025. "Das ist jetzt unser großes Ziel!", rief Vorstandschef Jan-Christian Dreesen über die Köpfe von Thomas Tuchel und Uli Hoeneß am Tisch der Bosse hinweg.
Doch der Applaus geriet allzu kraftlos. Zu groß war an diesem schweren Tag mit dem Halbfinal-Aus in der Champions League bei Real Madrid (1:2) die Wut auf Schiedsrichter Szymon Marciniak, zu groß der Ärger über den seltenen Patzer von Neuer, der nach der Führung durch Alphonso Davies (68.) das brutale, späte Aus durch die Treffer von Joselu (88. und 90.+2) eingeleitet hatte.
Während der traurige Kapitän in einem Teller Reis stocherte, beschwor Dreesen bei Seehecht und zweierlei Paella das Klubmotto.
Bayern beschwört die Vergangenheit
Der "Mia-san-mia-Reflex" müsse den deutschen Rekordmeister wie in anderen Talsohlen der Vergangenheit leiten, sagte der Klubchef und zitierte fast flehentlich Thomas Müller.
Der Ur-Bayer habe nach dem "Drama dahoam" 2012 gegen den FC Chelsea, das in der Klubhistorie gleichrangig neben der Mutter aller Niederlagen 1999 gegen Manchester United steht, kämpferisch in den Mannschafts-Chat geschrieben: "Kopf hoch, Jungs! Was gestern passiert ist, tut extrem weh, aber nächstes Jahr schlagen wir zurück!"
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Die Enttäuschung beim FC Bayern war groß
Fotocredit: Getty Images
Zwölf Monate nach dem Drama 2012 waren die Bayern durch den Triumph von Wembley die Könige Europas. Auch nach dem Trauma 1999 hatten sie sich berappelt - und zwei Jahre später den Henkelpott errungen.
Und diesmal? Bei gedämpfter Lounge-Musik war in dieser schwarzen Nacht ein paar hundert Meter entfernt vom berühmten Cibeles-Brunnen, an dem Real traditionell seine Triumphe feiert, noch nicht einmal klar, wer diese Bayern ab Sommer anleiten soll. Ebenso wenig, wie die Mannschaft genau aussehen wird.
"Maulwurf" wird Neuer zum Verhängnis
Anführen soll sie ein letztes Mal Neuer - daran wird auch dessen Kahn-Moment nichts ändern. Vor den Augen des einstigen Titans, der im WM-Finale 2002 so folgenschwer gepatzt hatte, schickte sich "Hexer" Neuer an, zum Helden zu werden.
Doch ein "minimaler Maulwurf", so der Torwart, hatte etwas dagegen: Dessen Hügelchen lenkte den Ball vor dem 1:1 kaum wahrnehmbar ab, und Neuer wurde zur tragischen Figur. "Ich fühle mich schlecht", sagte er mit Grabesstimme über seinen Fehler, der ihm "in 100 Jahren nicht noch mal passiert", wie Tuchel zerknirscht feststellte.
Trost fand Neuer nicht, wie allen anderen blieb ihm eine Mischung aus Trauer und Groll - auf den Unparteiischen. Als "absolutes Desaster" bezeichnete Tuchel Marciniaks Pfiff "gegen alle Regeln des Fußballs" mitten hinein in eine Aktion, die zum vermeintlichen 2:2 durch Matthijs de Ligt geführt hatte.
"Aberwitzig", fand es Müller. Für die Entschuldigung des Polen, ätzte Sportvorstand Max Eberl "stocksauer", könne sich der FC Bayern "einen Scheißdreck kaufen".
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De Ligt unzufrieden mit Schiedsrichter: "Sieht nicht gut aus"
Quelle: Perform
Tuchel verlässt Bayern als Unvollendeter
Zu allem Überfluss blieb den Münchnern das Verletzungspech auch im wichtigsten Spiel des Jahres treu. Tuchel musste alle vier Offensivkräfte angeschlagen auswechseln, beim Ausgleich spielte seine Elf in Unterzahl, weil Aleksandar Pavlovic einen Krampf hatte. "Wir reagieren die ganze Saison auf Verletzungen", haderte Tuchel nach seiner ersten Halbfinal-Niederlage im 15. (!) Spiel, "das ist zu viel."
Der 50-Jährige, der gegen Wolfsburg am Sonntag (ab 17:30 Uhr im Liveticker) und Hoffenheim (18. Mai, ab 15:30 Uhr im Liveticker) zwei "Abschiedsspiele" bekommt, geht als Unvollendeter. "Einfach sauer", war er über das jähe Ende so kurz vor Erreichen des großen Traums. "Wir waren fast da und verstehen nicht so ganz, warum es nicht gereicht hat."
Wer auf Tuchel folgen wird, ist offener denn je. Neuerdings wird Hansi Flick wieder gehandelt - der Mann, der 2020 den Triple-Traum wahr gemacht hatte.
Trainerfahnder Eberl aber hatte in Madrid keine Lust darauf, das nächste Gerücht zu kommentieren. Dass sein London-"Date" mit Dortmunds Sportchef Sebastian Kehl geplatzt war, deprimierte ihn sichtlich. Und so blieb Eberl nur das Versprechen, er werde "im Finale dem BVB die Daumen drücken".
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(SID)
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Ancelotti kontert Bayern: "Dann können wir uns auch beschweren"
Quelle: Perform
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