Der FC Bayern München baut seine Zu-Null-Siegesserie mit Dreier gegen Paris Saint-Germain aus: Aus unheimlich wird gut
Der FC Bayern München schlägt Paris Saint-Germain in der Champions League 1:0 (1:0) und hält zwei Serien am Leben: Siege gibt's aktuell ausschließlich mit Weißer Weste - und dass nachdem vor wenigen Wochen noch auf die Abwehr eingeprügelt wurde. Dass Min-Jae Kim gegen PSG zum Matchwinner wurde, passt also. Und böse Worte gibt's von Trainer Vincent Kompany nur für den Vierten Offiziellen.
Kompany gibt zu: "Ich verstehe die Tabelle nicht"
Quelle: Perform
Vincent Kompany war sich nicht so ganz sicher, wie er es ausdrücken sollte, also benutzte er ein englisches Wort; ein recht böses sogar, um das Verhalten den Vierten Offiziellen in der 72. Minute zu beschreiben.
Dort stand Michael Olise gegen Paris Saint-Germain zur Einwechslung bereit, wurde von Florin Andrei aus Rumänien aber nochmal zur Bank zurückgeschickt - die Schienbeinschoner des Franzosen waren dem Unparteiischen zu klein. Kompany fand das pingelig, so die entschärfte Übersetzung des von ihm gewählten Wortes, und die Verzögerung angesichts des knappen Spielstands misslich - deswegen das böse Wort.
Über den FC Bayern gibt es dieser Tage dagegen wenig böse Worte zu verlieren. Sieben Siege in Folge hat das Kompany-Team zuletzt hingelegt, Verletzungspech getrotzt, leidige Länderspielpausen überwunden. Alle zu Null; der Wind hat sich gedreht seit dem schon fast denkwürdigen 1:4 in der Champions League beim FC Barcelona.
Am Dienstag war Paris Saint-Germain zu Gast in München, auch eine große Mannschaft, auf dem Papier zumindest, und Bayern siegte 1:0. Fast geräuschlos, nicht glanzvoll. Durch einen Abstauber-Kopfball von Min-Jae Kim (38.) nach einem von Joshua Kimmich direkt aufs Tor gezogenen Eckball, den PSG-Ersatzkeeper Matvey Safonov nur nach vorne patschte. Dort stand dann Kim.
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Champions League: Min-Jae Kim jubelt über sein 1:0 für den FC Bayern München gegen Paris Saint-Germain
Fotocredit: Getty Images
Bayern-Tor gegen PSG: "Danksi" sei Dank
Die Bayern sagten danach viele Sachen, die man eben so sagt, wenn es läuft. "Wir haben PSG den Schneid abgekauft", meinte Thomas Müller: "Die Intensität war super." Man habe "kaum etwas zugelassen", freute sich Manuel Neuer, der schon zum elften Mal diese Saison seine weiße Weste behielt.
"Der Schlüssel war die Geduld, die Überzeugung und die Gemeinschaft auf dem Platz", fasste Sport-Vorstand Max Eberl zusammen. "Wir sind auf dem richtigen Weg", meinte Kompany.
Am einzigen Tor des Spiels hatte auch sein Trainerteam Anteil, in Form von Aaron Danks, "Danksi", wie ihn Müller nannte. Der habe offenbar den Tipp gegeben, Eckstöße von links gegen PSG mit viel Schnitt direkt aufs Tor zu ziehen. "Das werden wir mit Sicherheit nie wieder so machen, aber das war ein genialer Schachzug", feixte Müller über das gelungene Gegnerscouting.
Kompany: "Ich schaue nicht auf Kim"
Waren die Bayern zu Beginn der Saison fast ein wenig unheimlich, wie sie über die Gegner hinwegrollten, sind sie jetzt, nach der Schwächephase mit dem 0:1 bei Aston Villa, dem 3:3 bei Eintracht Frankfurt und dem 1:4 in Barcelona einfach gut - vor allem in der Defensive.
Waren Neuer, Kim und Dayot Upamecano in eben jenen drei Spielen als Schwachstellen auserkoren worden, spielen sie nun wie verwandelt, sind die Garanten der Zu-Null-Serie. Aber eben auch nur Teil des ganzen Konstrukts.
"Wissen sie", meinte Kompany am Dienstagabend, als ein Reporter eine Eloge auf Siegtorschütze Kim hören wollte, "ich schaue nicht zu sehr auf Min-Jae Kim - wichtig ist, dass Harry Kane verteidigt. Wichtig ist, dass Jamal Musiala verteidigt und die Ersatzspieler auch. Wenn die das machen, ist die Aufgabe für die Verteidiger machbar, auch gegen Top-Spieler. So muss es bleiben."
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Eberl stolz: Bayern hat wieder den "Respekt des Gegners"
Quelle: Perform
Bayern hat "viel Energie" - braucht sie aber auch
Eine ziemlich anschauliche Aussage darüber, was er erwartet - dass die ganze Mannschaft angreift, aber auch gemeinschaftlich verteidigt. In höchster Intensität, im Laufschritt.
Der Belgier nennt das "viel Energie"; es brauche aber auch "gute Persönlichkeiten". Spieler, die aus derartigem Holz geschnitzt sind, alle drei Tage auf höchstem Level performen zu können.
Nicht nur gegen PSG, auch gegen Bochum oder Kiel. Oder in Dortmund am Wochenende. "Es ist eigentlich ganz einfach: Wir versuchen jedes Spiel zu gewinnen. Wenn wir gut arbeiten, können wir viele Spiele gewinnen", meint der Bayern-Coach.
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Trainer Vincent Kompany von Bayern München
Fotocredit: SID
So wird auch ein 1:0 sexy
Das Kim und Upamecano aber auch nicht die Hampelmänner sind, zu denen sie gemacht wurden, war Kompany indes schon länger klar: "Was ich früh gesehen habe, ist, dass unsere Stürmer im Training nicht gerne gegen unsere Verteidiger spielen - das ist ein gutes Zeichen." Er sei aktuell "sehr glücklich darüber, wie wir verteidigen - hoch und tief".
So wird dann auch ein 1:0 sexy. Zumal: "Wir haben unsere Zu-Null-Spiele nicht, weil Manu fünf Unhaltbare hält, sondern weil wir als Team gut funktionieren", meinte Müller: "Da haben wir schon Fortschritte gemacht."
Für die Berichterstatter sei das natürlich langweilig, sagte der 35-Jährige, hatte aber auch einen Tipp für die umstehenden Journalisten parat: "Aktuell einfach genießen. Ihr könnt uns ja auch mal schön her loben." Ist vielleicht auch besser als böse Worte zu gebrauchen.
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PSG-Coach Enrique: "Bayern hat verdient gewonnen"
Quelle: Perform
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