BVB-Bankrott in Bergamo - worum es für Borussia Dortmund in der Bundesliga jetzt noch geht

Borussia Dortmund hat sich bei Atalanta Bergamo auf dramatische Weise aus der Champions League verabschiedet. Nehmen die Dinge nun den zu erwartenden Verlauf, dann wird es eine titellose Saison auf durchaus gutem Niveau. Die relativ komfortable Situation in der Bundesliga erlaubt es Coach Niko Kovac, "neue" Ziele für den Saisonendspurt ins Auge zu fassen. Denn: Zu tun gibt es noch einiges.

Kovac bedient nach Playoff-Aus: "Haben uns selbst bestraft"

Quelle: Perform

"Wir sind eine Bundesliga-Mannschaft, die das hinkriegen muss", stellte Niko Kovac nach dem 1:4 im Playoff-Rückspiel in Bergamo klar. Damit meinte der Trainer nicht nur die Partie in der New Balance Arena, sondern die Tatsache, dass die Borussia durch das überzeugende 2:0 im Hinspiel schon auf bestem Wege in Richtung Achtelfinale schien.
Das mit dem Hinkriegen hat die Kovac-Auswahl in dieser Spielzeit - zumindest in der Meisterschaft - komplett verinnerlicht. Obwohl der BVB nur allzu häufig spielerisch massig Luft nach oben ließ und wenig Spektakel bot, sprechen die Zahlen für sich: Platz zwei in der Tabelle hinter Meister FC Bayern, nur eine (!) Niederlage nach 23 Partien.
Als Dortmund am 22. Spieltag 4:0 gegen Mainz gewann, wies das Konto 51 Zähler auf - nur einmal in der Vereinsgeschichte stand der Klub zu diesem Zeitpunkt punktemäßig besser da, in der Meister-Saison 2010/2011.
Theoretisch besteht natürlich die Chance, den Titel-Coup in diesem Jahr noch zu realisieren - zumal am Wochenende der Liga-Gipfel bei den Bayern (Samstag ab 18:30 Uhr im Liveticker) ansteht und man den Rückstand auf fünf Punkte verkürzen könnte. Nur: Es gibt nicht wirklich viele Argumente dafür, dass es so kommt.

BVB: Was passiert in der Causa Schlotterbeck?

Worum also geht es für den BVB, der auch im DFB-Pokal seit dem Achtelfinale nicht mehr dabei ist, in den kommenden Monaten? Ganz oben auf der Liste steht die Personalplanung, oder besser gesagt: die Causa Nico Schlotterbeck.
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BVB-Profis Nico Schlotterbeck (li.) und Felix Nmecha (re.)

Fotocredit: Getty Images

Der Innenverteidiger zögert, seinen im Sommer 2027 auslaufenden Vertrag zu verlängern. Eine Entscheidung soll im März fallen, was den Verein in eine knifflige Lage bringt. Denn: Das Transferfenster im Sommer wäre die letzte Chance, die maximale Ablöse für den Nationalspieler einzustreichen. Andererseits wollen die Schwarz-Gelben den 26-jährigen Topverteidiger unbedingt halten. Noch vor verbesserten Bezügen müsste dafür wohl eine echte Perspektive auf Titel her.

Schlotterbeck sorgt für Aufsehen: "Ja, wir wollen Meister werden!"

Nicht umsonst stellte Schlotterbeck nach dem mühsamen 3:2-Erfolg am 20. Spieltag gegen Abstiegskandidat Heidenheim unmissverständlich klar: "Man muss den Anspruch als BVB haben, den Fans zu sagen: Ja, wir wollen Meister werden!" Genau das sei auch seine Ambition.
Der Abwehrspieler wurde nach dem verbalen Vorpreschen von Teamkollegen und vom Coach zwar eingebremst, fest steht aber: Schlotterbeck will zählbare Erfolge - und wenn Borussia Dortmund nicht glaubhaft den Eindruck vermittelt, mit aller Macht danach zu streben, wird der Leistungsträger nicht zu halten sein. Es kursieren bereits Gerücht um einen Wechsel zu Real Madrid.
Grundsätzlich hat die Borussia mit der Achse aus Keeper Gregor Kobel, Schlotterbeck, Mittelfeldmann Felix Nmecha und Angreifer Serhou Guirassy eine starke Basis. Sollte es gelingen, den Kader darüber hinaus zur kommenden Saison schlagkräftig mit Neuzugängen zu ergänzen, dürfte der BVB sich den Ambitionen von Schlotterbeck annähern.

Pleite in Bergamo: BVB fehlen elf Millionen Euro

Doch genau da liegt das Problem: Durch den verpassten Einzug ins Achtelfinale der Königsklasse entgehen den Schwarz-Gelben elf Millionen Euro Prämie. Ein schwerer Schlag, wie Sportdirektor Sebastian Kehl unumwunden zugab.
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Kovac zur strittigen Szene: "Weiß nicht mehr, was ein Elfmeter ist"

Quelle: Perform

"Ich habe mich ehrlich gesagt mit dem Szenario vor dem Spiel nicht beschäftigt. Dieses Weiterkommen war eingeplant, die Einnahmen hatten wir eingeplant", erklärte der 46-Jährige. Der Klub hat sich mit dem sportlichen Rückschlag auch finanziell ein Bein gestellt, der Spielraum für Transfers und Gehaltserhöhungen wird kleiner. Und: Dass Dortmund in der Crunch Time der Champions League nur der Zuschauerplatz bleibt, ist ein fatales Signal für ambitionierte BVB-Profis wie Schlotterbeck - und potenzielle Neuzugänge mit hohem Anspruch.

Braucht Dortmund mehr "spielerische Glanzlichter"

Eine Stellschraube aber haben Kovac und die Mannschaft, an der sie zeitnah drehen können: die Attraktivität des Spiels. Es mangele an "spielerischen Glanzlichtern", hatte 2014-Weltmeister Mats Hummels in seiner Rolle als "Prime"-Experte moniert.
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Kobel und der BVB scheitern in den Playoffs

Fotocredit: SID

Man sei "grundsätzlich" durchaus in der Lage, anders zu spielen, befand derweil BVB-Nationalspieler Julian Brandt und regte schon im Dezember nach dem 2:0 gegen Hoffenheim ein flotteres System mit mehr Ballbesitz an. "Am Ende spielen wir Fußball, wir laufen nicht Fußball."
Allerdings drängt sich die Frage auf: Wäre dem Tabellenzweiten, der aktuell sechs Punkte Vorsprung auf den direkten Verfolger aus Hoffenheim hat, mit einer Abkehr vom ergebnisorientierten Stil überhaupt geholfen?

Sammer gibt BVB-Trainer Kovac Rückendeckung

"Die Partien, die wir nur remis gespielt haben, hätten wir in der Vergangenheit verloren - speziell in Hinrunden", sagte BVB-Berater Matthias Sammer im Januar in der "Sport Bild". Auch Trainer-Ikonen wie Ottmar Hitzfeld, Jupp Heynckes oder Carlo Ancelotti hätten nicht "zu der Kategorie Trainer gehört, die den Fußball mit ihrem Stil außergewöhnlich geprägt haben. Aber sie waren sehr erfolgreich." Das sei das Wesentliche. "Wir sollten sehen, was Niko faktisch verbessert hat: weniger Gegentore, mehr erzielte Tore, bessere Körperlichkeit, besserer Geist", führte Sammer aus.
Borussia Dortmund muss sich überlegen, für welchen Stil und für welche Ambitionen der Verein in Zukunft stehen will. Es ist eine Frage, die einem Balanceakt gleicht. Von der Antwort wird vieles abhängen.
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Kovac stellt sich hinter Kobel: "Viele gute Spiele für uns gemacht"

Quelle: Perform


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