FC Bayern siegt im Pokal knapp gegen TSG Hoffenheim - jetzt wartet RB Leipzig
Der FC Bayern München ist nach dem 4:3 (3:1) im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen die TSG 1899 Hoffenheim schon ein wenig alarmiert und will im Bundesliga-Spitzenspiel gegen RB Leipzig am Sonntag keinesfalls die Fehler der vergangenen zwei Spiele wiederholen. "Das müssen wir schnell abstellen", mahnt Sportdirektor Hasan Salihamizdic zum eingekehrten Schlendrian. Wachsamkeit sei nun gefragt.
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Vom FC Bayern berichten Florian Bogner und Marc Hlusiak
Wer ein Gefühl für ein Fußballspiel bekommen will, muss eigentlich nur auf Thomas Müller achten.
Der Angreifer ist so etwas wie das Barometer des FC Bayern München und in der zweiten Halbzeit des DFB-Pokalspiels gegen die TSG 1899 Hoffenheim zeigte es am Mittwochabend "veränderlich" an.
Immer wieder suchte der Weltmeister von 2014 da den Augenkontakt zu seinem langjährigen Weggefährten Jérôme Boateng, sprach mit ihm, denn es hatte sich etwas verändert im Bayern-Spiel.
Man habe sich "selbst dabei ertappt" nachlässig geworden zu sein, erklärte Müller später den Umstand, dass die Bayern nach einer starken ersten Halbzeit mit 3:1-Führung sich am Ende nur mit einem 4:3 über die Zeit gerettet hatten. Kurzum:
FC Bayern: Flick und Salihamidzic alarmiert
Wie schon beim 3:1 in Mainz am Wochenende ließen die Bayern einer dominanten ersten Hälfte also eine nicht so gute zweite folgen und rätselten danach etwas, woran das gelegen haben könnte.
"Ich bin zufrieden, dass wir weiter sind, denn im Pokal zählt nur das", sagte Trainer Hans-Dieter Flick, sah aber nicht wirklich zufrieden aus. Denn: "Über die Art und Weise, wie wir in der zweiten Hälfte gespielt haben, müssen wir reden."
So sah's auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic:
"Ein Weckruf" sei das Ergebnis, hielt derweil der Bayern-Coach fest: "Auch in Mainz haben wir in der zweiten Halbzeit etwas zurückgeschaltet, waren nicht mehr so im Spiel. Am Sonntag müssen wir alle im Team über 90 Minuten unsere Leistung bringen."
Müller: "Ein guter Fingerzeig"
Am Sonntag kommt nämlich RB Leipzig nach München, ist im Spitzenspiel der Bundesliga zu Gast (18:00 Uhr im Liveticker) – und nochmal ein anderes Kaliber als Mainz oder Hoffenheim.
Dass die Bayern gegen Hoffenheim "hinten raus nochmal in die Bredouille" (Kimmich) gerieten, sei "ärgerlich" gewesen, hielt Müller fest, "aber auch ein guter Fingerzeig für Sonntag, dass so eine Quälerei nicht geht. Ich bin voll überzeugt, dass wir wieder da sein werden."
Die letzten Minuten gegen Hoffenheim hatte Müller bangend auf der Bayern-Bank verbracht. Wie Boateng und Doppeltorschütze Robert Lewandowski vorzeitig ausgewechselt, hatte er beste Sicht darauf, wie es Hoffenheim durch die Treffer des eingewechselten Munas Dabbur (82., 90.+2) nochmal spannend machte.
Die Bayern werden etwas bequem
"Das war nicht schön", musste der Ex-Nationalspieler zugeben und an die in den letzten zehn Minuten für die Bayern-Stars eingewechselten Youngster Mickael Cuisance, Joshua Zirkzee und Álvaro Odriozola denken:
Bleibt die Frage, wie es die Bayern verhindern wollen, dass auch gegen Leipzig irgendwann der Schlendrian Einzug hält. Die extrem offensive Spielweise unter Hans-Dieter Flick lässt jedenfalls, so merken sie, kein Nachlassen, keinen Verwaltungsmodus zu.
"Wir haben das Spiel in der Hand und wissen was wir tun müssen, um den Gegner zu dominieren, aber wir machen es nicht, weil es dann auch ein bisschen unbequem wird, die Meter zu machen", erklärte Müller die Probleme, konnte dem Erlebten aber auch etwas Positives abgewinnen:
Beste Offensive Europas
Den Gegner unermüdlich unter Druck setzen nämlich, Ballgewinne erzwingen und selbst schnell umschalten – das ist die erfolgsversprechende Seite des Flick-Fußballs. Mit 48 Treffern in 14 Pflichtspielen unter dem aktuellen Coach sind die Bayern Spitze in Europas Top-Fünf-Ligen und nicht ohne Grund wieder in allen drei Wettbewerben auf Kurs.
"Offensiv macht es jedem von uns Spaß", sagte Serge Gnabry nach dem 4:3 gegen Hoffenheim: "Wir haben viele Chancen, machen Tore." Defensiv gelte es jedoch, "viel zu verbessern. Wir müssen die Partie sauber zu Ende spielen."
Wenn nicht, zeigt das Bayern-Barometer wieder "veränderlich" an.
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