FC Schalke 04 - FC Bayern München | Joshua Kimmich als Symbol für Erfolg

Der FC Bayern München besiegt den FC Schalke 04 im Viertelfinale des DFB-Pokals mit 1:0 (1:0). Matchwinner Joshua Kimmich drückt der Partie von der Innenverteidigerposition aus seinen Stempel auf. Die Schalker können sich derweil in Sachen Einstellung nichts vorwerfen lassen, bleiben nach vorne in wenigen Aktionen aber glücklos. Alexander Nübel trägt sein Schicksal mit Fassung. Was uns auffiel.

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1. Kimmich, der Macher

Joshua Kimmich hat nicht nur das Tor des Tages (40.) erzielt, sondern war quasi überall auf dem Rasen zu finden. In Abwesenheit von Jérôme Boateng als Not-Innenverteidiger aufgeboten, schaltete er sich immer wieder in Angriffe mit ein, schlug Ecken, suchte den Abschluss und, und, und ...
Insgesamt schlug er acht Flanken (Top-Wert), eroberte elf Bälle (zweitbester Wert nach Thiago, 15), und gewann zwei von drei Zweikämpfen. Dazu steuerte er zwei Torschussvorlagen bei. "Er kann einfach alles", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic.
Am Ende kam Kimmich auf beachtliche 180 Ballaktionen (der Bundesliga-Rekord liegt bei 206, Xabi Alonso) und eine Passquote von 95,1 Prozent. Thiago und David Alaba hatten 153 beziehungsweise 142 - damit wiesen die drei Bayern (zusammen 475) mehr auf als ganz Schalke an diesem Abend (403).
Allein das sagt einiges über die Kräfteverhältnisse der Gegner aus. "Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, sie hat clever gespielt. Schalke hat die Räume eng gemacht, es war nicht so einfach. Schon aufgrund unseres Ballbesitzes von 80 Prozent geht der Sieg in Ordnung", zeigte sich FCB-Trainer Hansi Flick sichtlich zufrieden.
Kimmichs sehr gute Leistung war symptomatisch für das Spiel der Bayern: Schalke war nicht ungefährlich, spielte einen etwas "wilden" Stil mit langen Bällen. Aber Bayern hielt den Druckwellen stand, blieb cool und setzte ausreichend eigene Akzente.
Es war eine weitere überzeugende Teamleistung, die zeigte, dass die Chemie im Kader stimmt und auch verletzungsbedingte Ausfälle (Lewandowski, Boateng, Hernández, Coman etc.) kompensiert werden können. Es muss nicht immer glänzen, im Pokal reicht auch ein dreckiger Arbeitssieg wie dieser.
"Wir hatten die totale Spielkontrolle", sagte Manuel Neuer: "Fußball zelebrieren konnte man nicht."

2. Schalke malocht endlich mal

"Warum nicht immer so?", mag sich so mancher Schalker Fan auf der Tribüne gedacht haben. An der Einstellung der Königsblauen gab es gegen Bayern nämlich ausnahmsweise rein gar nichts zu kritisieren.
"Wir können stolz auf unsere Leistung sein. Wir haben einen richtigen Kampf gezeigt und ich glaube, es war alles andere als einfach für die Bayern", bilanzierte Angreifer Guido Burgstaller, der selbst eine gute Gelegenheit hatte, aber dabei nur die Latte traf (12.).
Überraschend war die taktischer Herangehensweise von Trainer David Wagner aber allemal, denn sein auf totale Defensive ausgelegtes 5-4-1-System wurde auch nach der Halbzeit beim Stand von 0:1 zur Verblüffung aller nicht offensiver. Kimmich war jedenfalls nach eigener Aussage durchaus "überrascht".
Die Tempo-Spieler Benito Raman (64.) und Ahmed Kutucu (83.) kamen spät. Wagner erklärte danach in der "ARD":
Dass die "zwei, drei guten Momente" bei nur 19 Prozent Ballbesitz nicht zum erwünschten Ausgleich geführt haben, sorgte natürlich für Enttäuschung. Dennoch lobte auch er die Einstellung seines Teams:
Nun, festzuhalten bleibt trotzdem: Zwischendurch mal Tore zu schießen, wäre auch nicht schlecht.

3. Nübel erträgt seine Situation mit Fassung

Für Nübel, der im Sommer ablösefrei zum FC Bayern geht, würde das ein bitteres Ende seiner Zeit auf Schalke bedeuten. Nach seinem Slapstick-Eigentor bei der 0:3-Pleite am vergangenen Samstag beim 1. FC Köln war Nübel von eigenen Fans verbal attackiert worden.
Nach "Nübel-raus"-Rufen standen dem 23-Jährigen Tränen in den Augen. Die verdrückte er sich am Dienstag, ertrug seine Situation mit Fassung.
Dass in ihm viel vorgeht momentan, war ihm zwar anzumerken, aber er isolierte sich nicht, ging mit der Mannschaft nach dem Spiel auf die Ehrenrunde und lächelte zwischendurch. Wenn auch etwas gequält. Authentisch wirkte es dagegen, dass er demonstrativ auf Schubert zuging und ihn umarmte.
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