Bayerns Double-Held Flick: Jetzt kämpft er um Thiago und Alaba
Publiziert 05/07/2020 um 00:07 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern München hat sich mit dem Triumph im DFB-Pokal am Samstagabend gegen Bayer Leverkusen den 50. nationalen Titel gesichert. "Es ist alles top bei uns", frohlockte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Spieler und Bosse wussten genau, bei wem sie sich bedanken mussten. Der Held der Saison heißt Hansi Flick. Und die Gedanken schweifen bereits ab Richtung Triple.
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Sie umarmten ihn, sie herzten ihn, sie lobten ihn. Nach dem 4:2 gegen Bayer Leverkusen war beim FC Bayern München, dem Double-Sieger 2020, unverkennbar, wer das Gesicht dieser beeindruckenden Saison auf nationaler Ebene ist: Trainer Hansi Flick.
Nicht nur Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge war voller Euphorie. "Er hat es geschafft, dass die Mannschaft wieder Bayern-like spielt und die Empathie zurückgebracht", schwärmte er in der "ARD". Trainer und Team sprechen eine Sprache - es ist der Kern des Erfolgs dieser Bayern, die die Saison sogar noch veredeln können. Der Traum vom Triple lebt mehr denn je.
"Wir haben in den letzten Wochen erlebt, wie motiviert und hungrig der FC Bayern ist. Was wir erreicht haben, ist etwas ganz Besonderes. Die Einstellung war sensationell. Wir haben jetzt eine kleine Pause, und dann werden wir uns top vorbereiten und natürlich versuchen, das Triple einzufahren", stellte FCB-Kapitän Manuel Neuer klar. Als wenn es daran noch Zweifel gäbe...
FC Bayern feiert im Konfettiregen
Neuer selbst hatte um 22:11 Uhr im goldenen Konfettiregen den Pokal in die Höhe gereckt, seine Mitspieler jubelten mit der Medaille um den Hals und streiften sich ihre weißen Double-Shirts über. Insgesamt war es der 20. Pokalerfolg für die Münchner und das 13. Double der Vereinsgeschichte.
"Wir sind megaglücklich, dass wir das Double geholt haben. In der ersten Halbzeit hatten wir das Spiel völlig unter Kontrolle, hätten noch ein, zwei Tore mehr machen können. Danach hatte Leverkusen viele Konter, aber im Endeffekt gewinnen wir 4:2 - und das ist das Wichtigste", sagte Nationalspieler Serge Gnabry bei "Sky".
Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Präsident Fritz Keller brachte Abwehrchef David Alaba (16.) den deutschen Meister per direktem Freistoß sehenswert in Führung. Gnabry (24.) und Torjäger Robert Lewandowski (59. und 89.) erzielten die weiteren Tore. Sven Bender (64.) und Kai Havertz (90.+5/Handelfmeter) trafen für Bayer.
Flick, der so ziemlich alle - inklusive TV-Experte Bastian Schweinsteiger - überrascht hat, genoss seinen Erfolg sichtlich und bilanzierte: "Wir gehen mit Stolz aus dem Stadion, dass wir das geschafft haben. Was die Mannschaft in den letzten Wochen geleistet hat, ist sensationell. Die Einstellung ist einfach fantastisch. Ich bin sehr, sehr happy. Wie die Mannschaft performt, ist außerordentlich."
In diesem schwierigen Jahr mit Corona-Pandemie ist es allerdings ein großes Verdienst von Flick selbst, dass die Mannschaft noch ein Stück näher zusammengewachsen ist. Die Mischung aus jungen, hungrigen und erfahrenen Spielern stimmt. Die Älteren sind bereit, ihr Wissen zu teilen, die Nachwuchsakteure bringen den nötigen Schuss Demut mit. Die Freude, die auf dem Platz vor nahezu leeren Rängen am TV-Bildschirm zu vernehmen war, wirkte echt. Die Aktion von Neuer und Alaba, die sich Flick schnappten und ihn mit den Kollegen hochleben lassen, sprach Bände. "Es ist alles top bei uns", schwärmte Rummenigge passend dazu und läutete damit die Double-Feier in Berlin ein.
Urlaub und Fokus auf die Champions League
Danach gehen die Spieler zunächst in den Urlaub, ehe die Vorbereitung auf die Champions League und die Fokussierung auf den Henkelpott startet. Das Finalturnier startet am 7. August in Lissabon.
Ganz so harmonisch wird es in der Zwischenzeit aber wahrscheinlich nicht bleiben. Nachdem der Abschied von Thiago so gut wie beschlossen scheint, bleibt weiterhin die Frage offen, ob David Alaba den Verein auch verlässt. Am Samstag ließ er sich nicht in die Karten schauen, sagte lediglich, er wolle "erstmal einfach feiern". Wie er sich den gesamten Abend über präsentierte, ließ aber schon die Interpretation zu, er schmeiße sich zum Abschluss extra rein.
Flick will keinen von ihnen abgeben: "David hat ein Weltklasse-Tor gemacht, er ist auf der Position des Abwehrchefs zu einem ganz besonderen Spieler gereift. Er ist für einen Trainer sehr, sehr wichtig. Er ist hier zu einem außergewöhnlichen Spieler gereift. Er tut uns nicht nur auf dem Platz gut. Er weiß, dass er im Verein eine riesengroße Wertschätzung hat. Es wäre etwas ganz Besonderes, wenn David seine Karriere hier bei Bayern beendet. Ähnlich wie bei Thiago würde ich mich total freuen, wenn wir zwei solche Qualitätsspieler halten könnten. Ich werde mich dafür einsetzen und versuche alles, dass wir beide Spieler halten können", betonte der Coach.
Wenn ihm auch das noch gelänge, er würde glatt erneut alle überraschen.
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