DFB-Pokal | Eintracht Braunschweig - Borussia Dortmund: 3 Dinge, die auffielen
Borussia Dortmund hat die Pflichtaufgabe Eintracht Braunschweig gelöst und sich in der 2. Runde des DFB-Pokals mit 2:0 beim Zweitligisten durchgesetzt. Soweit die gute Nachricht. Denn spielerisch blieb der BVB im dritten Spiel unter dem neuen Chefcoach Edin Terzic vieles schuldig. Immerhin zahlte sich das Risiko aus, das der 38-Jährige mit seinem Team einging. Drei Dinge, die uns auffielen.
Jubel bei Borussia Dortmund
Fotocredit: Imago
So ganz zufrieden war Edin Terzic mit dem zweiten Sieg im dritten Spiel unter seiner Ägide nicht.
"Wir haben heute nicht die Sterne vom Himmel gespielt. Spielerisch muss es in der Zukunft wieder mehr nach oben gehen", forderte der Nachfolger von Lucien Favre nach dem Erfolg gegen den Tabellen-15. der 2. Bundesliga.
Es sei "das erwartet schwere Spiel" gewesen, befand Terzic, der die Mannschaft erstmals in einem K.o.-Spiel betreute.
Drei Dinge, die auffielen:
1. Terzic geht ins Risiko
Kapitän Marco Reus auf der Bank, Regionalliga-Angreifer Steffen Tigges in der Startelf - sieben Änderungen im Vergleich zum Spiel vor vier Tagen in Berlin. Edin Terzic ging mit hohem Risiko in sein drittes Spiel als BVB-Coach. "Heute ist es das zehnte Spiel in 31 Tagen. Im Schnitt sind wir alle drei Tage im Einsatz und müssen daher einen guten Mix aus Frische und Qualität finden", erläuterte der 38-Jährige seinen mutigen Schritt. Er habe daher entschieden, dass "Reus das Spiel nicht beginnt, aber vielleicht entscheidet".
Ganz ging der Terzic-Plan, der auch durch den Ausfall von Supertalent Youssoufa Moukoko bedingt war, nicht auf. Reus kam zwar in der 63. Minute für Julian Brandt, konnte der Partie aber nicht mehr seinen Stempel aufdrücken. Für die Entscheidung sorgte stattdessen Jadon Sancho, der in der zweiten Minute der Nachspielzeit alles klar machte.
Dennoch wurde das Terzic-Risiko bei der Aufstellung am Ende belohnt. Der Erstligist hatte das Geschehen gegen den Zweitligisten über weite Strecken im Griff und erreichte das Achtelfinale. Auch Tigges machte seine Sache gut. Der 1,93 m große Stürmer beschäftigte die Braunschweiger Abwehrspieler, war permanent unterwegs und hätte in der 85. Minute, freistehend vor Braunschweig-Schlussmann Jasmin Fejzic fast zum 2:0 getroffen.
Terzic bewies, dass er auch ohne jede Erfahrung als Chef-Coach den Mut hat, seine Pläne umzusetzen - auch wenn das bedeutet, dass eine Galionsfigur wie Kapitän Reus auf der Bank platz nehmen muss.
2. Hummels macht's mit Wut im Bauch
Am vergangenen Wochenende musste in Berlin nach der 1:2-Niederlage gegen Union ein Werbeaufsteller dran glauben, den Mats Hummels mit einem wütenden Faustschlag traktierte. "Wir hauen uns selber in die Pfanne", wetterte der Weltmeister von 2014.
In Braunschweig kanalisierte der 32-Jährige seine Wut über die zuletzt dürftigen Vorstellungen der Schwarz-Gelben besser - und erzielte das 1:0 höchstpersönlich. Ein starkes Zeichen nach der Schimpftirade vom Wochenende.
Auch bei Standard-Situationen, die zuletzt mehrfach zu Gegentoren geführt hatten, sahen Hummels und die Abwehr-Kollegen in Braunschweig besser aus.
In der 46. Minute nahm Terzic seinen Kapitän, der leicht angeschlagen war, dann runter, die Binde übernahm Thomas Delaney. Das enorme Pensum der vergangenen Wochen sei "nicht spurlos" an Hummels vorbeigegangen, erläuterte Terzic. "Daher musste er zur Hälfte raus."
3. Das Offensiv-Problem bleibt
"Wir hätten früher das zweite oder dritte Tor machen müssen", monierte Thomas Delaney - und lenkte damit die Aufmerksamkeit auf ein Problem, das seit Anfang Dezember besteht. Seit dem Zeitpunkt, an dem sich Erling Braut Haaland einen Muskelfaserriss zuzog. Es wurde sofort deutlich, dass die Borussia das Fehlen des Norwegers nicht kompensieren kann. Dem BVB fehlt der eiskalte Knipser - und damit die Voraussetzung, Spiele frühzeitig zu entscheiden.
Zum Hoffnungsträger avancierte der erst 16-jährige Youssoufa Moukoko, der aber erst behutsam an den Profi-Fußball herangeführt werden soll und gegen Braunschweig prompt aufgrund einer Knieverletzung ausfiel. Der 22-jährige Steffen Tigges, der so zu seinem ersten Einsatz für die BVB-Profis kam, wusste zwar zu überzeugen, hatte aber Pech im Abschluss. "Er hat die Wege gemacht, Bälle festgemacht und erobert. Das war wichtig für uns", lobte Terzic dennoch.
Nichtsdestotrotz zeichnet sich immer deutlicher ab, dass der BVB gut beraten wäre, sich im Winter mit einem weiteren Goalgetter zu verstärken. Denn auch Haaland ist erst 20 Jahre alt, befindet sich noch in der Entwicklungsphase und wird früher oder später auch durch ein Leistungstief gehen müssen.
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Quelle: SID
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