Der BVB musste das Pokalhalbfinale zwar ohne Toptorjäger Erling Haaland (muskuläre Porbleme) angehen, hatte mit dem mutig beginnenden Zweitligisten aus Kiel aber nur in den ersten 15 Minuten seine Mühe, bevor die schwarzgelbe Lawine die Gäste überrollte.
Auf Zuspiel von Jadon Sancho besorgte Giovanni Reyna mit einem präzisen Schuss in die lange Ecke die Führung (16.), die zugleich als Dosenöffner für eine fulminanten erste Hälfte der Borussia diente. Der US-Youngster besorgte nur sieben Minuten später nach zwei Hacken-Zuspielen von Marco Reus und Raphael Guerreiro das 2:0 für spielfreudige Dortmunder (23.).
Die Kieler hatten das 0:2 noch nicht verarbeitet, da musste der bemitleidenswerte Thomas Dähne den Ball bereits zum dritten Mal aus dem eigenen Netz fischen. Emre Can bediente Reus mit einem Chipball im Strafraum, der BVB-Kapitän nahm die Kugel zunächst nicht minder stark mit und schob an Dähne vorbei zum 3:0 in die kurze Ecke ein (26.).
DFB-Pokal
Zorc zur Terzic-Zukunft beim BVB: "Wenn er andere Pläne hat ...."
01/05/2021 AM 19:15
Die Kieler zeigten direkt im Gegenzug zumindest ein kleines Lebenszeichen, als Fabian Reeses Schuss von der Strafraumgrenze an den Pfosten klatschte (27.). Defensiv hatten die Gäste dem Dortmunder Spaßfußball aber nicht entgegenzusetzen und ergaben sich im ersten Durchgang nahezu ohne Gegenwehr ihrem Schicksal.
Thorgan Hazard erhöhte nach einer unglücklichen Rückgabe von Dominik Meffert frei vor Dähne auf 4:0 (32.), ehe Jude Bellingham kurz vor der Pause per Flachschuss aus 17 Metern den fünften BVB-Treffer besorgte (42.) - Simon Lorenz hatte unhaltbar für Dähne in die Tormitte abgefälscht.
Den zweiten Durchgang absolvierte die Terzic-Elf angesichts des komfortablen Vorsprungs im Schongang, zu mehr als zwei zumindest im Ansatz gefährlichen Distanzschüssen von Sancho (58.) und Hazard (66.) konnten sich die Dortmunder nicht mehr durchringen.
Einen schweren Wermutstropfen hatten die Dortmunder trotz des Finaleinzugs dennoch zu beklagen. Mateu Morey knickte nur zehn Minuten nach seiner Einwechslung ohne Fremdeinwirkung mit dem rechten Sprunggelenk und Knie weg, woraufhin der Spanier sofort schreiend zu Boden ging.

Terzic nach Morey-Schock: "Schwer, über Spiel Gedanken zu machen"

Sanitäter hievten den vor Schmerzen schreienden und sich das rechte Knie haltenden Morey auf eine Trage und transportierten ihn in die Katakomben ab (73.).
Der BVB spielte das Spiel gegen um Schadensbegrenzung bemühte Kieler seriös zu Ende und trifft im Finale am 13. Mai im Berliner Olympiastadion auf RB Leipzig.

Die Stimmen:

Marco Reus (Borussia Dortmund): "Wir waren heute vor dem Tor sehr konsequent, jeder Schuss war eine Treffer. Wir sind sehr froh, dass wir sind er ersten Halbzeit schnell die Tore gemacht haben, um Sicherheit zu bekommen. Wir sind sehr froh, dass wir ins Finale eingezogen sind."
Emre Can (Borussia Dortmund): "Wir freuen uns, dass wir nach Berlin fahren, aber es hält sich natürlich Grenzen. Wahrscheinlich ist die Verletzung von Mateu sehr schlimm."

Terzic: "Reyna hat guten Sprung nach vorne gemacht"

Ole Werner (Trainer Holstein Kiel): "Heute hat es nicht gereicht, dennoch haben meine Jungs eine sensationelle Pokalsaison gespielt. Niemand hätte uns zugetraut, dass wir soweit kommen. Uns wurden klar die Grenzen gezeigt, da muss man nicht lange drumherum reden. In der zweiten Halbzeit haben wir es Gott sei Dank besser gemacht."
Fin Bartels (Holstein Kiel): "Wenn man 0:5 zur Halbzeit zurückliegt, ist das extrem ernüchternd und man fragt sich: ´Was machst du hier im Halbfinale in Dortmund?´. Wir haben dieses Jahr schon gezeigt, dass wir anders im Pokal auftretenden können. Wir haben es nie geschafft, die Dortmunder auch mal mit Fouls zu unterbrechen und dann kriegt man hier so eine Rutsche."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Spielfreude pur beim BVB

Nachdem die Kieler zu Beginn noch mutig gegen den Favoriten mitspielten, wurde die Störche mit zunehmender Spieldauer von Dortmunds Variabilität und Effizienz überrumpelt. Nach Reynas Führungstor kamen die Gäste, die erst vor wenigen Tagen aus einer zwei Mal zweiwöchigen Mannschaftsquarantäne entlassen wurden, gegen die pausenlos rochierenden BVB-Angreifer in nahezu jedem Zweikampf zu spät. Die eklatante Zweikampfschwäche gepaart mit fahrlässigen Ballverlusten rund um den eigenen Strafraum sowie einer Portion Pech bei Rettungsaktionen führten zu einer Demontage im ersten Durchgang.

Die Statistik: 5

Der BVB ist das erste Team in der DFB-Pokalgeschichte, dem in einem Halbfinale fünf Tore vor der Pause gelangen.
Das könnte Euch auch interessieren: Schock-Verletzung - BVB in Sorge im Morey

Wie schlimm ist die Haaland-Verletzung: Coach Terzic gibt Update

DFB-Pokal
Haaland angeschlagen: So geht es dem BVB-Goalgetter
01/05/2021 AM 17:48
Bundesliga
Dahoud fliegt: BVB unterliegt Gladbach bei hitziger Rose-Rückkehr
VOR 3 STUNDEN