FC Bayern- Reservisten-Schaulaufen im DFB-Pokal: Wer in Bremen Eigenwerbung betrieb - und wer nicht

Das DFB-Pokalspiel des FC Bayern München beim fünftklassigen Bremer SV war ein Schaulaufen jener Spieler, die ansonsten kaum oder gar nicht beim deutschen Rekordmeister zum Einsatz kommen. Einige der FCB-Profis nutzten im Rahmen des ungefährdeten 12:0-Erfolgs die Gelegenheit, um sich für weitere Spiele zu empfehlen – andere eher nicht.

Der FC Bayern hatte in Bremen keinerlei Probleme

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Julian Nagelsmann hatte nach dem 12:0 beim Bremer SV allen Grund zur Zufriedenheit. "Sie haben seriös verteidigt und bis zum Ende versucht, Tore zu erzielen", lobte der Trainer und fügte hinzu: "Die Art und Weise, wie wir trotz unseres engen Rhythmus hier gespielt haben, ist nicht selbstverständlich."
Nagelsmann brachte gegenüber dem Bundesligaspiel gegen den 1. FC Köln sechs neue Spieler in die Startelf, schöpfte zudem das Wechselkontingent mit fünf Einwechslungen komplett aus.
Dadurch konnten einige Akteure (wenn auch gegen einen unterklassigen Gegner) zeigen, was in ihnen steckt.
Wer die Chance nutzte - und wer nicht.

Eric Maxim Choupo-Moting

Eric Maxim Choupo-Moting bewies einmal mehr, dass er ein erstklassiger Backup von Robert Lewandowski ist. Vier seiner sieben Schüsse landeten im Tor. Drei weitere Treffer bereitete er vor. Er ist der erste Spieler der Bayern, der seit der Datenerfassung (2008/09) in einem DFB-Pokalspiel an sieben Toren direkt beteiligt war.
"Egal ob man nun viel Spielzeit hat oder nicht, wenn man die Chance bekommt, soll man Gas geben", sagte der 32-Jährige, für den das Spiel historisch war: "Ich glaube, das ist der erste Viererpack in meiner Profizeit gewesen."

Corentin Tolisso

Die Gerüchte um eine Verpflichtung des FC Bayern von Marcel Sabitzer halten sich hartnäckig. Nagelsmann dementiert diese zumindest nicht. Sollte der Leipziger Mittelfeldspieler zum Rekordmeister kommen, wäre ein möglicher Abgang von Corentin Tolisso vermutlich überfällig
Karl-Heinz Rummenigge sprang dem Franzosen bei Bild TV jüngst zur Seite: "Sabitzer ist ein guter Spieler, aber Tolisso wird mir manchmal auch ein bisschen zu sehr unterschätzt." In Bremen agierte er sehr offensivfreudig, schoss neun Mal auf das gegnerische Tor und sorgte mit seinem Treffer zum 12:0 für den Endstand.

Chris Richards

Nach seiner Ausleihe an die TSG Hoffenheim, für die der 21-Jährige elf Bundesligaspiele bestritt, ist der dreimalige US-Nationalspieler (zumindest erst einmal) zurück beim Rekordmeister.
In Bremen wurde er zur Halbzeit eingewechselt und verdiente sich ein Sonderlob von Trainer Nagelsmann: "Positiv hervorheben will ich Chris Richards, der bis jetzt wenig gespielt hat. Aber wie seriös er das verteidigt... Als Innenverteidiger ist man vielleicht geneigt, wilde Sachen zu machen oder wild nach vorne zu rennen. Aber er spielt sehr seriös. Das war gut."
Die TSG Hoffenheim soll laut Medienberichten an einer erneuten Verpflichtung interessiert sein. Eine Einigung wurde bislang nicht erzielt. Die Bayern würden den US-Amerikaner gerne verkaufen, fordern dem Vernehmen nach rund zehn Millionen Euro. Ein Betrag, der für die Kraichgauer nicht stemmbar ist.
Bleibt Richards in der bayrischen Landeshauptstadt, dürfte mit Blick auf die Konkurrenz – trotz des Trainer-Lobes – nicht allzu viel Spielzeit winken.

Omar Richards

Erst in diesem Sommer wechselte 23-Jährige vom englischen Zweitligisten FC Reading zum FC Bayern. Nun gab der Linksverteidiger gegen den Bremer SV sein Pflichtspieldebüt und hinterließ einen soliden Eindruck.
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Omar Richards im Gespräch mit Julian Nagelsmann

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Er gewann 78 Prozent seiner Zweikämpfe, hatte eine Passquote von 95 Prozent und bereitete ein Tor vor. Zukünftig reiht er sich wieder als Backup von Alphonso Davies ein.

Tanguy Nianzou

Der 19-jährige Franzose, der im Sommer 2020 von Paris Saint-Germain nach München gewechselt war, genießt unter Nagelsmann offenbar einen hohen Stellenwert.
Nachdem er am Sonntag beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln erstmals überhaupt in der Startelf stand, durfte er nun erneut beginnen.
Der Auftritt des Innenverteidigers war allerdings eher durchwachsen. Im Spielaufbau hielt er sich hinter Niklas Süle zurück, gewann zudem nur 38 Prozent seiner Zweikämpfe.

Malik Tillman

Ein besseres Profidebüt hätte sich Malik Tillman nicht wünschen können. In der Halbzeit kam der junge Stürmer für Thomas Müller in die Partie. Keine zwei Minuten später erzielte er sein erstes Tor.
Beeindruckend: Das Eigengewächs war sofort wachsam, fing einen Fehlpass der Bremer Verteidigung ab und verwandelte eiskalt zum 6:0. Mit 19 Jahren und 89 Tagen ist er nun der jüngste Bayern-Spieler dieses Jahrtausends, der bei seiner Pflichtspielpremiere traf.

Bouna Sarr

Auch Bouna Sarr erzielte sein erstes Tor für den FC Bayern München. Nach einer Vorlage von Choupo-Moting traf er aus spitzem Winkel zum zwischenzeitlichen 11:0. Überhaupt präsentierte sich der Rechtsverteidiger engagiert und offensivfreudig. Allerdings unterliefen ihm auch neun Fehlpässe. Zudem fabrizierte er drei Freistöße für den Gegner.
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Jamal Musiala und Bouna Sarr (l.)

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In der vergangenen Saison spielte er bei den Bayern eine untergeordnete Rolle und kam lediglich auf acht Bundesligaeinsätze. Es ist unwahrscheinlich, dass sich unter Nagelsmann viel daran ändern wird.

Taylor Booth

Taylor Booth war neben Tillman der zweite Spieler des FC Bayern München, der beim Pokalspiel in Bremen sein Pflichtspieldebüt gab. In der 68. Minute kam der 20-Jährige für Leroy Sane in die Partie.
Der Mittelfeldspieler erwies sich mit einer Quote von 89 Prozent als sicherer Passgeber, gewann aber lediglich 33 Prozent seiner Zweikämpfe. Bei der 2. Mannschaft des FC Bayern läuft es besser für ihn. In den bisherigen zwei Regionalligaspielen verbucht er ein Tor und eine Vorlage.
Trotzdem: Der Weg zum zweiten Profieinsatz dürfte weit sein.

Mickael Cuisance

In Bremen wurde er für Joshua Kimmich eingewechselt und durfte immerhin 45 Minuten spielen. Sein Highlight war der Treffer zum 9:0. Insgesamt gab er vier Torschüsse ab.
Vergangene Saison wurde er an Olympique Marseille verliehen, konnte sich als Stammspieler allerdings nicht etablieren. "Er hatte keine leichte Situation", sagte Nagelsmann, der allerdings auch lobende Worte findet. "Er lässt sich nicht hängen. Das ist immer ein wichtiges Zeichen. Er darf auch länger bleiben als bis zum 31.8. Trotzdem muss man diskutieren, was ist gut für den Spieler und was ist gut für den Club."
Dies klingt nach einem erneuten Abschied, sofern sich ein Abnehmer für Cuisance finden lässt.
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Eingebauter Magnet im Fuß: Nagelsmann schwärmt von Bayern-Juwel

Quelle: Perform

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