DFB-Pokal - BVB kommt bei Zweitligist Hannover 96 mit blauem Auge davon: "Das ist nicht unser Anspruch"
Borussia Dortmund hat beim Zweitligisten Hannover 96 (2:0) das Ticket für das Achtelfinale im DFB-Pokal gelöst. Wirklich überzeugend war der Auftritt der Schwarz-Gelben jedoch nicht. Letztlich war es speziell BVB-Keeper Gregor Kobel zu verdanken, dass sich der BVB (vorerst) nicht erneut bei einem unterklassigen Gegner aus dem Wettbewerb verabschieden musste. Einige Fragenzeichen bleiben dennoch.
Gregor Kobel (rechts, Borussia Dortmund) rettet für sein Team gegen Hannover 96
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Hendrik Weydandt schlich mit gesenktem Kopf über den Rasen der HDI Arena.
Wie wäre der Pokalfight am Mittwochabend zwischen Hannover 96 und Borussia Dortmund wohl ausgegangen, hätte der Angreifer des Zweitligisten in der 53. Minute freistehend aus rund sieben Metern nicht über den Ball geschlagen, sondern die Kugel im Kasten der Gäste zum 1:1-Ausgleich versenkt?
"Das schmerzt sogar, das zu sehen", ärgerte sich Weydandt anschließend nach Betrachtung der Szene. "Es ist sehr bitter", ergänzte der 27-Jährige bei "Sky".
Hätte, wäre, wenn und aber. Das Leben ist bekanntlich kein Konjunktiv.
Letzten Endes sicherten sich die Schützlinge von BVB-Trainer Edin Terzic - wenn auch mühevoll - durch einen 2:0 (1:0)-Erfolg das Ticket für das Pokalachtelfinale und feierten dies nach Abpfiff mit ihren rund 4.500 mitgereisten Anhängern. Mit Ruhm bekleckerten sich die Schwarz-Gelben dabei allerdings wahrlich nicht.
Kobel hält BVB-Sieg fest
So war es speziell Schlussmann Gregor Kobel, der insgesamt sieben Schüsse parierte und folgerichtig zum "Man of the Match" ausgezeichnet wurde, zu verdanken, dass der Borussia nicht ein ähnliches Schicksal wie im vergangenen Jahr widerfuhr. Damals musste man sich dem FC St. Pauli, Hannovers Ligakonkurrent im deutschen Unterhaus, im Pokalachtelfinale überraschend geschlagen geben (1:2).
"Unser Torwart Gregor Kobel war weltklasse", brachte es Emre Can bei "Sky" auf den Punkt. "Es war kein gutes Spiel von uns. Wir haben es nicht gut gemacht, es war schwer auf dem Platz. Das soll keine Ausrede sein, aber zum Glück zählt im Pokal einfach nur das Weiterkommen, deshalb ist es okay. Am schönen Spiel arbeiten wir noch", so der deutsche Nationalspieler weiter.
Genau jene Schönspielerei hatte Teamkollege Mats Hummels zuletzt bemängelt.
Terzic kritisch: "Wir lernen nicht daraus"
Tatsächlich schienen sich Hummels' Teamkollegen die Worte des Ersatzkapitäns zu Herzen genommen zu haben. Der BVB nahm den Pokalfight in Hannover zunächst gut an und sorgte auch im Angriff für Nadelstiche.
Nach Zuspiel von Thorgan Hazard fälschte Bayern Münchens Leihgabe Bright Arrey-Mbi eine Hereingabe von Youssoufa Moukoko unglücklich zum 1:0 für die Gäste ab (11.). Es sollte jedoch die einzige gelungene Offensivaktion des Pokalsiegers von 2021, bei dem sich in der Folge eine seltsame Lethargie breitmachte, für längere Zeit bleiben.
"Wir müssen reifer sein. Es braucht eine gewisse Form der intrinsischen Motivation der Jungs, dass sie es selbst abstellen wollen. Wir lernen nicht daraus", polterte Terzic im Anschluss.
Und auch am anderen Ende des Platzes wackelte der BVB mit zunehmender Spieldauer ein ums andere Mal - zum Ärger von Kobel. "Es ist nicht unser Anspruch, so viele Chancen zuzulassen", haderte der Schweizer - und das nicht ohne Grund.
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Niklas Süle, Nico Schlotterbeck und Emre Can (von links/Borussia Dortmund) nach dem Sieg gegen Hannover 96
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Hannover hadert mit Chancenverwertung
Gleich mehrfach hatte der Zweitliga-Fünfte die Gelegenheit, die insgesamt ausgeglichene Partie gegen den haushohen Favoriten auch auf der Anzeigetafel ins Lot zu bringen.
"Ein großes Thema wird bei uns die Chancenverwertung sein. Wenn man das nach einem Spiel gegen Dortmund sagen kann, ist es eigentlich ein Kompliment, aber umso ärgerlicher, weil man das Gefühl hat, hier war eine Menge drin. Und wir vorne müssen uns das ankreiden lassen, dass wir die Dinger nicht gemacht haben", konstatierte Weydandt.
Schlussmann Leo Weinkauf pflichtete seinem Teamkollegen bei: "Wir haben uns selten in einem Spiel so viele Chancen erarbeitet. Der eine oder andere hätte reingehen können, dann hätten wir das Spiel offener gestalten können."
Erst mit dem 2:0 durch den eingewechselten Jude Bellingham per Foulelfmeter kehrte beim deutschen Vizemeister endgültig Ruhe ein (71.). Daran änderte auch die späte Rote Karte für Karim Adeyemi aufgrund einer Notbremse nichts mehr (85.).
Oder anders gesagt: Hannover fehlte das Quäntchen, das Dortmund am Ende hatte.
BVB: Nur das Weiterkommen zählt
Obwohl der Auftritt des BVB wie so häufig in dieser Spielzeit die eine oder andere Frage offenließ, steht unter dem Strich der Einzug in die nächste Pokalrunde - und nur darum geht es in den Frühphasen jenes Wettbewerbs.
"Es war ein typisches dreckiges Pokalspiel, so wie es immer wieder ist. Es gehört aber am Ende auch immer wieder dazu, den Sieg zu holen und das haben wir heute gemacht", zeigte sich Kobel ob des Ausgangs zufrieden.
Fakt ist jedoch, dass am Samstag gegen den VfB Stuttgart (15:30 Uhr im Liveticker) eine Leistungssteigerung von Nöten sein wird, um die Negativserie von drei sieglosen Bundesligaspielen in Folgen zu beenden.
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