DFB-Pokal: FC Bayern greift im Finale gegen Stuttgart nach Titel - Kompany-Team muss gegen eigenes Spiegelbild bestehen
VonLuca Baier
Update 23/05/2026 um 17:16 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern München will seine Saison mit dem Double beenden - und trifft dabei ein Stück weit auf seine Kopie. Der Finalgegner VfB Stuttgart orientiert sich in vielen Aspekten am Spiel der Münchener. Vor dem Endspiel am Samstag erklärt Eurosport im Taktik-Check, wo die Parallelen zwischen den beiden Teams liegen. Die Bayern warten schon lange auf ihren 21. Triumph im DFB-Pokal.
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Quelle: Perform
Nach der Niederlage bei Holstein Kiel im Januar 2021 - damals als amtierender Weltpokalsieger - schied man Jahr für Jahr früher oder später aus ohne dabei auch nur einmal das Finale zu erreichen.
Nach dem bitteren Aus in der Champions League gegen Paris Saint-Germain müssen die Bayern nun das Double holen, um ihre eigenen Ansprüche zu erfüllen - bei der vorhandenen Qualität und den gezeigten Leistungen wäre "nur" die Meisterschaft zu wenig.
Mit dem VfB Stuttgart treffen die Münchener am Samstag (20:00 Uhr im Liveticker) auf ein Team, das sehr offensiv ausgerichtet spielt, hoch presst und somit taktisch viele Parallelen zum Rekordmeister aufweist.
Trainer Sebastian Hoeneß orientiert sich in der Herangehensweise vermehrt an den Bayern, Stuttgart ist die Mannschaft, die den Bayern im deutschen Fußball am klarsten ähnelt - und das, obwohl sie anders als die Münchener nominell auf Basis eines 3-4-3 agieren.
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Quelle: Perform
Stuttgart presst wie die Bayern
Wie auch die Bayern verteidigt Stuttgart extrem viel im Mann-gegen-Mann. Je nach erwarteter Formation des Gegners stellt Hoeneß seine Mannschaft so auf, dass eine klare Zuordnung schnell möglich ist. Für das Pokalendspiel gegen Bayern bedeutet das Folgendes: Bayern agiert im 4-2-3-1, Stuttgart wird einen der drei eigenen Stürmer zurückziehen, damit ein 3-5-2 entsteht.
Bayerns Innenverteidiger werden von zwei VfB-Stürmern angelaufen, dahinter verteidigt der dritte Stuttgarter Stürmer zusammen mit den beiden Sechsern gegen Bayerns drei zentrale Mittelfeldspieler. Stuttgarts Flügel kümmern sich um Bayerns Außenverteidiger, während Harry Kane, Michael Olise und Luiz Diaz von Stuttgarts Dreierkette gedeckt werden. Hoeneß spiegelt also die Ordnung der Bayern, damit seine Spieler einen eindeutigen Gegenspieler vor sich haben, für den sie verantwortlich sind.
Das hohe Pressing fällt den Stuttgartern dadurch leicht, entsprechend oft ist der Ball in ihren Spielen beim gegnerischen Torwart. Es wird spannend zu sehen sein, welche Lösungen die Bayern dagegen wählen - zumal hinter der Torwartpersonalie ja auch noch ein Fragezeichen steht.
Stiller macht den Kimmich
Auch im Spiel mit dem Ball gibt es unverkennbare Parallelen zwischen den Teams. Stuttgart variiert im Spielaufbau zwischen Dreier- und Viererkette. Ähnlich wie Joshua Kimmich bei den Bayern fällt Stuttgarts Sechser Angelo Stiller oftmals zwischen die Innenverteidiger. Während Kimmich bei den Bayern den Dreieraufbau herstellt (beide Außenverteidiger schieben nach vorne, er fällt zwischen oder neben das Innenverteidigerduo), macht Stiller bei Stuttgart aus dem Dreieraufbau einen Viereraufbau.
So bleiben beide Teams flexibel und stellen den Gegner vor veränderte Aufgaben. Die Chipbälle, die Kimmich bei den Bayern hinter die gegnerische Kette spielt, hat Stiller auf VfB-Seiten ebenfalls in seinem Repertoire.
Undav als verkappter Spielmacher wie Kane
Auch ganz vorne nutzen die Stuttgarter ein Stilmittel, das man bei den Bayern oft sieht. So fällt Deniz Undav aus dem Sturmzentrum immer wieder ins Mittelfeld zurück. Ähnlich wie Kane beim FCB sucht er hier den Raum hinter den gegnerischen Sechsern und stellt damit die Innenverteidiger vor eine schwierige Entscheidung:
Lassen Sie Undav gewähren, hat Stuttgart kurzzeitig eine Überzahl im Mittelfeldzentrum. Verfolgen sie ihn, reißt das Lücken in den Defensivblock, in welche die schnellen Spieler wie beispielweise Jamie Lewling starten können.
VfB ähnelt Bayern auch bei Standardsituationen
Auch in den Kleinigkeiten des Spiels ähneln sich beide Mannschaften stark. So sieht man beim VfB beispielsweise immer wieder Aufstellungen beim eigenen Eckball wie sie auch die Bayern herstellen. Oftmals hat der Schütze zwei oder sogar drei Angebote für ein kurzes Anspiel. Lässt der Gegner das Anspiel zu, bringen sie ihre Dribbler ins Tempo oder spielen einen Distanzschützen frei.
Stellt der Gegner jedoch zu, bedeutet dies mehr Platz im Strafraum, wo sich die Kopfballspieler um Abwehrchef Jeff Chabot mit mehr Raum für ihren Anlauf in die Duelle wuchten können.
Eurosport-Check: Dass sich viele Mannschaften am Branchenprimus orientieren, ist keine Überraschung. Dennoch gibt es kein deutsches Team, das so viele Dinge auf dem Feld ähnlich die Bayern macht. Dass Hoeneß seiner Mannschaft in den wöchentlichen Gegnervorbereitungen oft Videosequenzen zeigt, in denen Bayern den jeweiligen Gegner bespielt, ist weder ein Geheimnis in der Branche noch ein Zufall.
Diese Option fällt für dieses Spiel offensichtlich weg. Gut möglich also, dass Stuttgart vor dem Endspiel vermehrt auf Szenen des CL-Halbfinals blickt, in denen Paris die Bayern phasenweise mit den eigenen Waffen geschlagen hat.
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