Die Anfangsphase in Kopenhagen gestaltete sich etwas zäh. Beide Defensiv-Reihen standen gut gestaffelt und verteidigten konzentriert. Die Skandinavier versuchten es immer wieder mit Hereingaben von den Flügeln, doch die Verteidigung der Sbornaja hatte stets die Lufthoheit. Zudem war die Partie sehr umkämpft, immer wieder unterbrachen kleinere Fouls den Spielfluss.
Die erste Chance der Partie hatten dann die Russen nach freundlicher Einladung von Jannik Vestergaard, der in der Vorwärtsbewegung aufgrund eines technischen Fehlers das Spielgerät vertändelte. Aleksandr Golovin nahm Tempo auf, dribbelte sich durch und hatte aus 16 Metern freie Schussbahn. Der Mann vom AS Monaco schlug aber noch einen Haken und hatte so einen etwas schlechteren Winkel. So konnte Kasper Schmeichel den Flachschuss parieren, indem der Keeper rechtzeitig die Beine zusammen bekam (18.).
Knappe zehn Minuten später meldete sich Dänemark erstmals zu Wort: Da das Team von Kasper Hjumland kein Durchkommen fand, zog Pierre-Emile Höjberg wuchtig aus 22 Metern ab. Das Leder zischte nur ganz knapp am linken Torgiebel vorbei (29.).
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21/06/2021 AM 11:18
Spielerisch ging bei den Skandinaviern dennoch nicht viel, so musste eine Einzelaktion für den Torerfolg herhalten. Der erst 20-jährige Mikkel Damsgaard hatte 20 Meter vor dem Kasten etwas Raum, legte sich die Kugel auf den starken Rechten und traf mit einem Sonntagsschuss am Montagabend traumhaft in den rechten Winkel zur Führung für Dänemark (38.). Das war gleichzeitig der Halbzeitstand.
Da Finnland zur Halbzeit ein 0:0 gegen Belgien hielt, waren weder Dänemark noch Russland zu diesem Zeitpunkt für das Achtelfinale qualifiziert.
Nach dem Seitenwechsel sollte sich eine denkwürdige Halbzeit im Parken Stadion von Kopenhagen entwickeln – und das unter freundlicher Mithilfe von Roman Zobnin. Der Mittelfeldmann von Spartak Moskau spielte einen blinden Rückpass direkt in die Füße von Yussuf Poulsen, der leichtes Spiel hatte und zum 2:0 ins leere Tor traf (59.).
Nur fünf Minuten später hätte der eingewechselte Kasper Dolberg auf 3:0 erhöhen können, war beim Abschluss aber zu langsam (64.). Anschließend brachte eine Fehlentscheidung von Clement Turpin die Russen zurück ins Spiel. Der französische Hauptschiedsrichter wertete einen leichten Kontakt von Verstergaard an Aleksandr Sobolev als Foul und zeigte auf den Punkt. Artem Dzyuba traf trocken zum Anschluss in die Mitte (70.).
Die Dänen ließen sich davon jedoch nicht aus der Fassung bringen und suchten weiterhin die Entscheidung – und die bekamen sie auch. Andreas Christensen traf zehn Minuten vor Ablauf der 90 Minuten mit großem Wille und purer Gewalt aus 20 Metern in die Maschen. Bitter für Keeper Matvey Safonov, der zuvor zwei Mal pariert hatte (79.).
Den Schlusspunkt unter eine furiose zweite Hälfte setzte Joakim Maehle, der von drei Gegenspielern nicht richtig angegangen wurde und präzise ins untere linke Eck traf (82.).
Das Stadion feierte, da auch Belgien gegen Finnland in Führung gegangen war. Der Endstand dort lautete 2:0 für Belgien, wodurch die Dänen auf den letzten Metern doch noch das direkte Achtelfinal-Ticket lösten und sich dafür von ihren Fans zu Recht feiern ließen.

DIe Stimmen zum Spiel:

Andreas Christensen (Dänemark): "Wir sind ein super Team und haben eine tolle Unterstützung erfahren. Ich kann das nur schwer in Worte fassen. Wir haben einige Rückschläge in diesem Turnier hinnehmen müssen, haben aber immer an unsere Qualität geglaubt und wussten, dass wir es schaffen können. Christian bedeutet uns allen sehr viel, wir denken oft an ihn und sind sehr glücklich, dass wir heute gewonnen haben."
Yussuf Poulsen (Dänemark): "Ich werde das alles erst morgen glauben können. Es war eine fantastische zweite Halbzeit und ein geiles Spiel. So etwas erlebt man als Fußballer nicht oft: So eine Partie in einem derart wichtigen Turnier vor eigenem Publikum zu bestreiten. Und dann kommen wir auch noch weiter als Gruppenzweiter. In der ersten Hälfte waren wir nicht überzeugend, im zweiten Abschnitt haben wir besser reingefunden und viele schöne Tore gemacht."

Der Tweet zum Spiel:

Der Brustlöser von Mikkel Damsgaard ebnete nicht nur Dänemarks Weg ins Achtelfinale, sondern machte den Akteur von Sampdoria Genua mit 20 Jahren und 353 Tagen zum jüngsten dänischen Torschützen bei einem großen Turnier (EM oder WM).

Das fiel auf: Danish Dynamite trotzt Turpins Fehlentscheidungen und feiert

Dänemark bestimmte das Spielgeschehen, ließ aber das intensive Pressing und temporeiche Offensivspiel aus der Partie gegen Belgien vermissen. Trotz der 75% Ballbesitz fanden die Nordeuropäer keine Lösungen gegen die gut-gestaffelte Sbornaja. Hinzu kamen kleinere technische Fehler wie der von Verstergaard, welcher beinahe zur russischen Führung geführt hätte. Eine Einzelaktion wertete eine eigentlich eher magere Halbzeit dementsprechend auf.
Im zweiten Durchgang steigerten sich die Hausherren enorm und konnten an die Leistung aus der ersten Hälfte gegen Belgien anknüpfen. Dabei trotzten die Dänen auch der schwachen Leistung von Hauptschiedsrichter Clement Turpin, der es erst verpasst, Kudryashov des Feldes zu verweisen und dann einen fehlerhaften Elfmeter für Russland gab.

Die Statistik: 3

Am Ende reichen den Dänen tatsächlich drei Punkte aus drei Spielen zum Weiterkommen. Im Achtelfinale wartet nun Wales. Die Partie steigt am Samstag um 18:00 Uhr in Amsterdam.
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