EM - Geheimfavorit Türkei enttäuscht und scheidet in der Vorrunde aus: "Peinlich von uns"

Die Türkei ist bei der EURO 2020 sang- und klanglos ohne einen einzigen Punkt bereits in der Vorrunde gescheitert. Dabei hatten viele Experten wie Christoph Daum, Fredi Bobic oder Kevin-Prince Boateng das Team von Trainer Senol Günes gar als Geheimfavoriten auf den Titel ausgemacht. Doch an diesen hohen Erwartungen zerbrach das jüngste Team der EM gewaltig.

Mert Müldür und die Türkei enttäuschten bei der EM auf ganzer Ebene

Fotocredit: Imago

Drei Spiele, drei Niederlage, null Punkte, 1:8 Tore.
Das ist die Horrorbilanz der Türkei bei der EURO 2020. Dabei hatte die Mannschaft um Kapitän Burak Yilmaz vor dem abschließenden Gruppenspiel noch theoretische Chancen auf das Weiterkommen. Mit einem Sieg wäre die Türkei an der Schweiz vorbeigezogen und hätte noch in der Verlosung der besten Gruppendritten mit dabei sein können. Am Ende verlor die Türkei in Baku allerdings mit 1:3 (0:2).
"Wir sind uns bewusst, dass wir nicht gut genug waren. Das erste Spiel hat sich negativ ausgewirkt. Das kann passieren", sagte Nationaltrainer Günes. Nach dem 0:3 zum Auftakt gegen Italien verlor man auch das zweite Spiel gegen Wales (0:2).
In allen drei Duellen fehlte es der Türkei sowohl defensiv und offensiv schlicht an Qualität. Hinten agierte man äußerst wackelig, ließ viele Großchancen für den Gegner zu und bekam keine Stabilität in der Abwehr zusammen. Auch in der Offensive enttäuschte die Türkei auf ganzer Linie, schoss nur ein Tor in drei Partien. Zudem verschlief man insbesondere die erste Hälfte in allen drei Spielen.

EM: Türkei kann nicht an gute Quali-Leistungen anknüpfen

"Wir sind sehr traurig. Wir haben nicht erwartet, dass es so schlecht laufen würde. Unsere Fans hatten eine Menge Erwartungen, diese konnten wir nicht erfüllen", meinte Innenverteidiger Merih Demiral von Juventus Turin nach dem Ausscheiden ratlos.
Und auch Yilmaz, mit dem OSC Lille in der abgelaufenen Saison Meister in der Ligue 1 geworden, äußerte sich fassungslos: "Es war ein Turnier, von dem wir dachten, dass wir es sehr gut vorbereitet haben. Vielleicht haben wir zu viel gewollt. Wir entschuldigen uns bei unserem ganzen Land. Es war peinlich von uns."
Dabei überzeugte die Türkei in den vergangenen Jahren mit konstant guten Leistungen. In der EM-Qualifikation schlug man Weltmeister Frankreich 2:0 zu Hause und ärgerte Les Bleus dann auch beim 1:1 im Rückspiel in Paris. Bei der Qualifikation zur WM 2022 in Katar besiegte man die Niederlande 4:2.
Doch auf der großen Bühne konnte die Türkei nicht an diese starken Ergebnisse und Leistungen anknüpfen. "Wir sind eine sehr junge Mannschaft. Uns fehlte die Erfahrung. Es gibt viele Spieler, die zum ersten Mal auf dieser großen Bühne waren. Wir müssen unsere Köpfe hochhalten, denn wir haben noch viele Turniere vor uns", blickte Milan-Star Hakan Calhanoglu bereits in die Zukunft.
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Türkeis Coach Senol Günes entsetzt über das Vorrunden-Aus bei der EURO 2020

Fotocredit: Getty Images

EM: Türkische Fans fordern Günes zum Rücktritt auf

In der Tat stellt die Türkei mit einem Durchschnittsalter von 25 Jahren das jüngste Team im gesamten Turnier. Dennoch war mit diesem talentierten Kader dem erfahrenen Günes, der die Türkei in seiner ersten Amtszeit als Nationalcoach zu Rang drei bei der WM 2002 in Japan und Südkorea geführt hat, viel zugetraut worden.
"Ich sehe die Traurigkeit bei meinen Spielern und kann diese gut verstehen. Dieses Turnier ist ein sehr viel anspruchsvolleres. Wir konnten unsere Chance nicht nutzen. Wir konnten die Erwartungen der türkischen Nation nicht erfüllen, wir wurden von diesen erdrückt", machte der 69-Jährige deutlich.
Besonders bitter für Günes: Nach Spielschluss gegen die Schweiz buhten die zahlreichen Fans in Baku nicht nur sein Team aus, sondern forderten lautstark auch den Trainer zum Rücktritt auf.
Ein bitterer Abschluss für ein sportlich enttäuschendes Turnier aus türkischer Sicht.
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Quelle: SID

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