FC Sevilla gewinnt Europa League mit Fallrückziehertor

Der FC Sevilla hat Inter Mailand im Finale der Europa League in Köln mit 3:2 (2:2) besiegt und damit zum sechsten Mal seit 2006 den Titel gewonnen. Luuk de Jong traf nach der Inter-Führung von Romelu Lukaku (9., Elfmeter) per Doppelschlag (12./33.). Nach dem Ausgleich der Italiener durch Diego Godín (36.) gelang Diego Carlos mit einem von Lukaku abgefälschten Fallrückzieher (74.) das Siegtor.

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So lief das Spiel:

Das Finale zwischen dem FC Sevilla und Inter Mailand begann ohne Anlaufschwierigkeiten. Sevilla hatte nach einer schwachen Faustabwehr Samir Handanovics die erste Chance des Spiels, einen Abschluss Fernandos blockte Stefan de Vrij und rettete seinen geschlagenen Keeper.
Im Gegenzug ging es blitzschnell, Romelu Lukaku wurde auf dem rechten Flügel auf die Reise geschickt, setzte sich mit seinen klaren Geschwindigkeitsvorteilen gegen Diego Carlos durch und wurde im Strafraum gefällt. Der Belgier (5.) verwandelte den Elfmeter selbst zur frühen Führung und baute damit seine Rekordserie aus.
Sevilla ließ sich vom Rückstand nicht irritieren und presste gegen die Mailänder konsequent, sodass sie schnell selbst in Ballbesitz kamen.
Wie schon gegen Manchester United erlöste Luuk de Jong (12.) Sevilla, indem er eine Flanke von Jesus Navas per Flugkopfball zur schnellen Antwort verwertete.
In der Folge war Sevilla spielbestimmend, Inter lauerte dabei auf Konter. Lucas Ocampos (22.) suchte sein Glück das ein oder andere Mal aus der Distanz, doch wirklich gefährlich wurde es für Samir Handanovic nicht.
Gerade, als das Spiel sich zu beruhigen drohte, ging es wieder heiß her. De Jong (33.) köpfte einen Freistoß von Éver Banega aus dem rechten Halbfeld zielsicher zum 2:1 ein.
Im Gegenzug war es Diego Godín, der aus nahezu identischer Position den Ausgleich nach Vorarbeit von Marcelo Brozovic (35.) erzielte.
Kurz vor der Pause hatte Sevilla durch Lucas Ocampos die Chance zur Führung, Handanovic (45.+1) lenkte allerdings einen Kopfball aus 14 Metern über die Latte.
Inter hatte die erste Chance nach der Pause. Bono hatte großes Glück, dass sich Diego Carlos in höchster Not in einen Schuss von Roberto Gagliardini (52.) von der Strafraumgrenze schmiss und den Ball entscheidend blockte.
Die Begegnung spielte sich in der Folge zunehmend im Mittelfeld ab, beide Teams waren in der zweiten Halbzeit auf die Defensive fokussiert und wollten keine Fehler machen.
Nach einem gut getimten Pass von Nicolo Barella war dann aber plötzlich Lukaku (65.) auf und davon, der Belgier scheiterte im eins gegen eins aber am sehr gut postierten Bono.
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Yassine Bono (Sevilla)

Fotocredit: Getty Images

In einer Phase, in der Sevilla nicht mehr gefährlich wirkte, entschied ein Freistoß die Begegnung: Diego Carlos (74.) bekam nach einer missglückten Kopfballabwehr von Danilo D'Ambrosio zu viel Platz und traf per sehenswertem Fallrückzieher zum 3:2, Lukaku fälschte die Kugel unhaltbar ab.
Inter wechselte in der Folge dreifach und brachte u.a. Alexis Sánchez und Victor Moses, die dann die beste Chance zum Ausgleich hatten. Einen Abschluss von Moses (80.) hielt Bono aus kurzer Distanz, Sánchez' Nachschuss rettet Jules Kounde auf der Linie.
In den letzten Minuten der Begegnung gelang es den Italienern anschließend nicht, sich hochkarätige Chancen zu erspielen, Sevilla verteidigte extrem clever und hielt sich in der Nachspielzeit fast ausschließlich mit dem Ball in Mailands Hälfte auf. So gewinnt Sevilla den sechsten Titel seit 2006 in diesem Wettbewerb (bis 2009 UEFA Cup) und Inter und ganz Italien warten weiterhin auf einen europäischen Titel seit 2010.

Stimmen des Spiels:

Julen Lopetegui (Trainer FC Sevilla): "Ich bin dankbar. Meine Spieler sind großartig, einfach großartig. Dieses Team gibt einfach niemals auf. Wir haben hart gearbeitet und sind jetzt sehr glücklich. Wir hatten zunächst Probleme, haben diese aber mit Charakterstärke überwunden. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir es verdient hatten, das Spiel zu gewinnen. Für mich ist der Triumph eine große Freude, wie für alle Sevilla-Fans."
Antonio Conte (Trainer Inter Mailand): "Ich kann nur stolz sein auf meine Spieler. Was sie investiert haben und wie sie sich im Saisonverlauf verbessert haben. Wir hätten nur zu gerne die Trophäe in die Höhe gestemmt. Aber wir haben das entscheidende Tor leider nicht gemacht. Es tut mir leid für die Fans. Es ist nicht die richtige Zeit, um über meine Zukunft zu sprechen. Wir sollten über das Finale sprechen. Zitate und Kommentare zu meiner Zukunft haben sie schon."
Luuk de Jong (FC Sevilla): "Der Trainer hat mir heute morgen mitgeteilt, dass ich von Anfang an spiele. Ich hatte ihm gesagt, dass ich bereit bin und glücklicherweise hat alles geklappt. Kopfbälle sind meine Spezialität, beide Flanken waren perfekt und es sind sehr besondere Tore für mich. Insgesamt es ist ein toller Triumph, wir hatten harte Spiele in diesem Wettbewerb. Sevilla ist ein toller Klub, alles ist sehr familiär."
Diego Carlos (FC Sevilla): "Alle haben ihr Bestes gegeben, es ist einfach grandios. Der Titel bedeutet sehr viel und ist sehr wichtig für uns. Ich bin sehr dankbar, was der Klub alles für mich getan hat. Ich kehre jetzt mit einer Trophäe, einem Tor und einer schwangeren Frau heim!"
Jesus Navas (FC Sevilla): "Ich kann es gar nicht in Worte fassen, wie stolz ich bin. Sevilla ist eine große Familie und die Unterstützung, die wir gespürt haben, war echt großartig. Es war ein hartes Spiel, aber wir sind überglücklich, dass wir das Ding geholt haben."

Das fiel auf: Sevillas Pressing

Gerade in der Anfangsphase setzte Sevilla ein Zeichen und ließ sich von dem frühen Rückstand nicht aus der Fassung bringen. Mit aggressivem Pressing erzwang Sevilla Fehler und ließ Inter kaum Luft zum Atmen. Die Mailänder konnten so nie in Ruhe das Spiel aufbauen und hatte Probleme dabei, Spielfluss zu entwickeln. Das war auch in der Schlussphase wieder zu sehen, sodass Inter bei Rückstand und mit dem Rücken zur Wand kaum gefährlich werden konnte.

Der Tweet des Spiels:

Die Statistik: 6

Kann hier eine andere Zahl stehen? Sevilla gewinnt seit 2006 den sechsten Titel im zweitwichtigsten europäischen Wettbewerb.
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