Das Traumfinale um das Triple wird für Pernille Harder zum Abschiedsspiel: Ausgerechnet am Tag vor dem Endspiel der Champions League sickerte durch, dass die Star-Stürmerin den VfL Wolfsburg vorzeitig verlassen und zum englischen Meister FC Chelsea wechseln wird.

Eine offizielle Bestätigung des deutschen Doublegewinners steht noch aus. Nach "SID"-Informationen fiel die Entscheidung schon weit vor dem Showdown gegen Dauersieger Olympique Lyon am Sonntag (20.00 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) in San Sebastian.

Champions League - Frauen
Marozsán und Olympique Lyon folgen Wolfsburg ins Finale
26/08/2020 AM 20:09

Harder: Chelsea zahlt wohl Rekordablöse

Laut "Sportbuzzer" sind die Blues bereit, eine Bundesliga-Rekordablöse von 350.000 Euro für die Dänin (Vertrag bis 2021) zu zahlen. Harder, Europas Fußballerin des Jahres 2018, hatte mit einer Quote von 105 Toren in 113 Pflichtspielen großen Anteil am Erfolg des Vereins, der seit ihrer Verpflichtung Anfang 2017 immer das Double aus deutscher Meisterschaft und DFB-Pokal gewann.

Jetzt will sie sich auch noch den Triple-Traum erfüllen, und dafür muss der VfL das scheinbar Unmögliche möglich machen, um den dominantesten Verein der Frauenfußball-Welt, der Europas Krone seit vier Jahren nicht mehr hergegeben hat, zu stoppen.

Auf dem Weg zu dieser Dauerregentschaft zwang Lyon immer die Wölfinnen in die Knie: 2016 und 2018 im Endspiel, 2017 und 2019 schon im Viertelfinale. Mit der schwarzen Serie soll am Sonntag Schluss sein. "Wir glauben daran", sagt VfL-Trainer Stephan Lerch, "dass Lyon schlagbar ist".

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Wolfsburg greift nach dem zweiten Triple

Eine Woche nach dem Triumph der Bayern im Männerfinale in Lissabon können die Wolfsburgerinnen das deutsche "Triple-Double" perfekt machen. Vielleicht ein gutes Omen, dass das schon einmal gelang: Vor sieben Jahren, beim ersten und bislang einzigen Titel-Dreierpack des VfL, räumten diese beiden Klubs nacheinander alle Trophäen ab.

Damals, im Frauenfinale an der Londoner Stamford Bridge gegen Lyon (1:0), gelang Wolfsburg als Newcomer in der Königsklasse sensationell der Favoritensturz. Alexandra Popp war seinerzeit schon dabei, die Kapitänin wittert nun beim Schlussakt des K.o.-Turniers im Baskenland eine große Chance: "Es wirkt, als seien sie nicht mehr so dominant wie in den vergangenen Jahren."

Im Viertelfinale gegen den FC Bayern (2:1) wie im Halbfinale gegen den Ligarivalen Paris St. Germain (1:0) tat sich das internationale Starensemble um Regisseurin Dzsenifer Marozsan schwer. Aber auch der VfL hatte nach dem Aufgalopp gegen Außenseiter Glasgow City (9:1) gegen den Vorjahresfinalisten FC Barcelona (1:0) unübersehbare Schwierigkeiten.

Seit der erfolgreichen Titelverteidigung 2014 (4:3 gegen Tyresö FF/Schweden) jagen die Wölfinnen vergeblich dem begehrten Henkelpokal hinterher. Der im nächsten Sommer scheidende VfL-Trainer Lerch forderte umso eindringlicher, dass sein Team beim Geisterfinale im Estadio Anoeta wieder sein "wahres Gesicht" zeigen muss.

Schließlich habe der Rekordchampion Lyon (sechs Titel) einen "unfassbar starken Kader", in dem jede Position mindestens doppelt gleichwertig besetzt sei. Auch wenn Superstar Ada Hegerberg (Kreuzbandriss) in der Offensive spürbar vermisst wurde.

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(SID)

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