Drei Dinge, die bei Deutschland gegen Südkorea auffielen: Eine Fußballnation liegt am Boden

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft macht es den Männern gleich und scheitert bei der WM blamabel in der Vorrunde. Beim 1:1 (1:1) gegen Südkorea zum Abschluss der Gruppe H offenbaren sich etliche Unzulänglichkeiten. Dass nach den Männern und der U21 nun auch noch die sonst so zuverlässigen DFB-Frauen patzen, verdeutlicht: Der deutsche Fußball liegt am Boden. Drei Dinge, die auffielen.

Popp tief enttäuscht: "Benötigen Zeit, um das zu verarbeiten"

Quelle: Perform

Die EM-Heldinnen des vergangenen Jahres waren untröstlich, ein schwarz-rot-goldenes Tränenmeer in Brisbane.
Das 1:1 im letzten Vorrundenspiel gegen Südkorea reichte nicht fürs Weiterkommen, Deutschland scheidet mit vier Punkten in einer qualitativ eher schwachen Gruppe mit Marokko, Kolumbien und eben Südkorea vorzeitig aus - erstmals in der WM-Geschichte.
Schon nach sechs Minuten geriet die Mannschaft von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg ins Hintertreffen, So-Hyun Cho nutzte eine Unachtsamkeit der deutschen Hintermannschaft eiskalt aus. Kurz vor der Pause traf Alexandra Popp per Kopf zum Ausgleich (42.).
Die Kapitänin war an diesem Donnerstag einmal mehr die einzige DFB-Spielerin, die überzeugte.
Drei Dinge, die auffielen.
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Voss-Tecklenburg selbstkritisch: "Möchte keine Ausreden suchen"

Quelle: Perform

1.) Eine Fußballnation am Boden

Deutschland gegen Südkorea - da war doch mal was ...
Vor fünf Jahren traf die deutsche Herren-Nationalmannschaft bei der WM in Russland im letzten Gruppenspiel auf Südkorea. Mit drei Zählern auf dem Konto war das Team von Joachim Löw gegen den Underdog zum Siegen verdammt. Es setzte ein 0:2, das erste WM-Vorrunden-Aus für Deutschland, es hagelte Kritik.
Nun haben auch die DFB-Frauen ihren Südkorea-Moment. Im Anschluss an den vielversprechenden Auftakt (6:0 gegen Marokko) gingen dem zweimaligen Weltmeister schon gegen Kolumbien (1:2) etliche Tugenden ab. Kreativlos, planlos, mutlos präsentierte sich das DFB-Team nun auch gegen Südkorea.
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Frauen-WM: Alexandra Popp schreit den Frust heraus - Südkorea vs. Deutschland

Fotocredit: Getty Images

Bundestrainerin Voss-Tecklenburg fasste die schwachen Leistungen im "ZDF" kurz und knapp zusammen: "Unsere Leistung hat einfach nicht fürs Weiterkommen gereicht." Ein bitteres Eingeständnis. Während die 55-Jährige um Erklärungen bemüht war, herrschte bei ihren Schützlingen vor allem eines: Ratlosigkeit.
"Ich kann es nicht greifen. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich verstehe es noch nicht ganz", sagte beispielsweise eine konsternierte Alex Popp.
Die Parallelen zum DFB-Debakel 2018 waren - nicht nur aufgrund des Gegners - erschreckend. Seit dem unrühmlichen Aus als amtierender Weltmeister fing sich das Männerteam bis heute nicht. Es folgte ein verdientes Achtelfinal-Aus bei der EM 2021 und ein abermaliges Vorrunden-Fiasko in Katar.
Darüber hinaus machte auch der Nachwuchs unlängst Negativschlagzeilen. Als Titelverteidiger scheiterte die U21 Ende Juni sang- und klanglos bei der EM in Georgien und Rumänien. Das Ausscheiden der Frauen drückt die Fußballnation Deutschland nun endgültig auf den Boden, der Ruf der angsteinflößenden Turniermannschaft kann ad acta gelegt werden.

2.) Nur Popp liefert ab

Alexandra Popps Gesichtsausdruck sagte alles, als sie die Trophäe für die Spielerin des Spiels in die Kamera hielt. Leere. "Es ist schwierig, das jetzt zu analysieren", sagte sie. "Es ist unmöglich. Man hat gesehen, dass es holprig war. Das ist nicht unser Anspruch." Sie wolle sich nun "erstmal sammeln" und das Erlebte "verarbeiten und sortieren".
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Nach dem WM-Aus restlos bedient: Alexandra Popp

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Dabei hatte sie selbst sich nicht allzu viel vorzuwerfen. Popp war einmal mehr die einzige Spielerin, die als Torjägerin und auch kämpferisch überzeugte.
Popp führte mit Abstand die meisten Zweikämpfe (25), gewann knapp 70 Prozent aller direkten Duelle. Die Angreiferin vom VfL Wolfsburg gab fünf Torschüsse ab, drei davon fanden den Weg auf den gegnerischen Kasten. Ein Versuch landete per Kopf im Netz (42.), dazu gab es ein Abseitstor (57.).
Kurzum: Wenn es gefährlich wurde, war Popp involviert. Zudem setzte sie die meisten Tacklings (5) und kam auf acht Balleroberungen.
Einzig: Ihre Teamkolleginnen setzten sie vor allem im zweiten Durchgang zu wenig in Szene, flankten viel zu selten präzise - obwohl die 32-jährige Kopfballspezialistin lange die klare Lufthoheit im südkoreanischen Strafraum hatte.
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Oberdorf deutlich: "Geht nicht um die Männer, geht nur um uns"

Quelle: Perform

3.) Rückkehrerinnen nicht in Top-Form

Die Defensive, das Prunkstück der EM 2022 - nur ein Gegentor bis zum Finale -, bröckelte schon vor der WM. Vor allem personell.
Für Rechtsverteidigerin Giulia Gwinn (Kreuzbandriss) kam das Turnier zu früh, ihre Vertretung Carolin Simon (FC Bayern) zog sich im letzten Testspiel gegen Sambia (2:3) ebenfalls einen Kreuzbandriss zu. Im WM-Verlauf fielen Felicitas Rauch und Sara Doorsoun verletzungsbedingt aus.
Es blieb ein Flickenteppich: Lena Oberdorf griff nach Oberschenkelproblemen erst im zweiten Gruppenspiel ins Turnier ein. Und Abwehrchefin Martina Hegering meldete sich nach einer Fersenprellung erst zum letzten Gruppenspiel fit. Zwei Leistungsträgerinnen, zwei Hoffnungsträgerinnen - und gegen Südkorea zwei Enttäuschungen.
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Auch Lena Oberdorf konnte das WM-Aus nicht verhindern

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Hegering wirkte in der Defensive fahrig und im Spielaufbau ideenlos. Satte 18 Ballverluste standen nach 90 Minuten zu Buche.
Oberdorf, eigentlich die Zuverlässigkeit in Person, war im Vergleich zum Kolumbien-Spiel nicht wiederzuerkennen: Die Wolfsburgerin verlor 21 Mal den Ball, dem standen lediglich fünf Balleroberungen gegenüber. Oberdorf brachte nur 73 Prozent ihrer Pässe an die Mitspielerin (gegen Kolumbien waren es 80 Prozent).
"Es ist ein bisschen surreal", sagte Oberdorf im "ZDF": "Ich glaube, wir müssen es einfach jetzt noch einmal hinterfragen, ob das von uns als Einzelspielerinnen auch genug war."
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"Immer dasselbe": Fans stocksauer nach DFB-Debakel

Quelle: Perform

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