Bundestrainer Joachim Löw setzte bei der ersten Standortbestimmung 13 Tage vor dem EM-Auftakt gegen Frankreich auf eine Fünferkette mit den beiden Rückkehrern Mats Hummels und Thomas Müller in der Anfangsformation.
Gegen formstarke Dänen, die mit acht Siegen aus den vergangenen neun Partien angereist waren, startete die DFB-Elf durchaus engagiert und verbuchte nach einem ersten Warnschuss von Florian Neuhaus (12.) durch Müller die ersten große Gelegenheit.
Nach einem präzisen hohen Zuspiel von Joshua Kimmich kam Müller aus zehn Metern frei zum Abschluss, köpfte aber genau in die Arme von Torwart Kasper Schmeichel (14.).
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Hummels-Comeback früher als gedacht? "Lege ich mich einfach mal fest"
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Die deutsche Mannschaft strahlte mit zunehmender Spieldauer in Hälfte eine immer größere Dominanz aus und schnürte die Dänen phasenweise am eigenen Strafraum fest – einziges Manko blieb die Chancenverwertung.
Leroy Sané setzte eine Neuhaus-Flanke aus kurzer Distanz per Dropkick weit übers Tor (28.), kurz vor der Pause traf Serge Gnabry mit seinem Linksschuss aus 17 Metern nur die Latte (45.).
Nach dem Seitenwechsel dauerte es dann aber keine drei Minuten, ehe Neuhaus die verdiente Führung für die Löw-Elf besorgte. Nach eine Flanke des offensivfreudigen Robin Gosens sprang die Kugel über Kimmich und Dänemarks Linksverteidiger Joakim Maehle etwas glücklich vor die Füße von Neuhaus, der aus fünf Metern sein zweiten Länderspieltor erzielte (48.).
Nach der Führung überließ Deutschland den offensiv lange Zeit komplett harmlosen Dänen immer mehr die Initiative und wurde in der 71. Minute durch den ersten dänischen Schuss aufs Tor für die etwas zu abwartende Phase bestraft.
Christian Eriksen fand Yussuf Poulsen mit einem starken Steilpass, der Leipziger enteilte Hummels und traf auf kurzer Distanz zum durchaus schmeichelhaften Ausgleich in die kurze Ecke (71.).
Kurz darauf verhinderte der zweite Alutreffer des Spiels die erneute Führung für Deutschland, als Innenverteidiger Janik Vestergaard eine Ginter-Hereingabe noch an den eigenen Pfosten abfälschte (76.).
Nach intensiven Trainingstagen schwanden bei beiden Teams gegen Spielende sichtbar die Kräfte, sodass die DFB-Elf trotz klarer spielerischer Überlegenheit das erhoffte Erfolgserlebnis gegen hocheffiziente Dänen verpasste.

Die Stimmen:

Joachim Löw (Trainer Deutschland): "Es war Licht und Schatten, einige Ansätze waren gut. Über lange Zeit haben wir als Mannschaft sehr gut verteidigt. Auf der anderen Seite haben wir unsere Ordnung auch wieder verloren und einige Ballverluste gehabt. Wir machen uns das Leben selber schwer, indem wir nicht das 2:0 machen."
Thomas Müller (Deutschland): "Ich habe viel Gutes gesehen, aber in der zweiten Halbzeit hatten wir eine Phase, wo wir nicht mehr gut in die Zweikämpfe gekommen sind. Es ist sehr ärgerlich, dass wir das Spiel nicht gewinnen. Man hat aber gesehen, dass wir nicht nur wollen, sondern dass wir die Dinge auch sehr gut umsetzen können."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Rückkehrer im Fokus

Besonderes Augenmerk galt nach fast zwejähriger Abstinenz aus der Nationalmannschaft den beiden Comebackern im DFB-Team. Mats Hummels verrichtete als linker Part der Dreierkette über fast die komplette Spielzeit einen zuverlässigen, fehlerfreien Arbeitstag, an dem er von den offensiv harmlosen Dänen lange Zeit allerdings auch kaum gefordert wurde. Beim Gegentreffer von Poulsen zeigte Hummels jedoch eine Unaufmerksamkeit, als er den Leipziger Angreifer ziehen ließ.
Müller übernahm im leeren Innsbrucker Tivoli-Stadion von Beginn weg in gewohnter Manier die Rolle des lautstarken Kommunikators im deutschen Team und war auch spielerisch sofort ins Spiel der DFB-Elf eingebunden. Mal ließ sich der beste Vorlagengeber der abgelaufenen Bundesliga-Saison tief ins Mittelfeld fallen, um sich in den Zwischenräumen die Bälle abzuholen, mal tauchte er ganz vorne im Strafraum auf. Nach enorm laufintensiven und agilen ersten 45 Minuten schwanden wie beim gesamten Team auch bei umtriebigen Müller im zweiten Durchgang die Kräfte.

Die Statistik: 101

Thomas Müller bestreitet heute sein 101. Länderspiel – allesamt in der Ära Löw. Unter dem scheidenden Bundestrainer absolvierte kein Spieler mehr Partien. Toni Kroos spielte ebenfalls 101 Mal unter dem Weltmeister-Trainer, dahinter folgen Manuel Neuer (99 Länderspiele), Lukas Podolski (98) und Mesut Özil (92).
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